Wegen Revolte mit sechs Toten
Lima - Einer der Anführer der peruanischen Linksnationalisten, Antauro Humala (45),
ist am Mittwoch wegen einer Revolte mit sechs Toten zu 25 Jahren
Gefängnis verurteilt worden. Zwei Mitangeklagte des 45-Jährigen erhielten
Haftstrafen von 15 und 20 Jahren. Außerdem wurden alle drei zu hohen
Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der Opfer verurteilt. Die
Staatsanwaltschaft hatte für Humala 35 Jahre Haft wegen Mordes, Bildung einer
kriminellen Vereinigung, Waffendiebstahls, Rebellion, illegalen Waffenbesitzes,
Entführung und Sachbeschädigung gefordert.
Humala hatte am 1. Jänner 2005 zusammen mit etwa 170 Gefolgsleuten die
Polizeistation in der Andenstadt Andahuaylas überfallen und die Polizisten als
Geiseln genommen. Damit wollte er den Rücktritt des damaligen Präsidenten
Alejandro Toledo erzwingen. Nach vier Tagen gaben die Geiselnehmer auf. Vier
Rebellen und zwei Polizisten starben während der Besetzung. Humala ist seither
in Haft.
Faschismusvorwurf
Aus dem Gefängnis heraus versucht er seither, die linksnationalistische
Bewegung "Etnocacerista" zu einer Partei aufzubauen. Seine sich revolutionär
gebende Ideologie umfasst marxistische, rassistische, extrem nationalistische,
fremdenfeindliche, antisemitische und schwulenfeindliche Forderungen. In Peru solle nur für Indios und Mischlinge mit starkem
Indioanteil Platz sein, nicht aber für weiße Einwanderer und deren Nachfahren.
In Kommentaren peruanischer Medien ist Humala
deshalb auch als Faschist bezeichnet worden.
Sein Bruder Ollanta Humala ist der Anführer der Nationalistischen Partei
Perus, der größten Partei der politischen Linken
in dem südamerikanischen Land. Die beiden Brüder sind jedoch zerstritten. (APA)