Berlin

Zwölf Menschen bei Therapie-Sitzung vergiftet

20. September 2009 14:53

Zwei Personen gestorben - 50-jähriger Therapeut räumt Verabreichung von Psycho-Drogen ein

Berlin -  Der nach dem Gifttod zweier Menschen am Samstag festgenommene Berliner Arzt hat eingeräumt, den insgesamt zwölf Opfern Drogen verabreicht zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Der 50 Jahre alte Therapeut habe sich bei der Vernehmung zu der Tat geäußert und zugegeben, den Teilnehmern seiner Gruppensitzung verschiedene Substanzen und Psycho-Drogen gegeben zu haben. Die Ermittler gehen aber nicht davon aus, dass der Mann vorsätzlich jemanden töten wollte.

Mit den Drogen sollte vermutlich eine Art Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Welche Stoffe im Spiel waren, war noch unklar. Das müsse die toxikologische Untersuchung - die Suche nach Giftstoffen und deren chemische Analyse - klären. Es könne aber einige Tage dauern, bis Ergebnisse vorliegen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Drittes Opfer in kritischem Zustand

Ein drittes Opfer befand sich noch in kritischem Zustand. Ein 59-jähriger Mann starb am Samstagnachmittag, ein 28-Jähriger erlag am Abend im Krankenhaus der Vergiftung. Den anderen neun Teilnehmern der Gruppentherapie ging es hingegen relativ gut. Sie sollten von der Polizei als Zeugen befragt werden.

Offenbar erhielten die Männer und Frauen verschiedene Drogen und andere Substanzen in unterschiedlicher Mischung und Menge. Nach Medienberichten waren Amphetamine und Psycho-Drogen wie LSD im Spiel. Heroin war laut den Ermittlern auch dabei, allerdings nur in geringen Mengen.

Nachdem ein Teilnehmer am Samstagnachmittag die Feuerwehr verständigte, wollten sich einige Männer und Frauen vom Notarzt nicht untersuchen lassen. Erst die Polizei beruhigte die Lage so weit, dass Ärzte und Sanitäter arbeiten konnten.

Psycholytische Therapie

Der Arzt bot, wie aus der Aufschrift auf dem Schild an seiner Praxis hervorgeht, unter anderem eine "psycholytische Therapie" an. Eine Psycholyse sei "explizit nicht zugelassen", sagte Hans-Jochen Weidhaas von der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Drogen seien ohnehin verboten. Bei der psycholytischen Therapie werden psychoaktive Substanzen verwendet. Dazu zählen auch Rauschgifte wie LSD und Pilze. (APA)

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kapitän nemo
Thomas Herzig
26.09.2009 11:35
ich nehme an, es werden wohl auch nicht alle männer mit gleicher ausbildung und gleicher anzahl an diesntjahren in der gleichen sparte immer gleichviel verdienen

dürfen die dann auch nach bestrafung fordern?

und vermutlich gibt es auch innerhalb der frauen einkommensunterschiede.



Magdalena P
20.09.2009 20:17

strange!

Killbill2
20.09.2009 18:52
Terrorpie?

Zinsmeister
 
20.09.2009 17:31
amphetamin eine psychodroge?

ich dachte das is nur "speed"...
dass man durch drogen wie lsd sein bewusstsein erweitern kann, ist nicht wahr. man kann durch drogen wie lsd & auch cannabis aber seinen horizont erweitern. was ja auch ganz gut ist.
bewusstseinserweiterung kann man nicht kaufen :-)

uebrigens, wenn es GIFTTOTE gibt nach einem trip, kann man davon ausgehn, dass die trips "gestreckt", also nicht rein waren...

NeunZollNagler
 
20.09.2009 18:16

Nein, tatsächlich gibt es eine ganze Reihe psychedilscher Amphetamine wie DOM. Diese haben aber im Vergleich zu LSD starke körperliche Nebenwirkungen und eine Wirkdauer von >20 Stunden.

Dagmar Rehak
 
20.09.2009 17:02

Vielleicht waren die Ampullen falsch etikettiert und die angenommene Dosis harmlos.

widiwutsch
21.09.2009 08:34
Das wäre aber noch laaaange kein Grund,

jemandem Heroin zu iniziieren, abgesehen davon, dass es kein Gesetz gibt, gegen das er nicht verstoßen hätte. Ich hoffe, der gute Mann ist seine Approbation jetzt endlich los. Ich frage mich eher, was eigentlich mit den beiden Patienten los ist, die NICHT vergiftet wurden (ein Dutzend wurde "behandelt", zehn landeten im Krankenhaus). Das sind anscheinend schon richtige Junkies.

Little Willy
20.09.2009 14:46
A.B. Artig!

A.B. Artig
 
20.09.2009 15:22

Ja?Soll ich helfen?

Karin Stadler2
20.09.2009 12:45

Gruselig

Wr. Bezirksrätin 83
 
20.09.2009 11:40
tja, sowas kenne ich. `Pseudomedizinische Menschenversuche`mit fatalsten Folgen.


Und zwar von einem jahrzehntelang höchstrangigen Kinderarzt (staatlich legitimiert bzw. Land Kärnten) ausgeführt. Die Chemie, mit denen die über 1000 kindlichen Opfer überschüttet wurden, ist gutteils bis heute unbekannt.
Ich z.B. bin schwerst geschädigt, ohne staatliche Hilfestellung dafür, und mußte nach Endverurteilung des Täters ÜBERFALLSARTIG dazu gedrängt, unterschreiben, daß ìch keinerlei Forderungen an diew Behörden mehr stellen würde..dafür gab es knapp 20000 Euro.

Bisserl mau für mein Lebensschicksal...;-(

Es hat SYSTEM !!!

Diese Verbrechen der MENSCHENVERSUCHE ohne Wissen & Zustimmung der Betroffenen/Angehörigen gehen nahtlos weiter, seit WW2.

Sowas als `Drogenmißbrauch`abzutun geht am Kern der Sache vorbei.

billkiller
20.09.2009 22:27
"bin schwerst geschädigt"

Hm...merkt man gar nicht...

Michael Schmied
20.09.2009 15:46

Bitte um mehr Daten dazu zum Nachlesen. Danke.

Little Willy
20.09.2009 14:51

Das erklärt alles.

erowid
20.09.2009 11:40
Tod durch Prohibition.

Anscheinend bot der Arzt eine psycholytische Therapie ala Stanislav Grof an. Einerseits löblich, andererseits tragisch, wenn er das Ganze statt mit gesundheitlich unbedenklichen Substanzen wie LSD oder Psilocybin mit - höchstwahrscheinlich - irgendwelchen RC's, deren Risiko- und Nebenwirkungsprofil eben nicht sonderlich gut erforscht sind, betrieben hat. An einen Drogenmix aus "Heroin, Amphetamin und Ecstasy" glaube ich jedenfalls nicht. Ich tippe eher auf ein research-tryptamin oder phentylamin - die verwendet wurden, weil die anderen, UNGEFÄHRLICHEn substanzen ja verboten sind!
Schade für die Toten, und Schade für den Arzt, der es sicherlich gut gemeint hat :(

Gerhard1967
20.09.2009 13:27
Das Gegenteil von gut ...

... ist gut gemeint.

Liebe Grüße

lapaiz
20.09.2009 15:52
sry offtopic: auch wenn sich dieser spruch immer wieder mal als wahr/passend herausstellt,

bleibt er für mich persönlich einer der blödesten, die ich jemals gehört bzw. gelesen habe...

nichts für ungut.

Grusoleum
20.09.2009 12:24
Einerseits Löblich ???

Da schau ich aber.

Godesberg
20.09.2009 12:09

Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Fakt ist dass zwei Patienten tot sind weil der Arzt seine Kompetenzen überschritten hat. Der hätte bei seinen Entspannungs-CDs bleiben sollen.

Auch ein interessantes Geschäftsmodell. Ich mache gezielt solvente, offensichtlich beeinflussbare Menschen süchtig und erschließe einen nicht versiegenden Geldstrom.

erowid
20.09.2009 12:18
ich glaube kaum

dass es die intention des arztes war, seine patienten süchtig zu machen.

bevor sie derlei posten, lesen sie sich bitte zuerst in das prinzip der psycholytischen therapie ein (grof, stanislav: topographie des unbewussten).

sinn der psycholytischen therapie ist es, dem patienten mit hilfe bewusstseinserweiternder medikamente wie lsd, psilocybin oder mescalin einen direkten einblick in die prozesse seines unbewussten zu ermöglichen, um daraus in folge die persönliche problematik (trauma, ängste, süchte, phobien) "direkt" zu erfahren und ins alltagsbewusstsein integrieren zu können.

die psycholytische therapie führte zu einer statistisch belegten genesung von patienten, die bereits als untherapierbar galten.

Godesberg
20.09.2009 20:10

Der hat offenbar einen Mix aus Extasy, Heroin und Amphetaminen verabreicht. Wenn das eine Therapie nach irgendwem sein soll ist das bedenklich.

A.B. Artig
 
20.09.2009 13:40

p.s. statistisch belegt? Bitte welche Statistik?

Plabutsch
20.09.2009 11:56
Anscheinend bot der Arzt eine "psycholytische Therapie" an

Ja. In deutschen Medien wird dies so berichtet.

So tragisch dieser Vorfall ist - würde man auch über alle Fälle ausführlich berichten, bei denen Patienten in Europa nach konventionellen Medikamentengaben sterben bzw. schwere Symptome erleiden, wären die Medien wohl täglich voll von einschlägigen Berichten.

A.B. Artig
 
20.09.2009 13:41
Sie reden Scharlatanerie das Wort

Na, die Fälle von Todesopfern in Psychotherapiesitzungen zeigens mir aber bitte auf.

Clemens Schwarz
20.09.2009 17:17
Psycholyse ist verboten und somit keine Psychotherapie

ist ein wichtiger Unterschied. Die daran teilnahmen, taten das freiwillig, um ihr bewusstsein zu erweitern.
Psycholyse wird an vielen Orten in Deutschland, Schweiz und Österreich praktiziert, dies ist allseits bekannt.

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