Im Detail: VP 50,79 Prozent (20 Mandate), SP 10,02 (3), FP 25,12 (9), Grüne 10,58 (4), BZÖ 1,2 (0)
Bregenz - Vorarlberg hat gewählt. Für die Volkspartei ist sich noch einmal knapp die absolute Stimmenmehrheit ausgegangen. Die Vorarlberger ÖVP kann es sich also auch die
kommenden fünf Jahre aussuchen, ob sie alleine das Geschehen im Land
bestimmt oder freiwillig einen Regierungspartner aufnimmt.
Die Briefwahlkarten haben das Ergebnis der Landtagswahl nur sehr marginal beeinflusst. Mandatsverschiebungen konnten sie keine mehr bewirken.
Dem amtlichen Endergebnis nach, kommt die Volkspartei mit Landeshauptmann Herbert
Sausgruber auf 50,79 Prozent. Vor fünf Jahren
hatte die ÖVP 54,9 Prozent der Stimmen eingeheimst.
Auf Platz zwei zurückgekehrt ist die FPÖ mit 25,12 der Stimmen,
2004 waren es nur 12,9. Neue Dritte sind die Grünen mit 10,58 Prozent,
vor fünf Jahren hatten sie 10,2 erlangt. Die SPÖ erreichte nur 10,02
nach 16,9 Prozent 2004 und fiel damit von Rang zwei auf die vierte
Stelle zurück. Die übrigen Parteien wie BZÖ (1,2) und Gsiberger (1,7)
verpassten den Einzug in den Landtag klar. Bei den Mandaten erreicht die Volkspartei 20, die FPÖ 9, die Grünen 4 und die SPÖ 3 Mandate.
Wahlbeteiligung stark gestiegen
Einer der großen Gewinner der heutigen Landtagswahl in Vorarlberg war die Wahlbeteiligung. Sie ist schon ohne endgültige
Auswertung der Briefwahl und der Wahlkarten um 6,78 Prozentpunkte gestiegen. Mit
67,42 Prozent ist das Ländle seinen letzten Platz schon mit dem vorläufigen
Endergebnis wieder los - weist aber nach Tirol und Wien immer noch die
drittschlechteste Beteiligung auf.
Der starke Anstieg ist nicht nur auf die erstmals angebotene Möglichkeit der
Briefwahl zurückzuführen. Die 19.708 heuer ausgestellten Wahlkarten entsprachen etwa einer Verfünffachung gegenüber dem Jahr 2004. Offensichtlich waren die Wähler von ÖVP und FPÖ nach
dem Konflikt rund um den "Exil-Juden"-Ausfall des FP-Chefs Dieter Egger
besonders motiviert.
Denn der größte Zuwachs bei den bisher vier Landtagswahlen mit Briefwahl (in
Salzburg sank die Wahlbeteiligung trotzdem) waren
4,93 Prozentpunkte im Vorjahr in Tirol. Tirol und Vorarlberg haben hier noch
eines gemeinsam: In beiden Ländern war es der zweite Landes-Urnengang nach
Abschaffung der Wahlpflicht. Im ersten brach die Beteiligung in beiden Ländern
von zuvor an die 90 auf dann um die 60 Prozent ein, um sich jetzt im zweiten
wieder zu erholen. (APA/red)