Blutkonserven unter Kontrolle

23. September 2009, 18:00
  • Artikelbild
    foto: siemens

    Ein RFID-Chip begleitet die Blutkonserve vom Spender bis zum Patienten.

Ein System, das Blutspenden mit Hilfe von RFID-Chips lückenlos überwacht, sorgt dafür, dass weit weniger Spenderblut als bisher entsorgt werden muss

Zwischen zwei und sechs Prozent der Blutkonserven - der Wert hängt von der Art der Konserve ab - müssen entsorgt werden. Die Gründe sind unterbrochene Kühlketten, unklare Dokumentation und abgelaufene Haltbarkeit.

Eine lückenlose Dokumentation von Blutspenden könnte diese Verwurfsrate um 20 bis 40 Prozent verringern und dadurch über eine Million Euro pro Jahr einsparen, schätzte das österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) in einer Studie für Siemens. Derzeit werden die kostbaren Blutbeutel überwiegend manuell mit Laufzetteln überwacht. Das soll sich ändern.

Herausforderung Zentrifuge

Der Weg einer Blutspende geht vom Blutspendedienst über den Blutbeutelhersteller zu zentralen Blutdepots und endet beim Patienten. In Zukunft können RFID-Chips bereits bei der Blutspende am Beutel befestigt werden und von da an alle Verarbeitungsschritte mitmachen. Die größte technische Herausforderung besteht darin, den Chip gegen die starken Kräfte in Zentrifugen zu schützen. Dort wirkt auf ihn die bis zu 5000-fache Erdbeschleunigung - etwa 1500 Kilo.

Ein eigens entwickeltes Gehäuse stellt sicher, dass der RFID-Chip dies unbeschadet übersteht. Ein Mikrocontroller speichert bis zu 30.000 Messwerte des integrierten Temperatursensors und zeichnet den Temperaturverlauf lückenlos auf. Die Daten können über ein funkbasiertes Lesegerät abgerufen werden. 

In den Pilotprojekten dieses Siemens-Systems wird die IT aller Partner integriert. Jede Stelle kann die Daten des Blutbeutels im eigenen System dokumentieren und die eigenen Daten auf den Chip übertragen. 

  • Neues aus der Materialküche [1]

    TitelbildKohlenstoffatome in Form eines Fußballs gemischt mit Aluminium ergeben ein sehr leichtes, stabiles Material, das viele Anlagen leistungsfähiger und effizienter machen kann

  • Sparsamer Hybrid [11]

    TitelbildWenn es ums Treibstoffsparen geht, kommt es auch aufs Getriebe an - Ein neues stufenloses Getriebe spart bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen bis zu 80 Prozent Kraftstoff

  • Verjüngungskur für Kraftwerke

    TitelbildTurbinen zu verbessern reicht nicht, wenn die Effizienz von Kraftwerken gesteigert werden soll - Auch die Generatoren müssen sich einer Verjüngungskur unterziehen - Nanotechnik hilft dabei

  • Schienen schonen

    TitelbildMit neuen Simulationsmodellen arbeitet das Grazer Forschungszentrum Virtual Vehicle daran, die Kontakte zwischen Zügen und Gleisen reibungsarm zu gestalten

  • Trinkbar? [4]

    TitelbildEin neues, tragbares Laborsystem kann in einer halben Stunde bis zu 25 Substanzen im Wasser identifizieren - Das Gerät könnte die Wasserqualität bei humanitären Einsätzen überprüfen

  • Neue Einblicke [1]

    TitelbildDas gute, alte Röntgen hat mehr zu bieten: Mit Phasenkontrasttechnik könnten auch Muskeln, Sehnen oder verändertes Gewebe bis ins Detail sichtbar werden

  • Coole LEDs für große Lampen [5]

    Titelbild80 weiße LEDs auf kleinstem Raum ergeben eine energiesparende Lampe für Straßen oder Hallen, die allerdings gekühlt werden muss - Ein US-Unternehmen hat die Lösung

  • Mit Kraftwerken besser fahren

    TitelbildEin neues Analyseverfahren kann mit relativ wenig Aufwand die Qualität von Kohle ermitteln - Ein Wissen, mit dem Kraftwerke effizienter betrieben werden können

  • Das Meer kann mehr [18]

    TitelbildWie Windturbinen im Wasser sehen Geräte aus, die Meeresströmungen zur Stromerzeugung nutzen. Allerdings ist der Wirkungsgrad viel höher und die Stromanlieferung berechenbarer

  • Mach mal Pause

    TitelbildWeil vermeiden nicht so einfach ist, wäre es gut, wenn wir wie die Pflanzen bei der Photosynthese Kohlendioxid nutzen könnten

  • Mach mal Pause

    TitelbildEin neues Modul sorgt dafür, dass das Zusammenspiel von Maschinen in der Industrie beim Neustart nicht gestört wird

  • Die Kleinen kommen [1]

    TitelbildVereint zu virtuellen Kraftwerken können auch Photozellen auf unseren Hausdächern, Windräder oder kleine Wasserkraftwerke im großen Stromgeschäft mitspielen und erneuerbare Energie einbringen

  • Sicher im Tunnel

    TitelbildHeiß gelaufene Bremsen, Gefahrengut geladen: Wenn es im Tunnel brennt, ist es zu spät - Neue Techniken melden Risiken vor der Einfahrt, damit im Ernstfall auch die Feuerwehr vorbereitet ist

  • Wenn Autos und Ampeln kommunizieren [1]

    TitelbildMit einer besseren Vernetzung von Autos miteinander und mit Ampelanlagen oder Hinweisschildern soll der Straßenverkehr effizienter werden

  • Sonnen besser ausnützen [4]

    TitelbildDer Wirkungsgrad von solarthermischen Kraftwerken, die mit Parabolspiegeln arbeiten, lässt sich mit neu entwickelten Receiverrohren steigern

  • Es geht um Details

    TitelbildHochfeld-Magnetresonanztomographen geben nach Sportverletzungen präzise Informationen über Knorpelgewebe und garantieren so eine optimale Behandlung

  • Strom gesichert [1]

    TitelbildIm vergangenen Jahr hätte ein Internet-Angriff beinahe einen USA-weiten Stromausfall verursacht - Nun schützt eine neu entwickelte Technik das amerikanische Netz

  • Sensible Zellen

    TitelbildLebende Sensoren nutzen Zellen als Indikationsmittel für Schadstoffe - Sie werden auf einen Siliziumchip aufgebracht und von einem Prozessor überprüft

  • Perfekter Ersatz

    TitelbildImplantate stellen hohe Anforderungen an die Produktion, denn die haltbaren Materialien sind schwer zu bearbeiten

  • Power für das Elektroauto [1]

    TitelbildDerzeit wird mit Hochdruck an Technologien für die Einbindung von Elektroautos in das öffentliche Stromnetz gearbeitet - Besonders Dänemark ist engagiert

  • Avatare als Versuchskaninchen

    TitelbildAuch die menschliche Biologie lässt sich virtuell nachbauen - In Zukunft wird vielleicht ein elektronischer Avatar für uns die Wirkung von Medikamenten testen

  • Real im virtuellen Meeting

    TitelbildEin gemeinsamer Hintergrund ist der Schlüssel zur Illusion, dass alle Teilnehmer eines Meetings am gleichen Ort sind - Eine neue Software sorgt dafür

  • Wetterfühlige Gebäude

    TitelbildEine auf das Wetter abgestimmte Regelung der Gebäudetechnik verhindert, dass unnötig geheizt oder gekühlt wird, und spart bis zu einem Drittel an Energiekosten

  • Blitzschnell belichtet

    TitelbildDie weltweit schnellste LED-Blitzlampe mit Belichtungszeiten von 0,3 Millionstel Sekunden kann Fertigungsabläufe in der Industrie direkt überwachen

  • Präzises Kameraauge [1]

    TitelbildEin neues Kamerasystem erkennt Nummernschilder von Autos in bis zu 35 Metern Entfernung und bei Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern

birka
00
24.9.2009, 20:16

"Ein System, das Blutspenden mit Hilfe von RFID-Chips lückenlos überwacht, sorgt dafür, dass..."

Das Interessante an dem System ist doch der Mikrocontroller und nicht der RFID-Chip?

Außerdem:
"Die größte technische Herausforderung besteht darin, den [RFID]Chip gegen die starken Kräfte in Zentrifugen zu schützen. Dort wirkt auf ihn die bis zu 5000-fache Erdbeschleunigung - etwa 1500 Kilo."

Der RFID-Chip wird ja wohl keine 300 Gramm schwer sein sondern bestenfalls der Mikrocontroller!?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.