Nach Vorarlberg-Wahl

SPÖ gibt in Linz Durchhalteparolen aus

21. September 2009 13:09
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    Die Bilder sprechen eine klare Sprache - Die Stimmung bei der SP-Klausur ist gedrückt.

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Wahldebakel in Vorarlberg sorgt für schlechte Stimmung in der Partei - Landeschef Ritsch bleibt und kritisiert Kuschelkurs im Bund - Faymann: Umfragen zeigen Stabilität auf Bundesebene

Bregenz/Linz - Die Wahlschlappe der SPÖ in Vorarlberg dürfte in den roten Parteigremien für Diskussionsstoff sorgen. Schon am gestrigen Wahlabend hatte SPÖ-Vorarlberg-Landesgeschäftsführer Franz Lutz fassungslos in seiner ersten Stellungnahme erklärt: "Für uns ist das Ergebnis ein Schock. Wir stehen unter Schock!" Parteivorsitzender Werner Faymann meinte, es gebe nichts zu beschönigen. "Wenn man Wahlen verliert, ist man immer traurig."

SPÖ-Chef Michael Ritsch bleibt trotz des historischen Debakels der Sozialdemokraten bei der Vorarlberger Landtagswahl im Amt. Ritsch gab die Schuld am Abschneiden seiner Partei dem Gegenwind aus Wien sowie, dass man in der Ausländerfrage keine klare Linie vorgegeben habe. Dies werde sich künftig ändern, versicherte Ritsch. Einen Schritt nach rechts werde es dabei aber "sicher nicht" geben.

Ritsch sieht Hauptschuldige bei der Bundes-SPÖ

Als Hauptschuldige an der Schlappe vom Sonntag hat der Landes-SP-Chef aber die Bundespartei ausgemacht. Rückenwind aus Wien gebe es nicht, ganz im Gegenteil. Man müsse sich nur die Ergebnisse bei den letzten Landtagswahlen und bei der EU-Wahl ansehen. Auch für Erich Haider werde es kommenden Sonntag bei der Oberösterreich-Wahl sehr schwer werden.

Ritsch stellte die Frage in den Raum, "ob der Kuschelkurs mit der ÖVP das richtige ist." Für ihn wäre es klüger sich von der ÖVP mehr abzugrenzen. Man müsse dem Phänomen entgegnen, dass die Volkspartei mit ihrem Nein-Sagen auch noch erfolgreich sei.

Kräuter weist Aussagen aus Vorarlberg zurück

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter hat die Aussagen seiner Vorarlberger Kollegen zurückgewiesen. Er habe "Verständnis für die Frustration und Enttäuschung", sagte Kräuter am Rande der SPÖ-Klubklausur in Linz. Die Vorarlberger sollten aber in ihrer Analyse Fehler auch im eigenen Bereich suchen und keine vorschnellen Schlüsse ziehen, so der Bundesgeschäftsführer.

SP-Klausur unter dem Schatten der verlorenen Wahl

Der SPÖ-Parlamentsklub hat seine zweitägige Klausur in Linz nach dem Wahldebakel in Vorarlberg heute dementsprechend mit Durchhalteparolen gestartet. Man sei "optimistisch und frohen Mutes", so Klubobmann Josef Cap in der Eröffnungsrede. In Anspielung auf die Wahl in Vorarlberg am Sonntag, bei der die SPÖ mit zehn Prozent auf Platz vier zurückfiel, meinte Cap, man schaue sich die Signale der Wähler genau an und habe dafür "offene Augen und offene Ohren".

Parteivorsitzender Werner Faymann hat bei der Klubklausur der Sozialdemokraten einen Spagat zwischen Kampfansagen und Rechtfertigung seines Kurses versucht. Die Schüsselfrage sei es, Visionen und Ziele mit der Realität bzw. Erfüllbarkeit im Einklang zu bringen, so Faymann. Die Stimmung in Linz war angesichts des Wahlergebnisses in Vorarlberg mehr als getrübt, auch im Hinblick auf die bevorstehende Wahl in Oberösterreich. Trost suchten die Sozialdemokraten in den aktuellen Bundes-Umfragen, wonach sie bei 33 Prozent liegen. Auch Faymann verwies in seiner Rede mehrmals auf diese Zahlen.

Faymann verweist auf Bundesebene

Der Kanzler eröffnete seine Ansprache im Design Center mit einem kleinen Scherz, der auf diese Umfragen anspielte, allerdings keine hörbaren Lacher auslöste: Klubobmann Josef Cap hätte den zu großen Saal wohl mit Blick auf die nächste Nationalratswahl (und den erhofften Zuwächsen, Anm.) ausgesucht.

Den für die SPÖ unerfreulichen Ausgang der Vorarlberger Wahl sprach Faymann gleich zu Beginn an. Von einem allgemeinen Negativtrend für die Sozialdemokratie wollte er nichts wissen, das Wahlverhalten zwischen Landtags-, Nationalrats- und Europawahlen sei unterschiedlich. So hätten in Salzburg viel mehr Menschen die SPÖ bei den Landtagswahlen gewählt als bei der Nationalratswahl. Und auf Bundesebene würde die aktuelle Umfrage zeigen, dass man seit dem letzten Urnengang keine Wähler verloren, sondern dazugewonnen habe, so Faymann. Gleichzeitig gab er aber zu, dass die SPÖ unter den Ergebnissen als Oppositionspartei sei.

Kein Pakt mit der FPÖ

Er glaube aber, dass man wieder Wähler gewinnen könne. Denn die Menschen stehen grundsätzlich "auf unserer Seite", sagte Faymann. Und die Haltung der SPÖ sei angesichts "himmelschreiender Ungerechtigkeiten" weltweit und in Europa "richtiger denn je", man müsse nur die Köpfe und Herzen der Menschen erobern. Der SPÖ-Chef blieb aber gleichzeitig bei seinem Motto, nichts zu versprechen, was man nicht halten kann. Man müsse Zielsetzungen und Umsetzungsmöglichkeiten im Einklang bringen, um das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren.

Eine Absage erteilte er jenen, die für eine Koalition mit der FPÖ als Alternative plädieren. "Das ist eine Frage der Haltung und diese dürfen wir nicht verlieren", so Faymann. Die FPÖ stehe mit ihrer Politik gegen Ausländer und gegen Gleichstellung und mit antisemitischen Untertönen "auf der anderen Seite". "Mit diesen Menschen haben wir keinen Pakt zu schließen. Da stehen wir entschlossen auf der anderen Seite", so Faymann.

Einen kleinen Seitenhieb setzte es für die ÖVP. Der Koalitionspartner lasse auf Bundesebene in der Frage Martin Graf die klare Haltung der Vorarlberger Volksparteien gegenüber der FPÖ vermissen.

Einmal mehr stellte sich Faymann hinter seine Minister Claudia Schmied und Alois Stöger. Der Gesundheitsminister, der medial als Ablösekandidat gehandelt wird, habe für die Kassen jene Mittel verlangt, die ihnen die schwarz-blaue Regierung genommen habe.

Spitzenkandidat Erich Haider erklärte den Arbeitsmarkt zum Hauptthema und beklagte sich über unsaubere Wahlkampfmethoden der ÖVP. Angst habe er nach der Niederlage in Vorarlberg nicht, "ganz im Gegenteil". Man habe in Oberösterreich den Wahlkampf auf inhaltliche Themen und direkten Kontakt ausgerichtet. Er sei zuversichtlich, so Haider auf Journalisten-Fragen im Anschluss an die Klausur.

(APA/red)

Kommentar posten
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pythagoras346
22.09.2009 08:46
Schuldfrage???

Die SP Vorarlberg schiebt die Schuld an ihrem Wahldebakel der Bundes-SP zu, die verneint...usw.
Vielleicht sollte die sozialdemokratische Partei einmal ihre sozialistsischen Grundhaltungen überdenken...

zensur bei der "fma betrugsverdacht" vertuschung
 
21.09.2009 19:44
wann wird es endlich erkannt, wf ist ein infiltrierter v(p)-mann.

Killbill2
21.09.2009 18:23
Nicht traurig sein, Werner ...

... bei den nächsten Nationalratswahlen verhandelst Du Dich vom 4. Platz aus locker zum Bundeskanzler
;-)

CAFFE NOIR
21.09.2009 18:13

Wenn die SPÖ Persönlichkeiten wie einen Klaus Wowereit hätte, würde das Ergebnis auch anders aussehen. Leider hat derzeit niemand in der SPÖ ein entprechendes Format!

Florian -
21.09.2009 18:18
Sie meinen Wowereit,

den Partybürgermeister, der sich zwar oft auf irgendwelchen Veranstaltungen sehen lässt, aber nichts tut, während seine Stadt immer weiter Richtung Abgrund steuert?

Florian -
21.09.2009 18:08
Häupl fängt schon an zu schwitzen!

so go
21.09.2009 17:53
hinterm arlberg...

is man also auch nix gscheita!

Scala2
21.09.2009 17:52
Wie wär es denn einmal damit für die eigenen Wähler

zu arbeiten und nicht nur über die Schwarzen zu schimpfen um dann immer wieder wegen der sicheren Proporz-Posten mit ihnen zu koalieren?

skipper2002
21.09.2009 17:48
die spö ist halt nicht cool genug für die jungwähler

jung und dynamisch muss ein politiker sein und nicht alt und friedhofsblond.

badblackguy.blogspot.com
 
21.09.2009 17:44
Ach wie schön, die Genossen spielen wieder einmal eine Runde Ping-Pong!

Na, wer ist nun schuld an dem Wahldebakel liebe Genossen?

Faymann: "I sogs glei, i hob mi net am Willy draufgesetzt"
Ritsch: "I hob nur gschaut"

Ich wünsche den Genossen noch viel schöne Stunden
bei der Aufklärung dieses Rätsel. Das Publikum wird
über die neue Vorstellung der Löwelstraßenbühne
herzhaft lachen können. Ich weiß, auf Menschen die
eh schon auf dem Boden liegen, auf die sollte man
nicht noch drauf treten, aber ......... sie haben es
sich ja leider redlich verdient.

MFG

sylver
21.09.2009 17:42
spö gibt nach wahldebakel faymann auf!

.. oh, nein doch nicht. verlesen.

Achilles26
 
21.09.2009 17:42
Kein Wunder bei der Politik

Das Ergebnis in Vorarlberg ist eigentlich logisch. Die
Sozialdemokratie hat ihre Klientel verraten. Arbeitslose, sozial Schwache, neue Selbständige ohne Absicherung und alle anderen sind dem kleinen
Kanzler schlicht wurscht, leider.
Und so rennen alle zur extremen Rechten, das wahre
Drama wird sich in Wien abspielen, der Dicke wird HC
nicht verhindern können. Gott schütze Österreich!!!

Wolfgang1974
 
21.09.2009 18:09

ja.... und die wahlzuckerl die die SPÖ vor der letzten NR Wahl durchgeboxt haben sind halt auch schon wieder in Vergessenheit......
wieviel Steuererleichterung war das nochmals? knapp 3 MRD???

Schwimmer
21.09.2009 17:55
1. hat die fpö 25 % und ned mehr

2. wird sie in Wien mit Garantie hinter einer Großpartei landen, genauso wie in Vlbg.

und genauso, wie in vlbg. wird auch die wiener großpartei die Fpö völlig zurecht ausschließen.

zumindest diese achse spö/övp funktioniert.

wenn in einer woche dann auch noch pühringer in OÖ die Fpö ausschließt, dann sollten sich fpö-Wähler langsam gedanken machen, dass ihre Stimme, eine verschenkte ist, weil sie keiner mitregieren lässt.

Perstein Brück
21.09.2009 17:29
zitat aus dem Beitrag

"Die Schüsselfrage sei es, Visionen und Ziele mit der Realität bzw. Erfüllbarkeit im Einklang zu bringen, so Faymann." Damit meint er offenbar, dass man ein Kaliber W. Schüssels bräuchte, um das zu bewerkstelligen. Der Mann hat Recht.

palmström
21.09.2009 17:34
kleinkaliber also meinen Sie?

gideon
21.09.2009 17:33
schüssel der knallfrosch

0bsidian
21.09.2009 17:21
Wer soll denn die SPÖ wählen?

Diese Partei sollte sich einmal überlegen, wer die Zielgruppe ist und was diese für Probleme und Anliegen hat. Wäre zumindest einmal ein Anfang.

Sachlich aber bestimmt!
21.09.2009 18:04
Wer die SPÖ wählen soll?

Jeder der weiß wie schwer es ist in so einer kurzen Zeit den wirtschaftlichen Ruin in Griff zu bekommen und jeder der mit ein bisschen Intelligenz statt schimpft - mit arbeitet um aus der unverschuldeten Lage heraus zu kommen!
Könnte das ein Strache - sicher nicht!
Dem sind nur die Stimmen wichtig und er holt sie sich jetzt auch schon von den ansässigen Serben, gegen die ihr alle gewettert habt!
Angstmache um dann als Beschützer auftreten zu können, das ist alles was er kann!

Alf100
22.09.2009 07:30
der wirtschaftliche Ruin hat 1970 mit Kreisky begonnen

von 1970 bis 2000 stellte die SPÖ immer den Kanzler
und die Staatsschulden sind Explodiert

Geierwalli
21.09.2009 17:26

Alle, die die FPÖ NICHT wollen und darauf bauen, dass sich die SPÖ bei einer Absoluten wieder frei entfaltet und Österreich erblühen lässt.

por favor señor
21.09.2009 17:51

das nach dem zweiten beistrich sagte der betriebsrat (rot) in meiner letzten firma auch immer.
und sonst: "da kemma nix mochn!"

GOTT (himself)
21.09.2009 17:42
Bis zum zweiten Beistrich ist es ja OK,

aber dann wird's lächerlich...

Q.E.D.1
21.09.2009 17:41
Als die SPÖ ....

das letzte Mal die absolute Mehrheit hatte, hat sich
vor allem die Skandale frei entfaltet und die
Korruption erblüte!

der dilettant
21.09.2009 17:14
Wie kann ...

die Vorarlberger SPÖ nur an Ritsch festhalten, der nicht einmal die Verantwortung für das Wahldebakel zu übernehmen bereit ist und dessen persönliche Performance so schlecht war und ist? Ist die Personaldecke wirklich so dünn?

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