Supermärkte, Textil und "Coffee to go" boomen

26. März 2003, 19:38
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Im Handel wird nach einer einjährigen Atempause heuer wieder heftig an Expansionsplänen gearbeitet - mit Infografik

Wien - In der österreichischen Handelslandschaft stehen die Zeichen wieder auf Expansion, nachdem im Krisenjahr 2002 viele diesbezügliche Pläne verschoben worden waren. "Im Wesentlichen tragen drei Branchen die Expansion", berichtet das Wiener Handelsberatungsunternehmen RegioPlan in einer Studie, nämlich: Textil- und Lebensmittelhandel- sowie die Systemgastronomie (siehe Grafik). Gleichzeitig gebe es in diesen Branchen die meisten Schließungen von Geschäften, was auf die stärksten Umbruchtendenzen ebendort schließen lässt.

  • Der Bekleidungshandel in Österreich werde zunehmend von "vertikalen Systemen" (Produktion, Distribution und Handel in einer Hand, Beispiel: H&M) sowie von Franchisesystemen geprägt. Sehr aktiv sei etwa Esprit, Marco Polo oder die dänische Kette Vero Moda/Bestseller. Gesuchte Standorte seien "entweder beste Innenstadtlagen oder beste Fachmarktzeilen. ,Out' sind kleinere Gemeinden oder Nebeneinkaufsstraßen", so RegioPlan.

  • Die Expansion im Lebensmittelhandel ist einerseits getragen vom Duell der Marktführer - Rewe (Billa, Merkur) gegen Spar. Andererseits sind auch die Diskonter - Hofer, Lidl - eifrig am Aufsperren neuer Standorte. "Starken Expansionsdrang" verspüren auch die filialisierten Bäcker Im Gegensatz zu Fleischern haben filialisierte Bäcker starken Expansionsdrang: "Diese treten regional auf und suchen vermehrt Standorte mit sehr hohen Passantenfrequenzen wie sie etwa an Verkehrsknotenpunkten erreicht werden", so RegioPlan. Beispiele in Wien: Felber, Mann, Ströck.

  • Die internationalen Systemgastronomen wie Pizza Hut, Burger King, TGI Friday oder Subway konnten ihre Ausbreitungsgelüste nicht so ausleben wie sie es gerne hätten, so der Handelsconsulter. Sehr expansiv seien hingegen die "Coffee to go"-Ketten wie Starbucks oder deren niederösterreichisches Pendant, Schärf Coffeeshop Company.

Expansionsfaul seien laut RegioPlan hingegen der Möbelhandel und die Baumärkte. Der Möbelhandel - lange extrem expansiv - sei vorsichtig aufgrund "deutlicher Umsatzrückgänge im Jahr 2002". Baumärkte hingegen kämpften mit einem "gesättigten Markt und legen den Schwerpunkt der Expansionstätigkeit auf Osteuropa". Es gibt weniger Neueröffnungen, wenngleich es sich dabei um spektakuläre Projekte und hypermoderne Outlets handelt wie zum Beispiel den Baumax in Tulln-Langenrohr".

Weiterer Trend: Zunehmend locken Immobilienentwickler mit "Prestigeprojekten", bei denen Handelsunternehmen mit dem Argument "dabei sein zu müssen", gelockt werden. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 27.3.2003)

  • Top-10 der expandierenden Branchen 2003 in Österreich - Grafik zum Vergrößern anklicken.
    grafik: derstandard

    Top-10 der expandierenden Branchen 2003 in Österreich - Grafik zum Vergrößern anklicken.

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