SPÖ

"Stehen unter Schock"

20. September 2009, 17:59
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    foto: apa

    Faymann ist "traurig", wie er in einer ersten Stellungnahme sagte.

Kanzler Faymann "traurig" über "eindeutiges Minus" - Kräuter: Keine Konsequenzen für die Bundespolitik

Die SPÖ ist heute eine ihrer größten Niederlagen in ihrer Geschichte eingefahren. Damit muss der Bregenzer Spitzenkandidat Michael Ritsch (41) wohl ab sofort unter dem Titel "roter Minusmann" leben: "Das tut weh, auch persönlich" Seine Sozialdemokraten blieben bei der Vorarlberger Landtagswahl noch hinter allen ohnehin schon düsteren Prognosen zurück und wurden nur Vierte. Einen Rücktritt schloss Ritsch am Wahlabend nicht aus.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Franz Lutz erklärte gar fassungslos in seiner ersten Stellungnahme: "Für uns ist das Ergebnis ein Schock. Wir stehen unter Schock!" Es sei "eine ganz, ganz schmerzliche Niederlage", so Lutz. "Es gilt jetzt klaren Kopf zu bewahren und morgen die richtigen Schlüsse zu ziehen". Die für heute abend geplante Wahlfeier wurde jedenfalls bereits abgesagt.

Faymann "traurig" über "eindeutiges Minus"

Der SPÖ-Vorsitzende und Bundeskanzler Werner Faymann hat zum "eindeutigen Minus" seiner Partei gesagt, es gebe nichts zu beschönigen. "Wenn man Wahlen verliert, ist man immer traurig." Zugleich betonte er, dass Landtagswahlen nicht mit Nationalratswahlen zu vergleichen seien.

Die SPÖ sei in Vorarlberg in einer besonders schwierigen Situation - weil ohne Regierungsbeteiligung - gewesen, zumal die Wähler in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf den regierenden Landeshauptmann setzen würden, so Faymann. Er war außerdem der Ansicht, dass die Attacke der Vorarlberger FPÖ gegen den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy, sowohl ÖVP als auch FPÖ genützt habe: Sausgruber habe das Polarisierungspotenzial zudem sofort erkannt und mit seiner Reaktion gegen die FPÖ das Überraschungsmoment genutzt.

Keine Konsequenzen für die Bundespolitik

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht trotz des Debakels seiner Partei keine Konsequenzen für die Bundespolitik: "Die Politik von Werner Faymann hat überhaupt nichts zu tun mit der Landtagswahl in Vorarlberg." Vorarlberg stellt für Kräuter sichtlich einen Spezialfall dar: "Im Ländle ticken die Uhren schon anders." Der steirische Landeshauptmann Franz Voves wollte das schlechte Ergebnis der Sozialdemokraten gar nicht erst kommentieren. Genauso wie die niederösterreichische SPÖ ("Das ist Bundessache") und die Wiener SPÖ. Man wolle Bundesländer-Ergebnisse von Wien aus nicht kommentieren, sagte lediglich ein Klubsprecher.

SPÖ weiter auf der Verliererstraße

Mit dem Ergebnis dieser Wahl bleibt die SPÖ weiterhin auf der Verliererstraße. Nach der EU- und der Kärnten-Wahl brachte die Vorarlberg-Wahl das dritte große Wahldebakel seit dem Wechsel zu Parteichef Werner Faymann im Vorjahr. Vom Wahlziel, den 2004 erreichten zweiten Platz vor der FPÖ zu verteidigen, war keine Rede mehr. Die Roten rutschen um gleich zwei Ränge auch hinter die Grünen zurück. Bergab geht es mit den Sozialdemokraten schon seit dem Wiedereintritt in die Bundesregierung nach der Wahl 2006. Das bisher letzte Plus im Stimmenanteil schafften die Roten bei der Wien-Wahl 2005.

Die Bilanz für die SPÖ lautet: Das schlechteste Landtagswahlergebnis seit 1945 und der zweitgrößte Wählerverlust der letzten Jahre. Fast 29 Prozent Prozent der Wähler verabschiedeten sich heute (nach dem vorläufigen Endergebnis) von den Sozialdemokraten. Das waren nur etwas weniger als die 30,6 Prozent im Vorjahr in Tirol. Bei den beiden März-Wahlen im heurigen Jahr lief es etwas besser: In Kärnten verlor die SPÖ nicht ganz ein Fünftel, in Salzburg "nur" etwas mehr als ein Zehntel der früheren Stimmen - wobei sie in Salzburg immerhin den ersten Platz verteidigen konnte.

Die gelang der SPÖ auch bei der Nationalratswahl im vorigen Herbst - aber nur, weil die ÖVP noch schlechter abschnitt. Denn damals fiel die SPÖ erstmals bei Bundeswahlen unter die 30-Prozent-Marke. Zu einem Debakel geriet die EU-Wahl im Juni, wo es mit 23,7 Prozent das schlechteste Ergebnis und den größten Verlust setzte, den die SPÖ je bei Bundeswahlen erlitt.

Den bisher letzten Zuwachs im Stimmenanteil gab es 2005 in Wien - wo spätestens in rund einem Jahr der nächste Urnengang ansteht. Einen wirklichen Wählerzuwachs (auch in absoluten Zahlen) hatte es kurz davor noch im Burgenland gegeben. (APA)

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Gerhard Schwarz
 
04
21.9.2009, 23:24

Über Gusenbauer hab ich mich noch aufgeregt.
Zu Faymann fällt mir nichts mehr ein.

Der Küchenchef empfiehlt heute:
03
21.9.2009, 22:24
Der Typ ist komplett irre, dieser Faymann.

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
05
21.9.2009, 18:45
Die SPÖ wird noch ihr blaues Wunder erleben!

Wer Sozialität Predigt aber dem Kapitalismus Huldigt
der wird seine gerechte Strafe erhalten!

Killbill2
00
21.9.2009, 18:25
Kampfgeist?

Lucky Lubner
03
21.9.2009, 15:58
eine in die Jahre gekommene Sozialbewegung ...

hat von Haus aus das Problem, dass sie schon durch das relative ERRECHEN IHRER WOHLSTANDSZIELE IHRE WÄHLER ZWANGSLÄUFIG VERLIERT, denn diese werden als "begütertes Proletariat" und "situierter Mittelstand" immer konservativer wenn nicht gar staatsmachtheischender (= faschistoider)!
Diese Tatsache bestätigen die ver- und behindernden Gewerkschaftler, als auch die Kraft ihres Obrigkeitsdenken völlig desorientierten Ich-geh-den-Weg-durch-die-Institutionen Politikusse!
Meine Ansicht zur SPÖ? Keine Chance! Ende!
(Bin schon auf die Deutschlandwahl nächstes WE gespannt!)

GRohnePunkte
03
21.9.2009, 17:29
Da steckt viel Wahrheit in dieser Aussage ...

... und man müsste - gäbe es nicht die Dialektik - als Sozialdemokrat tatsächlich den Kopf schon tief in den Sand stecken. Da aber auf die Dialektik Verlass ist wäre die SPÖ gut beraten aus ihrer eigenen Geschichte zu lernen und genau das wieder parteiintern aufzubauen was sie seit der Ära Kreisky Stück für Stück zerstört haben: Den Kontakt zu den Menschen. Jene "Familie" sein an die sich Menschen ohne viel Geld wenden können wenn sie ein Problem haben.

Die Zeiten werden immer schlechter und diese Chance muss die SPÖ nützen. Sonst wird dieses von der SPÖ hinterlassene Vakuum von den radikalen Extremisten mit den "einfachen Antworten" und dem "starken Mann" besetzt (Ist in der Geschichte dieses Landes nachzulesen).

Mehrwolf
07
21.9.2009, 14:01
Kräuter: Keine Konsequenzen für die Bundespolitik

Damit dürfte der Grundstein für weitere Verluste in OÖ, Wien und in weiterer Folge bei den nächsten NR-Wahlen schon gelegt sein.

venere nera
22
21.9.2009, 13:40

das haben die superschlauen davon, den gusi gefeuert zu haben den einzigen mit verstand in dieser partei!

Gerhard Schwarz
 
00
23.9.2009, 00:44

...nachdem vorher Gusenbauer die Engagierten rausgedrängt hat. Sein Verhalten nach der NR.Wahl 2006 hat tausende auf immer vertrieben. Nachdem er seine eigenen Wahlhelfer als "linksradikale Chaoten" beschimpft hat sind eben die meisten gegangen. Und kommen nicht wieder.

GoodieGoodie
21
21.9.2009, 12:26

Die SPÖ darf sich bei Frau Schmied bedanken!

TscheA einimÖlmagnat
06
21.9.2009, 12:49
wir uns auch

wer braucht schon diesen roten Blinddarm der ÖVP?

Wir brauchen eine neue, linke Partei.

Gerhard Schwarz
 
00
23.9.2009, 00:46

Stimmt historisch. Aber die Rahmenbedingungen fehlen. Volutaristische Aktivitäten wie das "Linksprojekt" sind im Sektierertum untergegangen.

For the Advancement of the free mind...
01
21.9.2009, 23:42

Das sind eh alle...

Majestix
 
46
21.9.2009, 15:08
Die Linke - gibts schon - nennt sich KPÖ

und weil der Kommunismus so toll ist und die Menschen drauf abfahren, könnts euch schon Baumaterial herrichten - falls euch die Leute davonlaufen sollten - wegen der Mauer, verstehst?

Gerhard Schwarz
 
00
23.9.2009, 00:48

Die KPÖ hat ihre Zukunft schon längst hinter sich - spätestens 1968 hat sie die endgültig verspielt. der Rest Ihres statements ist antikommunistisches Geschwafel.

no ja
010
21.9.2009, 11:43
Völker hört die Signale

nur die Perteispitze hört sie nicht, die sitzens aus, bis zum letzten Prozent.
Wahlslogan der SPOE im Jahre 2020: lasst endlich die 5%Klausel fallen

mikromalist
 
01
21.9.2009, 11:32
Faymann == Beck.

Ein Parteiführer brauchte nur in alle Richtungen konturlos, unverbindlich, anpassungsfähig, biegsam, smart, ... sein mein(t)en beide.
Letztlich bleibt ihnen nur mehr "traurig" zu sein. Nicht so sehr, weil sie Ihre Parteien an den Rand des Abgrundes, ... sonder persönlich, ja persönlich.
Wähler nehmen vie zu wenig Rücksicht auf die persönlichen Schicksale.
Die Zukunft? Rudas == Nahles? Eine schreckliche Perspektive.

also dann ...
00
22.9.2009, 00:25
stimmt : beck ... ohne bart !

werwolfi
01
21.9.2009, 11:24

es steht zu befürchen, dass dieser schock so wenig heilsam sein wird, wie alle zuvor in den letzten jahren...

Marquis
012
21.9.2009, 11:23
Der große Schock kommt nach der Wiener Wahl

Die SPÖ kann noch hundertmal beteuern, dass sie mit den Blauen nicht ins Bett steigen wird- ihre eigenen Wähler werden trotzdem Blau wählen. In wirtschaftliche schwierige Zeiten wird immer auf die Minderheiten eingeschlagen, auch seitens der MigrantInnen selbst.

Mein Tipp endlich die Realitätsverweigerung aufgeben und Realpolitik machen. Höhere Steuern aufs Kapital und die Arbeit entlasten!

Gerhard Schwarz
 
00
23.9.2009, 00:50

Marquis: stimme völlig zu. Stattdessen brüstet sich die SPÖ den ÖVP-Vorschlag des "einkommensabhängigen Kindergeldes" verwirklicht zu haben: Arme kriegen wenig, Reiche kriegen viel. Ein Wahnsinn.

Schljapnikow der IV
04
21.9.2009, 11:20

das ist doch reiner zufall. die spö wählerInnen gingen einfach nicht zur wahl, weil das wetter so schön war und man lieber wandern ging.

bundespolitische trends sind nicht abzulesen. wie bei den letzten sechs wahlen.

New Hampshire
03
21.9.2009, 11:18
Finster wird's im linken Lager

Nach der niederösterreichischen Landes-SPÖ vor einem Jahr, ist nun auch die zweite Landesorganisation in den Himmel gegangen; sprich ist ab sofort quasi inexistent.

Mit 10 % ist man eine Kleinpartei liebe Sozialdemokraten - bitte jetzt mal aufwachen und die Realitäten anerkennen, mit einer ordenlichen Portion Rückbesinnung auf die Werte, die ihr mal vertreten habt, wird's vielleicht wieder besser!
Mit dem Faymann-Kurs gibt's überall solche Abstürze.

luis trew
03
21.9.2009, 11:14
Arbeiter sterben aus

Das Klientel, das die SPÖ anzusprechen versucht, gibt eben keine Mehrheiten mehr her.

Das Land besteht ja (Gott sei Dank) nicht nur aus Mindestrentnern und Minderverdienern.

Gerade in der sog. Mittelschicht denken viel mehr links, als die SPÖ glaubt.

Zeit wird es, dass die SPÖ diese Leute ernsthaft anspricht.

Das andauernde Gefasel von den kleinen Leuten im Gemeindebau ist offenbar der falsche Weg.

Prof. Alois
 
00
29.9.2009, 21:15
Alle Parteien hierzulande denken zur Zeit ziemlich weit links

Eine SP wir derzeit nicht benötigt. Das trifft thematisch auf alle Themen zu, die die Menschen interessieren.

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