Französische Weltklasse-Schwimmerin: "Ich habe heute andere Interessen, ich genieße das Leben"
Paris- Die französische Weltklasse-Schwimmerin Laure Manaudou hat im Alter von 22 Jahren das Ende ihrer Karriere bekanntgegeben. "Es war keine schwere Entscheidung, sie ist langsam gereift", sagte Manaudou der Zeitung "Le Parisien" (Freitag). "Ich habe heute andere Interessen, ich genieße das Leben." Sie fühle sich frei und habe Lust, Neues zu entdecken. Vielleicht ja die Mutter-Rolle, Manaudou soll schwanger sein. Sie ebt
derzeit in Marseille mit Rekord-Krauler Frederick Bousquet
zusammen. Sie soll sich schon länger ein Kind gewünscht haben.
Manaudou war 2004 in Athen Olympiasiegerin über 400 m Kraul. Über ihre bevorzugte Distanz war sie auch zweifache Weltmeisterin (2005 und 2007). Zudem gewann sie vor zwei Jahren in Melbourne WM-Gold über 200 m Kraul.
Manaudou, die in diesem Jahr wegen Motivationsproblemen und Schulterschmerzen keine Wettkämpfe bestritten hatte, gehörte auch abseits der Bassins zu den schillernden Figuren im Schwimmsport. Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte sie mit zahlreichen Trainer- und Wohnortswechseln.
"Ich habe alle Titel gehabt, ich habe mehr erreicht, als ich mir habe träumen lassen", so Manaudou. Sie bedaure nicht, dass sie jahrelang so hart für den Erfolg gearbeitet habe. Aber nun habe sie keine Lust mehr dazu. "Es klingt vielleicht komisch, aber ich konnte mich fast nie frisieren oder schminken, weil ich zweimal täglich geschwommen bin."
Sie wisse noch nicht, was sie nun vorhabe. "Es ist schwierig, wie vermutlich für alle Sportler, die keine andere Ausbildung haben. Ich habe immer nur über Schwimmsport gesprochen. Wenn ich mit jemandem rede, der nicht aus dem Milieu kommt, weiß ich nichts zu sagen und bin schüchtern", fügte sie hinzu. Manaudou hatte bereits im Jänner eine mehrmonatige Auszeit angekündigt. Damals wollte sie aber noch an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen. (APA/dpa/Si/red)