Test mit Ratten zeigt: Hirnregion für Entscheidungen wird dauerhaft verändert
Washington - Eigentlich mögen Ratten keinen Alkohol. Wenn man ihn allerdings mit Gelatine versetzt, können sie nicht widerstehen. Solche Alko-Gels stellten US-Forscher jugendlichen Ratten rund um die Uhr zur Verfügung und beobachteten, was geschah.
Wie nicht überraschend, holten sich die Jung-Ratten ihre tägliche Dröhnung, sagt Ilene Bernstein, Psychologie-Professorin an der Uni of Washington, die mit Kollegen erforschte, welche Folgen der Alkoholmissbrauch in der Jugend hat.
Dazu ließen die Forscher zwanzig Tage danach Alk-Ratten und abstinent gehaltene zu einem Test antreten. Die inzwischen erwachsenen Ratten hatten die Wahl zwischen zwei Knöpfen: Der eine versorgte sie mit zwei Zuckerstücken, der andere mit vier oder mit gar keinem, wobei das Verhältnis von 75 Prozent Zucker am ersten Tag auf 50 Prozent am zweiten und 25 Prozent am dritten abnahm.
Wie die Psychologen und Neurobiologen im Fachblatt PNAS (online) berichten, entschieden sich die Alk-Ratten in jedem Fall für den Risikoknopf. Die Nager ohne Alkoholvergangenheit adaptierten ihre Entscheidungen hingegen perfekt. Drei Monate später wurde der Test mit anderen Tieren wiederholt, das Ergebnis blieb gleich.
Die Conclusio der Forscher: Alkoholkonsum in der Jugend kann bestimmte Hirnregionen dauerhaft schädigen - und späteres Suchtverhalten stark begünstigen. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 22. 9. 2009)