"Ahnungslose reden mit"

ORF-Mitarbeiter warnen vor Sparkurs

17. September 2009 16:25

Zentralbetriebsratsobmann moniert erste Kündigungen im Sender - ATV-Chef: ORF kauft Rechtemarkt leer

Wien - "Dem ORF geht es wie dem Fußball: Auch noch so Ahnungslose reden mit", beschwerte sich ORF-Redakteurssprecher Fritz Wendl im Rahmen der ORF-Enquete. Zu Wort meldeten sich am Donnerstag aber auch ORF-Mitarbeiter, wie etwa Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser, die vor einem Kaputtsparen des ORF warnten. Moser kritisierte den rigiden Personalabbau im Sender und monierte, dass es derzeit im ORF erstmals zu Kündigungen komme. Wolfgang Burtscher, Sprecher der Landesstudios, unterstrich die Bedeutung der Regionalberichterstattung, die es weiter aufrechtzuerhalten gilt.

Sowohl Wendl als auch Moser kritisierten ein Rasenmäherprinzip bei den Personaleinsparungen. Burtscher wies darauf hin, dass die Landesstudios, die in dem Ruf stehen, aufgeblähte Personalstrukturen haben, bereits seit Jahren in großen Reformschritten "beispielhafte und budgetwirksame Maßnahmen gesetzt" hätten. Die Studios produzieren ausschließlich österreichisches Programm und leisten den gesetzlichen Auftrag der ORF-Regionalberichterstattung. "Wenn man die Berechtigung der Landesstudios anzweifelt, ist das so, als ob man die Bundesländer abschaffen wollte", so Burtscher.

Monopolist

Mangelnde Selbstkritik musste sich der ORF von ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer vorwerfen lassen. Der ORF begreife sich noch immer als Monopolist, der "am liebsten keinen anderen neben sich duldet". Dabei sei dem Sender seit der Verbreitung der Privatsender längst jegliche Differenzierung verloren gegangen, er kaufe den Rechtemarkt leer und nutze seine Vorteile, die er aus der Gebührenfinanzierung hat, "schamlos aus". Bauers Resümee: "Retten Sie den ORF vor sich selbst, machen Sie ihn werbefrei, ein erster Schritt muss ein Werbeverbot nach 20 Uhr sein." Markus Breitenecker, Geschäftsführer von Puls 4, forderte eine klare - am besten quantitative - Definition des öffentlich-rechtlichen Auftrages.

Danny Krausz, Obmann des Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie, legte ein Plädoyer für das Film- und Fernsehabkommen ab. Der ORF dürfe dieses Abkommen nicht aufkündigen, es müsse im Gegenteil noch von sechs auf zehn Millionen Euro aufgestockt werden. Sein Fortbestand müsse gesetzlich verankert werden. (APA)

Bruno Schimper
18.09.2009 18:00
Abschaffen..

.....der Provinz-Burtscher hat Angst, dass man die Bundesländer abschafft, wenn man ihm sein Radio wegnimmt! oh Gott oh Gott - Größenwahn ist tatsächlich steigerbar! Wahrscheinlich hat er wieder vorgelesen, was ihm der Oberhauser aufgschrieben hat! Dafür gibts bestimmt eine Vorlesezulage, einen Gutschein oder einen Sonderurlaub!

Odoakker Hurgga
18.09.2009 14:38
Au Jaaaaaa!

Bundesländer abschaffen? Ab diesem Tag zahle ich freiwillig MEHR Steuern! Kluge Entscheidungen gehören nämlich belohnt. 9 Landtage, 9 LandesMajestixe, 9 Landesstudios, 9 Landesdirektoren, 9 Verwaltungsburgen namens "Amt der XY Landesregierung", 9 Landesschuöträte, 100 Bundesräte - alles Hybris. Baba und foi ned! Milliarden mit einem Streich gerettet.

Elfmeter
18.09.2009 07:02
Ja, jaaaaaaaa!

"Wenn man die Berechtigung der Landesstudios anzweifelt, ist das so, als ob man die Bundesländer abschaffen wollte", so Burtscher"..... Jawollllll Herr Burtscher, Sie bringen's auf den Punkt. Auch über die Bundesländer gehört gesprochen.

Der Wanst
17.09.2009 23:34
Auch hier reden Leut mit, die keine (!) Ahnung haben.

Schade, mit Hirn würd sich soviel machen lassen, Betonköpfe aus allen Richtungen ...

...wird den beteiligten Personen weiterhin freie Hand bei Ihrer Arbeit lassen (die nix mit gemeinwohl sondern nur mit der eigenen Bereicherung zu tun hat).

Sowohl der GI alssauch der LH.

silverdream
17.09.2009 19:53
jaja der arme orf

scheinbar sind die goldenen-monopol-zeiten im vorigen jahrhundert hängen geblieben. ab in die freie marktwirtschaft!

stoppt endlich den zwangs gebühren-wahnsinn.

murph
17.09.2009 17:24

"Moser kritisierte den rigiden Personalabbau im Sender und monierte, dass es derzeit im ORF erstmals zu Kündigungen komme. "

willkommen in der realität.

"Wenn man die Berechtigung der Landesstudios anzweifelt, ist das so, als ob man die Bundesländer abschaffen wollte", so Burtscher.

ja wäre eh höchste zeit.

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