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"Bahok" oder die Frage nach Heimat, Herkunft und Identität

18. September 2009, 09:42
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    foto: festspielhaus st. pölten

    Gilt als einer der meistgefeierten Choreografen seiner Generation: Akram Khan.

Akram Khan, einer der meistgefeierten Choreografen seiner Generation führt im Festspielhaus St. Pölten auf

Die große, international besetzte, von Akram Khan - dem preisgekrönten Tänzer und Choreografen initiierte und geleitete Arbeit "bahok", entstand in Zusammenarbeit mit dem international hoch angesehenen Chinesischen National-Ballett und feierte ihre umjubelte Premiere am 25. Jänner 2008 in Pekings führendem Theater Tianqiao.

"Wir sind alle Reisende, Suchende. Aber wir sind auch alle Träger, bahok (bengalisch für Lastenträger). Wir tragen unser genetisches und kulturelles Erbe, unsere Erfahrungen, unsere Träume und Sehnsüchte mit uns. Alle Geschichten handeln von der Reise unseres Körpers durchs Leben: seine Geburt und Herkunft, die Suche und das Streben nach Identität, seine Veränderung, der Tod. Alle Geschichten sind zugleich einzigartig und universell. Unabhängig von unserem kulturellen Hintergrund gleichen sich unsere Geschichten und enthüllen die gleichen zugrundeliegenden Themen.", fasst der Dramaturg Guy Cools die dem Stück zu Grunde liegenden Themen zusammen.

Akram Khans Arbeiten sind geprägt vom Reisen, geografisch oder metaphorisch. Auch in „bahok" - 75 spannende Minuten Tanz und Erzählung - verarbeitet Khan seine Erfahrungen mit dem Strudel des Wandels und der Ungewissheit und begibt sich auf die Suche nach dem universellen Zuhause. Er führt acht Tänzer mit sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu einem neuen Ensemble zusammen. Sie stammen aus China, Spanien, der Slowakei, Indien, Südkorea, Taiwan und Südafrika. Sie treffen sich in einer globalisierten Transitzone: in der Wartehalle eines Flughafens. Sie versuchen zu kommunizieren, ihre Geschichten und ihre Erinnerungen an zu Hause auszutauschen. Doch, was und wo ist Heimat? Können wir jemals irgendwo ankommen? Bei seiner Erforschung wird Akram Khan von seinem langjährigen Kollaborator, dem Komponisten Nitin Sawhney begleitet, der die Geschichten der Figuren auf der Bühne zugleich aufregend und elegant vertont.

Akram Khan

Als einer der meistgefeierten Choreografen seiner Generation, arbeitet er in Groß Britannien. 1974 in London geboren, stammt Khan jedoch aus einer bangladeschischen Familie. Er begann im Alter von sieben Jahren zu tanzen, lernte mit dem großen Kathak Tänzer und Lehrer Sri Pratap Pawar, dessen Schüler er später wurde. Seine Bühnenkarriere begann er mit 14 jahren, als er bei Peter Brooks legendärer Produktion "Mahabharata" mitwirkte, die von 1987 bis 1989 auf Welttournee ging.

Nach späterem Studium im zeitgenössischem Tanz und einer Zeit der Arbeit mit Anne Teresa de Keermaekers Brüssler X-Group project, begann er in den 1990ern Solo-Performances seiner Arbeit zu zeigen, wobei er seine Verbindung zum klassischen Kathak Repertoire sowie den modernen Arbeiten aufrechterhielt. Seine bekanntesten Solo-Stücke waren u. A. "Polaroid Feet" (2001), "Ronin" (2003) und „Third Catalogue" (2005).

Im August 2000 gründete Khan seine eigene Compagnie, die ihm ein innovatives Podium und einen sich stets erweiternden, facettenreichen Arbeitsspielraum durch die Zusammenarbeit mit Künstlern anderer Disziplinen - Theater, Film, Bildende Kunst, Musik, Literatur - bot. Khans letzte Arbeit „In-I" ist eine Zusammenarbeit mit der Oskar-Preisträgerin Juliette Binoche, dem Bildenden Künstler Anish Kapoor und dem Komponisten Philip Sheppard. Die Premiere fand im September 2008 im National Theatre in London statt, woraufhin eine Welttournee folgte.

"bahok", eine Zusammenarbeit mit dem Nationalballett Chinas und dem Komponisten Nitin Sawhney hatte im Januar 2008 in Beijing Premiere. Die darauffolgende Welttournee wurde international umjubelt, weshalb „bahok" 2009/2010 wieder international touren wird.

Frühere Produktionen sind „Kaash" (2002), eine Zusammenarbeit mit dem Künstler Anish Kapoor und dem Komponisten Nitin Sawhney; und „ma" (2004), mit Texten von Hanif Kureishi, für das er den South Bank Show Award (2005) erhielt. Akram Khan gewann zahlreiche Preise, u. a. den Jerwood Foundation Choreography Award (2000); 2004 erhielt er die Ehrendoktorwürde der De Montfort University für seinen Beitrag zur Britischen Künstlergemeinschaft und ihm wurde 2005 ein MBE für seine Verdienste im Tanz verliehen.

Österreich Premiere:
Freitag, 13. und Samstag, 14. September, jeweils 19.30 Uhr, Großer Saal

Choreografie: Akram Khan

Musik: Nitin Sawhney

Lichtdesign: Fabiana Piccioli

Ausstattung: Sander Loonen, Fabiana Piccioli, Akram Khan

Kostüme: Daydream Nation

Dramaturgie: Guy Cools

Tanz: Shanell Winlock, Eulalia Ayguade Farro, Kim Young-Jin, Saju, Zhang Zhenxin, Andrej Petrovic, Set-Byeol Lim, Cheng-Fang Wu

Freitag, 13. und Samstag, 14. September, jeweils 18.30 Uhr, Box
Einführungsgespräch mit Karin Schiefer

Karten 8 EUro bis 35 Euro; Reservierung unter +43(0)2742/908080-222, karten@festspielhaus.at bzw. www.festspielhaus.at.

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