Deutlich die Handschrift von Intendant Joachim Schloemers trägt einer der "neuen" Spielräume im Festspielhaus St. Pölten - die "Box"
Der ehemalige Haydn-Saal wurde adaptiert und in eine Bühne umgewandelt. Gerade groß genug, um diesen Namen zu verdienen, aber auch klein genug, um sich dort nahe kommen: Die "Box" ist ein Ort der kleineren Segmente und wird im Rahmen der Saison 2009/2010 Musik-, Tanz- und Arbeitsplatz für international und regional bekannte KünstlerInnen. "Die Box steht sehr für meine Arbeitsweise. Ich möchte heterogenes an einem Ort zusammenführen, Menschen an einen Ort bringen, der klein genug ist, dass man sich sehr nahe kommen kann und groß genug um noch Bühne sein zu können. Kurz: ein idealer Ort des Kennenlernens," charakterisiert Joachim Schloemer, der künstlerische Leiter des Festspielhaus St. Pölten, den Raum.
Das Programm streift den Bereich Musik, zumeist im Rahmen der Festivals, fußt aber hauptsächlich auf kleinen, den intimen Rahmen einer Art "Kammerbühne" benötigenden Tanzproduktionen und dient als "Arbeitsplatz" für die "Labore", die im Rahmen der "Expeditionen", einer ebenfalls "neuen" Programmschiene des Festspielhaus, zu verschiedenen Themen abgehalten werden.
A Filetta - Korsische Gesänge
Die 1987 gegründete Vokalgruppe A Filetta (korsisch für "der Farn") gilt as bekannteste Instanz der korsischen Polyphonie, einer Tradition von mehrstimmigen Gesängen, die beinahe in Vergessenheit geraten war. A Filetta leisteten einen maßgeblichen Beitrag zur Wiederbelebung des korsischen Kulturerbes und sind heute an genreübergreifenden Projekten in den Bereichen Film, Theater, Oper und Tanz im nationalen und internationalen Umfeld beteiligt. Zusammengesetzt aus sieben Männerstimmen, lässt dieser Chor durch unwahrscheinliche Kreativität die orale Inseltradition fortbestehen, ist aber gleichermaßen bekannt für die Erforschung anderer Gebiete des polyphonen Gesangs, besonders durch Kreationen zeitgenössischer Werke.
Eun-Me Ahn Company Seoul - Rabbit is dancing
Korea's lange, gewundene Flüsse, seine Wald-Winde und die Stimmen der Namenlosen sind gefangen und vereint im Tanz von Eun-Me Ahn. Eine Zeit, in der Natur und Menschen Seite an Seite leben, existiert. Das Prinzip des Ausgleichs, das in der modernen Welt nach und nach verschwindet, findet sich in Eun-Me Ahns Werk wieder. Die Koreanerin ist eine ungewöhnliche und Aufsehen erregende Choreographin. Mit ihrer Extrovertiertheit und Ausdruckskraft ist sie nicht nur in ihrer Heimat eine Ausnahmeerscheinung. Als Tänzerin und Choreographin erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Sie choreographierte u. a. für die Eröffnungsveranstaltung der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Japan/Südkorea 2002 und wurde mit einer von Pina Bausch präsentierten Solo-Serie in Deutschland bekannt.
Ahns Stück "Rabbit is dancing" ist voller Paradoxien: das Schöne und das Häßliche, Traurigkeit und Freude, Unterdrückung und Hedonismus, Übermut und Mäßigung. Dies sind alles Verhältnisse und Gegensätze jener Welt, die Ahn dem Zuschauer vergegenwärtigt. Koreanischer Schamanismus und Buddhismus bilden die Grundlagen des Tanzes, der sich in eine Welt ausdehnt, welche mannigfaltige Kulturen und Werte umfasst. Tanztheaterabend, der Musik, Sprache und Tanz auf spannende Weise verbindet, und der die Grenzen zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur sprengt.
Der Standard Box-Paß
Exklusiv für Standard-LeserInnen bietet das Festspielhaus St. Pölten mit dem Box Paß die Möglichkeit, in diese Segmente einzutauchen. Der Paß (à € 54) gilt für alle in der Box im Rahmen der Saison 2009/2010 stattfindenden Veranstaltungen und gewährt zusätzlich eine Ermäßigung von 10 Prozent auf die Vorstellungen im Großen Saal. Nähere Informationen zum Programm in der Box finden Sie unter www.festspielhaus.at, zum Box-Paß direkt beim Ticketing des Festspielhauses unter +43 (0)2742 / 908080-222 oder karten@festspielhaus.at.
Programm in der Box
Detailierte Informationen zum Veranstaltungsprogramm der Box finden Sie hier.