Mit Paragrafen und Zahlen hoch hinaus

Maria Kapeller, 22. September 2009, 14:56
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    In der firmeneigenen Bibliothek versorgt sich Lukas Bernwieser häufig mit Gesetzestexten, Steuererlässen und Literaturmeinungen.

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    Das Interpretieren von Gesetzestextn will gelernt sein. Auch Steuererlässe werden in die Klärung von Sachverhalten miteinbezogen.

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    Häufig rufen Kunden an, um sich Auskunft über steuerliche Fragen zu holen.

Karriere im Business-Tower hoch über Wien - Absolventen des Studiums Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen sind gefragt

Wien-Kaisermühlen, im 16. Stockwerk des 162 Meter hohen IZD-Towers. Durch die Glasfassade schweift der Blick über die Alte Donau, Parks und Wohnhäuser. Lukas Bernwieser, 24 Jahre alt, Anzug und Krawatte, betritt den Raum. In der einen Hand das Steuergesetzbuch und einen Kodex mit Steuererlässen, in der anderen das Handy. "Die beiden Bücher brauche ich, wenn mich ein Klient anruft", erklärt er. Der Absolvent des Studiengangs "Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen" der Fachhochschule Wien ist seit kurzem beim Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen Ernst & Young tätig. "Es gibt selten einen Sachverhalt, der eindeutig ist", erklärt Bernwieser, warum Steuergesetz und Steuererlässe in seiner Arbeit unverzichtbar seien.

Steuerberatung bei Fusionen und Übernahmen

Als Assistent der Abteilung "Transaction Tax" ist der 24-Jährige für die Betrachtung der steuerlichen Seite von Transaktionen zuständig. Konkret heißt das: "Wenn beispielsweise eine Gesellschaft ein anderes Unternehmen übernimmt, prüfe ich dieses Vorhaben auf steuerliche Risiken und informiere meine Klienten darüber", erklärt Bernwieser, der im Juni sein Studium beendet hat.

Die Phase der Jobsuche hat der er mehr oder weniger übersprungen: Die Fachhochschule arbeitet intensiv mit Firmen zusammen, es gibt unter anderem ein "Recruiting Forum". Dabei suchen sich die Unternehmen anhand von Lebensläufen zehn Studenten aus, die sie näher kennen lernen möchten. Bernwieser war gerade erst vor zwei Wochen von seinem Praktikum in New York zurückgekehrt, als es auf diesem Weg mit Ernst & Young klappte. Auch seine Studienkollegen hätten sich bei der Jobsuche leicht getan, "weil wir sehr universell einsetzbar sind."

Teures Leben im „Big Apple"

Das Praktikum in New York dauerte rund sechs Monate. Bernwieser war dort zuständig, kleinere Unternehmen und Non-Profit-Organisationen für die Steuerprüfung vorzubereiten. "Das war eine sehr stressige Zeit, weil die Krise gerade ausgebrochen war und die meisten Firmen beschlossen, jeden Cent zwei Mal umzudrehen", erzählt er. Eine Mittagspause kenne man in den USA nicht wirklich, außerdem habe er nebenbei an seiner Diplomarbeit geschrieben. Hinzu kam, dass das Leben im "Big Apple" sehr teuer ist. New York sei aber "die unglaublichste Stadt, die ich mir vorstellen kann." Er könnte sich daher gut vorstellen, später einmal für den "Austrian Desk" von Ernst & Young eine Zeit lang dorthin zu gehen.

Lehrende aus der Wirtschaft

Für Bernwieser war nach der HAK-Matura immer klar, dass er einen wirtschaftlichen Beruf ergreifen wollte. "Ich habe neben der Schule in der Buchhaltung der Firma meines Vaters gearbeitet, wo mir klar wurde, dass ich in die Steuerberatung gehen möchte", so der FH-Absolvent. Das konkreteste Studium in diese Richtung sei Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen gewesen.

Schon während des Studiums steht ein hoher Praxisbezug im Vordergrund: Einerseits gibt es Projekte in Kooperation mit Unternehmen. Andererseits kommen viele der Lehrenden selbst aus der Wirtschaft. "Man hat immer Leute, die gerade von Klienten kommen. Man lässt sich nicht nur berieseln, sondern lernt auch die praktische Seite kennen", sagt Bernwieser. Das Studium sei zwar ohne Weiteres auch mit AHS-Matura zu schaffen, es sei aber "nicht schlecht" von der HAK zu kommen. 

Die richtige Interpretation von Gesetzestexten

In seinem Job arbeitet Bernwieser viel mit Gesetzestexten, Richtlinien und Literaturmeinungen aus dem Steuerrecht. Am besten sei es, bei der Beurteilung steuerlicher Risiken von Übernahmen oder Fusionen jeweils alle drei Komponenten mit einzubeziehen. "Am Anfang, als ich in der Buchhaltung meines Vaters gearbeitet habe, waren Gesetzestexte eher abschreckend für mich", erzählt der 24-Jährige. "Jetzt weiß ich aber, wo ich was nachschlagen muss, alles ist viel klarer. Es hat eine Logik, wie die Gesetze ineinandergreifen. Wenn man diese Logik erkennt, macht es viel Spaß." Als Berufseinsteiger sei er gerade dabei, von seinen Vorgesetzten die richtige Interpretation von Texten zu lernen. Das Schwierige dabei? Es sei problematisch, zu absolute Aussagen zu treffen - denn es gebe immer auch Argumente, die dagegen sprechen würden.

Jedem, der etwas in diese Richtung studiert - "ganz egal, ob Uni oder FH" - rät Bernwieser, nebenbei Praxis zu sammeln. Er selbst hat neben dem Studium in der Buchhaltung der Firma seines Vaters weitergearbeitet und später auch Erfahrung in anderen Kanzleien gesammelt. "Oft hört man sich in einer Vorlesung ein komplexes Themengebiet an, das in der praktischen Anwendung viel leichter zu verstehen ist", sagt er. (Maria Kapeller, derStandard.at, 22.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
1337 camp0r
00
27.10.2009, 22:18
Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen

ein aufgeblähtes system das zu wissenschaft sich empor-kompleziert hat - dass durch seinen detailreichtum versucht den wissenden/besserverdienern/betrieben genug schlupflöcher zu bieten, dass sie sich ihr knödel von der steuer rausretten können.

machts lieber werbung für einen sozialberuf wo die menschen ein BEDÜRNISS haben. die menschen vereinsamen, entzweit von ihren gefühlen, entfernt von der natur - und wir machen werbung damit man noch einen weiteren steuer jongleur für betriebe macht - haut euch über die häuser damit. danke.

ja, die FH kann nichts fürs system - aber die waffenfirma ist auch nicht ganz unschuldig and den morden, sag ich mal.

GreyPaladin
22
23.9.2009, 14:43

Lustig das hier leute jemanden vorwerfen sich mit etwas zu beschäftigen das ihm/ihr Spaß macht.

Q.E.D.
02
23.9.2009, 16:14
darum gehts

für mich gar nicht. FHs sind mehr als sinnvoll, der markt soll entscheiden ob er uni oder fh-absolventen bzw eine bestimmte studienrichtung will. und es ist auch in ordnung wenn die institutionen werbung machen. nur sollte das gekennzeichnet sein, ausserdem sind text und fotos etwas plump.

GreyPaladin
21
23.9.2009, 17:06

Ähm. Ich hab dich mit deinem Beitrag sicher auch nicht gemeint, immerhin gibts hier noch 33 andere beiträge ;)

Q.E.D.
01
23.9.2009, 14:34
und ich

mach jetzt noch den netzwerkadministrator!

http://www.youtube.com/watch?v=-d184-4poug

SOKO "Most": Taubenabwehr u.Tierschützerbekämpfung
04
23.9.2009, 09:11
Also, alle, die die Endstation "Teletubbie" in direkter Luftlinie erreichen wollen,


dürfen sich gleich mal für dieses Studium - oder in Gugging - einschreiben.

MontyBurnes
08
23.9.2009, 08:42

... angezogen ist er trotzdem wie ein INKU-Fachberater! Wer redet den Menschen nur immer diese bunten Hemden ein?

stefan81
02
23.9.2009, 08:59

stil kann man sich nicht kaufen.

papa_ratzi
02
23.9.2009, 00:49

Schleichwerbung der WKO? Einfach was mit Wirtschaft oder Recht oder beidem studieren, am besten nur den Bachelor und dann gleich nach dem Praktikum in N.Y. in ein junges, dynamisches Team einsteigen und an seinem Aufstieg weiterbasteln.
Klingt mindestens so überzeugend, wie die Humboldt-Werbung: Achtung, denkfreie Zone!

Cikko
 
04
23.9.2009, 00:28
Petzner 2.0 ?

amhgaw
02
23.9.2009, 00:24

wenn er einmal groß ist, wird ihm hoffentlich der firmungsanzug passen....

irreregulaer uno
32
22.9.2009, 23:44
neid

fast schon peinlich was einige hier posten; aus reinen neidmotiven und ohne hintergrundwissen so viel blödsinn zu schreiben ist sensationell.
ich habe bisher nur positive erfahrungen mit absolventen dieses FH studienganges gemacht und finde auch diesen jungen mann sehr erfrischend mit high potential.

Bulkhead
03
22.9.2009, 23:13
FH hier, FH da

Nix gegen FH Ausbildung aber eines würde ich gerne mal sehen:

Eine Absolventenstudie über die ganzen FH Studiengänge wo angeblich fast jede/r sofort unterkommt.

- Wie viele der Absolventen haben wie schnell einen Job gefunden?
- fachspezifisch?
- Gehalt?

Es mag grundlos sein aber ich bin sehr misstrauisch was das angeht. Falls jemand sogar einen entsprechenden Link zur Hand hat immer nur her damit.

superseb
11
23.9.2009, 00:33

je mehr fach.d.e.p.p.e.n am markt sind umso billiger können die unternehmen diese leute einstellen.

secundus
02
22.9.2009, 23:07
ich muss gleich brechen

wie unwürdig.

Charybdis
34
22.9.2009, 22:23
ein spiegelbild der österreichischen gesellschaft...

...sind die ansichten in diesem forum, an dummheit eigentlich kaum zu überbieten, weiters auch voller vorurteile. langweilige tätigkeit, fachidiot, eingeschränkt - die, die hier solchen schwachsinn von sich geben sind natürlich alles weise, hochintelligente genies, die tolle jobs haben, die tollsten studien absolviert haben, und überhaupt hauptsache gerade einmal messer und gabel richtig halten können. wenn dem jungen mann - mag er sympathisch sein oder nicht - seine tätigkeit und ausbildung gefällt, so soll er sie machen, er wird anscheinend glücklich damit. jene, die sich abfällig über den herrn äußern, sollten sich zunächst mal gedanken über sich selbst machen, und nicht geistigen schrott von sich geben.

Management Quatscher
011
22.9.2009, 21:33

Immer wenn Berufe als "die Zukunft" betitelt werden, gibt es 3 Jahre später ein derartiges Überangebot an Absolventen, dass alle die Händ überm Kopf zusammenschlagen und gemeinsam rufen "jessas, warum ham´s den das studiert, wir werden mit Bewerbungen zugeschüttet, warum ham´s den nicht Studium xy gewählt, das ist die Zukunft"

Vochomurka
10
23.9.2009, 19:34
die formel ist aber recht einfach

Es gibt zwei Variablen:
1. Gibt es nach einem Studium AUSREICHEND Nachfrage am Markt und ist es halbwegs wahrscheinlich dass es in 4-5 Jahren auch noch Nachfrage gibt?
2. Oeffnen sich mir mit dem Studium Tueren in die Privatwirtschaft oder bin ich auf den Staat angewiesen (Lehrer, Arzt) und habe somit ein lebenslanges Armutsgeluebde abgelegt?
3. Habe ich eine FERTIGKEIT gelernt oder WEISS ich nur halbwegs ueber etwas bescheid? Sprich - kann ich was TUN oder nur REDEN?

Wenn die Antworten lauten ja/Privatwirtschaft/Fertigkeit, dann hat das studium zukunft.
1. schliesst studien wie philosophie und sprachen aus
2. schliesst studien wie medizin und lehramtsstudien aus
3. schliesst studien wie soziologie, germanistik, kunstgeschichte aus

Management Quatscher
01
23.9.2009, 21:59

Prinzipiell ja - nur das mit dem lebenslangen Armutsgelübde bei Ärzten bestreite ich.

Ärzte stehen laut Rechnungshof-Einkommensstatistik mit weitem Abstand an der Spitze der Einkommenspyramide.

1337 camp0r
00
27.10.2009, 22:09
bin kein arzt - aber die sind kein gutes beispiel

aber die haben sichernicht ein pro gearbeiteter stunde arbeitslohn einen spitzen verdienst. dass ein primar der 11h pro tag operiert viel verdient - sei ihm gegönnt - ebenso der praktische Arzt der 2 ordinationen hat, im spital hackelt und noch schul/betriebsarzt ist. aber abesehen von diesen die dann ins burnout rennen ....

Vochomurka
10
24.9.2009, 10:33
echt?

Das wundert mich aber. Vielleicht diejenigen, die eine Privatpraxis haben, aber das Gros der Kassen- und Klinikaerzte wird sicher nicht mehr verdienen als gleichaltrige Manager in der Privatwirtschaft.
Aber "Armutsgeluebde" ist bei Aerzten sicher uebertrieben, da haben Sie schon recht.

buff flyer
03
23.9.2009, 11:07
das ist der sogenannte schweinezyklus

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
59
22.9.2009, 20:17

bestätigt wieder mal eindrucksvoll, was absolventen solcher "studien"richtungen doch für grindige, schleimige sesselfurzer sind.

stefan81
13
23.9.2009, 09:02

was studieren sie? irgendein minderleisterstudium an der hauptuni? oder machens was soziales mit menschen und so? lassens doch die leute studieren was sie wollen. die einen wollen eben karriere machen, die anderen nicht. jeder wie er meint.

Phryx Sodalis
00
24.9.2009, 16:38

Du siehst doch, dass er etwas Naturwissenschaftliches macht, sein Nick weist dezent darauf hin. Wenn er könnte, würde er aufstehen und laut schreien: ich, ich, ich...

Wobei ich die Qualität dieser FH nicht kenne und daher nicht beurteilen möchte.

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