Linksnationalist Humala erhielt 25 Jahre Haft

18. September 2009, 00:21

Wegen Revolte mit sechs Toten

Lima - Einer der Anführer der peruanischen Linksnationalisten, Antauro Humala (45), ist am Mittwoch wegen einer Revolte mit sechs Toten zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zwei Mitangeklagte des 45-Jährigen erhielten Haftstrafen von 15 und 20 Jahren. Außerdem wurden alle drei zu hohen Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der Opfer verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für Humala 35 Jahre Haft wegen Mordes, Bildung einer kriminellen Vereinigung, Waffendiebstahls, Rebellion, illegalen Waffenbesitzes, Entführung und Sachbeschädigung gefordert.

Humala hatte am 1. Jänner 2005 zusammen mit etwa 170 Gefolgsleuten die Polizeistation in der Andenstadt Andahuaylas überfallen und die Polizisten als Geiseln genommen. Damit wollte er den Rücktritt des damaligen Präsidenten Alejandro Toledo erzwingen. Nach vier Tagen gaben die Geiselnehmer auf. Vier Rebellen und zwei Polizisten starben während der Besetzung. Humala ist seither in Haft.

Faschismusvorwurf

Aus dem Gefängnis heraus versucht er seither, die linksnationalistische Bewegung "Etnocacerista" zu einer Partei aufzubauen. Seine sich revolutionär gebende Ideologie umfasst marxistische, rassistische, extrem nationalistische, fremdenfeindliche, antisemitische und schwulenfeindliche Forderungen. In Peru solle nur für Indios und Mischlinge mit starkem Indioanteil Platz sein, nicht aber für weiße Einwanderer und deren Nachfahren. In Kommentaren peruanischer Medien ist Humala deshalb auch als Faschist bezeichnet worden.

Sein Bruder Ollanta Humala ist der Anführer der Nationalistischen Partei Perus, der größten Partei der politischen Linken in dem südamerikanischen Land. Die beiden Brüder sind jedoch zerstritten. (APA)

Raptor Jesus
02
19.10.2009, 20:00
Man kann nicht Gleichheit propagieren und dabei Minderheiten oder Ethnien ausschließen.

Unterdrückung ist autoritär, von daher kann und darf er nicht als links gelten, noch sich so bezeichnen.

Morenga
00
19.10.2009, 18:50
Was isser denn nun?

Dieser Artikel wird mit Schlagwörtern nur so um sich und bietet leider keine Analyse.

Antauro Humala würde sich selber nicht als "links" bezeichnen. Nur weil er eine Art "Indigena-Bewegung" aufbauen möchte, ist er noch längst nicht fortschrittlich. Die einzige Bezeichnung, die
passt ist "Etnocacerista". Nicht alles kann durch einfache Schlagwörter passend beschrieben werden. Bitte nacharbeiten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.