Neue Erkenntnisse

Aspirin schützt vor Karzinomen

21. September 2009, 11:48

Hoffnung: antientzündliche Medikamente könnten Krebs verhindern helfen - Früherkennung mit Bluttests

Berlin - Krebsprävention mittels der seit mehr als 100 Jahren als Antirheumatikum, Schmerzmittel und Gerinnungshemmer eingesetzten Acetylsalicylsäure (ASS; "Aspirin"): Schon seit langem hat man beobachtet, dass Personen, die ständig ASS einnehmen, zum Beispiel seltener an Dickdarmkarzinomen erkranken.

Konkrete Forschunsergebnisse dazu wurden nun beim Europäischen Krebskongress (ECCO/ESMO, bis 24. September) in Berlin präsentiert: Zweimal täglich je 300 Milligramm Aspirin halbieren die Häufigkeit von Dickdarm- oder Gebärmutterschleimhautkarzinomen bei Personen, die aufgrund einer vererbbaren Genmutation ein drastisch erhöhtes Risiko für diese Krankheiten aufweisen.

ASS halbierte Dickdarmkarzinomhäufigkeit

Der Brite John Burn und ein internationales Team haben zunächst genetisch Hochrisikopatienten identifiziert - rund 1.000 Personen, die eine Genmutation hatten. Sie erkranken zu einem sehr hohen Prozentsatz und sehr schnell an Dickdarm- oder Endometriumkarzinomen. Die Probanden erhielten daraufhin entweder täglich 600 Milligramm ASS in zwei Dosen oder ein Placebo. Zunächst gab es eine Niederlage für die Wissenschafter. Nach 29 Monaten zeigte sich kein Unterschied.

Erfolg erst nach drei Jahren

Doch bei einer Nachbeobachtung von 711 Probanden zeigten enorme Unterschiede: Bei ihnen kam es zu 52 Dickdarmkarzinom-Erkrankungen. 17 davon wurden in der Gruppe der Personen registriert, die ASS einnahmen, 35 hingegen bei den Probanden, welche keine Acetylsalicylsäure bekommen hatten. Burn: "ASS halbiert die Dickdarmkarzinomhäufigkeit ab einer Behandlungsdauer von rund drei Jahren. Dieser Effekt dauert dann mindestens fünf Jahre an." Dies könnte den Forschungen, die darauf abzielen, durch antientzündliche Medikamente auch Krebs zu verhindern, neuen Aufschwung verleihen.

Bluttests zur Früherkennung

Zwei neue Bluttests können außerdem die Früherkennung von Dickdarmkarzinomen verbessern. Präsentiert wurden solche Labor-Untersuchungsmethoden, die auf den neuesten molekularbiologischen Erkenntnissen basieren. Die Genauigkeit ist bereits relativ hoch.Eine Studie mit 7.000 Probenden soll nun noch genauere Ergebnisse liefern. (APA/red)

monella laputa
01
22.9.2009, 09:22
wurde auch

untersucht wieviele Aspirinnutzer Magenprobleme/geschwüre hatten

presonic
00
22.9.2009, 17:10

oder magenkrebs?

presonic
00
21.9.2009, 21:07

ich hoffe, man hat die 17 bzw. 35 leute nicht nur auf aspirin hin untersucht!

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