Alkohol am Arbeitsplatz

Experte: "Auslachen und Sanktionen zuwenig"

17. September 2009, 18:26
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    foto: photodisc

    Alkohol ist in Österreich generell kein seltener Begleiter am Arbeitsplatz

Ärztlicher Leiter des Anton Proksch-Instituts: Affäre um Ex-Postler Paradebeispiel dafür, wie man mit Problem nicht umgehen sollte

Wien - Erheiterung in der Öffentlichkeit und Entfernung aus dem Dienst. Das waren am Mittwoch die Konsequenzen dafür, dass bei einem ehemaligen Telekom-Mitarbeiter im nunmehrigen Verwaltungsdienst der Polizei ein Alkoholproblem akut auffällig wurde. "Auslachen und bestrafen. Das ist gerade das Paradebeispiel dafür, wie man mit dem Problem und dem Betroffenen nicht umgehen sollte", erklärte nun der ärztliche Leiter des Anton Proksch-Instituts (API), Michael Musalek.

Dass in einer "Alkoholgesellschaft" (Musalek) auch im Arbeitsleben Schwierigkeiten entstehen, sei nicht verwunderlich: "Wenn in Österreich laut niedrigen Schätzungen fünf Prozent der Menschen alkoholkrank sind, ist es klar, dass bei einem Unternehmen mit hundert Beschäftigten eben mindestens fünf alkoholkrank sind. Und Polizei und Telekom haben viel mehr Mitarbeiter."

Ständig mit Alkohol konfrontiert

Viele Arbeitsplätze kämen einem Wirtshaus gleich, so Musalek. Alkohol werde häufig gegen den Durst getrunken. Dabei wirke der ganz schlecht gegen den Durst, weil er nur noch durstiger mache. "Sonst könnten Menschen ja nicht zehn Flaschen Bier trinken und würden nie fünf Flaschen Mineralwasser runterkriegen." Berufsgruppen, die ständig von Event zu Event gehen müssten, wie Politiker oder teilweise auch Journalisten hätten es auch nicht leicht: "Da wird ein 'Glaserl' da und ein 'Glaserl' dort getrunken - und am Abend hat man dann eine beträchtliche Menge Alkohol konsumiert."

Sucht noch immer ein extremes Tabu

"Das Problem ist, dass die Alkoholkrankheit noch immer einer extremen Tabuisierung unterliegt. Das führt dazu, dass die Betroffenen sehr spät in Behandlung kommen. Jemand, der so viel trinken muss, um über die Runden zu kommen, hat schon sehr lange ein Alkoholproblem. Die Betroffenen selbst versuchen das natürlich zu vertuschen. Und die Umgebung sieht sehr lange zu." 

Aufmerksamkeit im Management von Unternehmen für solche Probleme von Mitarbeitern und Hilfsangebote sollte es auch im österreichischen Arbeitsleben in verstärktem Ausmaß geben. Musalek: "80 Prozent der Alkoholkranken sind im Berufsleben gute und sehr verlässliche Mitarbeiter. Sie sind oft übergenau und besonders engagiert - und versuchen, ihre Belastungen mit Alkohol zu kompensieren. Wenn ein solcher Mitarbeiter plötzlich nicht mehr verlässlich ist, eventuell die plötzlichen Krankenstände ansteigen, dann sollte man ein mögliches Problem ansprechen. Mit großer Wahrscheinlichkeit steckt da Alkohol dahinter. Dann sollte Hilfe angeboten werden."

Eigene Programme für Betroffene

Am API gibt es ein eigenes Programm zum Thema "Alkohol am Arbeitsplatz". Der Psychiater: "Wir arbeiten da auch mit sehr großen Unternehmen zusammen. Zunächst informieren wir die Top-Manager, dann trainieren wir die Angehörigen des mittleren Managements aus. Es geht um das Erkennen solcher Probleme bei Mitarbeitern und die Fähigkeit zu einer richtigen Gesprächsführung in solchen Fällen. Wir haben die Beobachtung gemacht, dass nach einer solchen Ausbildung solche Probleme bei Beschäftigten früher erkannt werden und auch das Arbeitsklima besser wird." Freilich, gerade in Österreich mit einem hohen Alkoholkonsum in praktisch allen Lebenslagen müsste auch eine generelle Trendwende herbeigeführt werden. (APA/red)

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16 Postings
Sabine Werner
21
22.9.2009, 16:03

Auslachen? Ich denke kaum daß ein normaler Mensch lacht, wenn ein Kollege in aller Früh schon nach Alkohol riecht - der hat doch ein Problem und muß nicht auch noch ausgelacht werden :(

Nissia
10
17.3.2010, 10:39

kapieren sie nicht dass sie dabei sind ALLE life style gewohnheiten zu medikalisieren und zu kriminalisieren? Auch sie siond bald daran. (bei der impflawine)

10 dag Meinungswurscht - dünn aufschneiden bitte!
 
02
18.9.2009, 13:13
"Auslachen und Sanktionen" ...

... perfekte Strategie!

Es darf angenommen werden, dass in vielen Fällen genau diese Strategie den Alkoholkonsum ausgelöst hat oder zumindest erheblich verstärkt.

Gegen Alkohol ist grundsätzlich nichts einzuwänden. In verträglichem Ausmass zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ansonsten bleibt zu vermerken, dass Alkoholismus in Ö (leider) ein sozial akzeptiertes Phänomen ist. Ja mehr noch - in vielen Branchen stellt es geradezu "die" Geschäftsbasis schlechthin dar!

Zu dem geschilderten Einzelfall: Viele soziale Einheiten brauchen IMO (leider immer noch) das "A...loch". Die restlichen Gruppenmitglieder laden ihren individuellen Sozial- und Seelenmüll auf diesen MA ab. - Der ertränkt dann halt seinen Kummer im Alkohol ...

Nissia
10
17.3.2010, 10:39

Am Samstag traten "bürger"anwalt Resetarits und "Volksanwalt" Kostelka (SPÖ) in die sendung sog "bürgeranwalt an (auf ) der Seite des FPÖler Franz Pietsch vom Bmg und des vom Pfizer finanzierten Großdenunzinaten Erlacher.

dies ist inakzeptabel, vor allem, wenn man weiß wie viele menschen das Produkt Pfizers (chmapix - Vareniclin ) und Zyban - Bupropion (GSK) bereits gekillt haben.

wir lassen uns das nicht gefallen;
alois.stoeger@bmg.gv.at; josef.cap@poe.at; peter.kostelka@volksanwaltschaft.at; peter.resetarits@orf.at; buergeranwalt@orf.at; franz.pietsch@bmg.gv.at ;

Raucheraufstand im Internet:

Kommt alle zum Facebook und bringt all eure freunde (auch die normalen Nichtraucher, damit sie die wahrheit erfahren)
“Kein rauchverbot in Lokalen” – 100.000 Mitglieder

http://www.facebook.com/group.php... 8665344739

Wir erobern unsere würde, den öffentlichen raum und die Eigentumsrechte der Kleingastronomen zurück.

Gegen Alkolhol-, Tabak, und Hausmannskostprohibition.

(die Dicken und die Raucher werden ohnhin mit den selben mitteln ermordet:

acomplia (ribomabant) war zuerst gegen Raucher geplant: mangels an zulassung haben sie dann Dicke ermordet... bis es aus dem markt zurück gezogen wurde.

Alle gemeinsam gegen die Pharmalobby

KTHXBYE
25
18.9.2009, 12:01

Was für ein Hohn. Wer immer es mit Organisationen zu tun hat, in denen ausreichend viele pragmatisierte Mitarbeiter zu finden sind, weiß, daß Alkoholismus vom Management bis zum Portier dort ein völlig normales Phänomen ist. Und kein vereinzeltes. Entweder man war's schon, oder man wird so.

Sunflare
01
18.9.2009, 00:27

Wenn jemand quasi in der Mittagspause sieben Spritzer einwirft, ist das sicher alles andere als erheiternd...

10 dag Meinungswurscht - dünn aufschneiden bitte!
 
00
18.9.2009, 13:18
Samma uns ehrlich ...

... 7 Spritzer (an einem heissen Sommertag) san doch goa nix!

Aber der Magen übersäuert womöglich. Der "gesundheitsbewusste Alkoholkonsument" löst dieses gährungstechnische Problem daher, indem er zwecks basischer Neutralisation ein paar Krügerl nachwirft.

Falls nun die Gläser nicht ordnungsgemäss gespült und gereinigt wurden, befinden sich womöglich bakterielle Restkulturen an den Glasrändern.

Damit nun diese unschädlich gemacht werden, rundet man das ganze mit ein paar Stamperl Hochprozentigem (ich empfehle mind. 70 %) ab.

No, und das soll Alkoholismus sein ... ? ;-)

m109-elitekanonier
112
17.9.2009, 22:29
niemand

wird freiwillig zum säufer!
alkoholidmus is eine krankheit!

Clemens Schwarz
24
18.9.2009, 14:51
Jeder nacht es freiwillig

nur wollend die wenigsten die Verantwortung dafür übernehmen. Es nutzt nichts wenn die Verantwortung abgeschoben wird, man den anderen für die eigene Gesundheit verantwortlich macht.
Die Pharma, die Medizin, die Politik .... sind verantwortlich für die eigene Gesundheit. Wir sehen wohin das führt. Man wird zum Spielball derer. Jede nicht verlautbarte Stimme wird automatisch als Zustimmung gewertet. Eine Herde dummer Schafe. In Managerkursen wird genau das gepredigt, eine Herde dummer nichtsnutziger minderwertiger Schafe. Schauen sie sich die Krebsstatistik und andere Erkrankungen an. Von den abnehmenden Sonnenflecken kommt es nicht, obwohl es sicher einen zahlenmäßigen Zusammenhang gibt.

Clemens Schwarz
22
18.9.2009, 14:44
Ich habe nur wenige gesehen, denen der Alkohol eingefösst wurde.

Der Mensch wird nicht mit einer Alkoholkrankheit geboren. Er braucht den Alkohol nicht zum Leben, aber um sein Leben zu verschönern. Ich würde eher sagen,Suchterkrankung ist ein Problem, des nicht hinschauen Wollens, also hat eher mit blind sein/wollen zumindest auf einem (inneren) "Auge" zu tun. Insofern hat es eher mit Dummheit zu tun als mit Krankheit. Aber man kann dadurch krank werden. Die Loslösung geht über das sehen woollen oder können. Sie können natürlich auch einen inneren Riegel davor schieben und mit irgendetwas anderem kompensieren. Das Problem ist nicht gelöst, findet aber einen anderen Weg des Ausdrucks. Kreative und gesunde Lösungen sind natürlich besser, wie destruktive.

lemming0815
00
18.9.2009, 10:32

finde diese southpark folge auch zum totlachen

t 3
 
03
18.9.2009, 07:53

und die gesellschaft ist der krankheitserreger...

t 3
 
06
17.9.2009, 22:11
"alkoholgesellschaft"

ein wahres, wahres wort...

Lethawae
00
18.9.2009, 03:38

Absolut.
"Etwas trinken gehen" impliziert fast immer, daß Alkohol im Spiel ist.

der bunte faschist
00
18.9.2009, 23:12

um ehrlich zu sein, sie können das fast streichen.

wenn man in wien zb auf einen kaffee geht, sagt man niemals #gemma was trinken#

die mittlere plaudertasche
01
19.9.2009, 22:26
naja

also ich kenn schon leut`die #gemma was trinken#
sagen und dann ein obi oder cola oder kaffee bestellen.
sag niemals nie.
prost.

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