Antiker Ruhrpott im Burgenland

18. September 2009, 18:58
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    foto: apa / gymsmmi soproni muzeum

    Darstellung eines Reiters auf der Grabstele des Abilus Cadiacus, der Angehöriger der Kavallerie im Lager in Strebersdorf war.

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    foto: öai

    Der Fund gelang heuer bei Grabungen im Rahmen des internationalen Bernsteinprojektes des ÖAI.

Archäologen gelang ein spektakulärer Fund: Sie entdeckten in der Nähe des burgenländischen Orts Strebersdorf drei römische Militärlager, die sich damals inmitten eines antiken Industriegebiets befanden

Strebersdorf - Auf der Feuerleiter aus 30 Meter Höhe hat man den besten Überblick. Was aber gibt es auf einem Feld in der Nähe von Strebersdorf im Burgenland aus Vogelperspektive zu bestaunen? Einen spektakulären Fund aus der Römerzeit. Nach fast 2000 Jahren zeigen Stangen im Boden erstmals wieder den Verlauf der antiken Bernsteinstraße und die Dimensionen der Befestigungsanlagen.

Forscher des Österreichischen Archäologischen Institutes (ÖAI) entdeckten im Rahmen des internationalen Bernsteinstraßenprojektes in Strebersdorf / Gemeinde Lutzmannsburg drei Militärlager mit mehr als zwei Hektar Größe. Die Lager und die dazugehörige Siedlung liegen direkt am wichtig- sten Handelsweg in römischer Zeit.

Den Grabungen gingen Untersuchungen mithilfe von Geomagnetik und Georadar voraus. Mit diesen modernen wissenschaftlichen Methoden ist es möglich, zerstörungsfrei - eben ohne zu graben - bis zu drei Meter unter die Erde zu "sehen". Auf diese Weise konnten die Archäologen ein 21 Hektar großes Gebiet systematisch untersuchen und so nach der Entdeckung der Siedlung im Vorjahr heuer die drei übereinanderliegenden Militärlager nachweisen.

Die Befestigungsanlagen wurden damals aus Holzpfählen, also aus vergänglichen Materialien errichtet. Ihre ehemalige Existenz lässt sich jedoch mithilfe der Geophysik rekonstruieren. Die zahlreichen Münzen, Bestandteile von Pferdegeschirren, Kurzschwert- und Schienenpanzerteile sind aber real und zu besichtigen. Buchstäblich in letzter Minute wurden rund 80 Fundstücke geborgen, da die Grabung nächste Woche wieder geschlossen wird.

"Wir können mithilfe der Funde aus dem Graben beweisen, dass das erste von den drei Lagern bereits zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus in der Zeit von Kaiser Augustus errichtet wurde", sagt Grabungsleiter Stefan Groh. "Damit ist das erste Militärlager von Strebersdorf momentan die älteste Befestigungsanlage einer Reitereinheit in Ostösterreich." In Carnuntum habe es damals nur Auwald gegeben - zumindest nach heutigem Stand der Forschung.

Drei Aufgaben für die Truppe 

Das erste Fundstück aus dem Graben ist Teil einer Pferdeausrüstung und beweist die Existenz einer Kavallerieeinheit und damit auch die Bedeutung des Ortes: Reiter waren nämlich immer die Elitetruppen der Römer. Das Militärlager erfüllte eine Dreifachfunktion: Erstens sicherten die stationierten Truppen die Handelsstraße und mussten zweitens die Provinz unter Kontrolle halten. Drittens kontrollierte das Militär den Abbau der Bodenschätze.

"Das Mittelburgenland war damals ein Industriegebiet mit reichen Raseneisenerzvorkommen, also quasi der Ruhrpott der Provinz", so Grabungsleiter Groh. Deshalb könne man hier überall auf dem Gelände mithilfe der geophysikalischen Untersuchungen die Existenz von Hochöfen beweisen.

Damit wurde das für die Waffenproduktion wichtige Eisen unter Aufsicht des Militärs gewonnen. Die Schmelzöfen hatten einen riesigen Bedarf an Holz, was wiederum die damalige Ökologie nachhaltig beeinflusste.

Trotz der teilweisen Schließung des spektakulären Fundes im Mittelburgenland werden die Archäologen des ÖAI intensiv weiterforschen und -graben. Es gilt noch möglichst viele Fundstücke sicherzustellen und so die vielen offenen Fragen über die Militärlager beantworten zu können. (Martin Grabner/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20. 9. 2009) 


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ÖAI

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
hast1
02
19.9.2009, 23:15

1 Teil einer Pferdeausrüstung beweist die Existenz einer Kavallerieeinheit.

sollte man noch einen hundeknochen finden, gabs auch eine hundestaffel.

G.Steffln
11
20.9.2009, 13:33

Das Tier, auf dem dieser Abilus Cadiacus da oben reitet, dürfte auch eher ein großer Hund als ein Pferd gewesen sein.

Möhrenfresser
00
20.9.2009, 19:20
Ein Tragtier wars.

aha15
00
19.9.2009, 09:20

der ganze artikel wurde umgeschrieben.
schön.
man liest offenbar postings. oder man merkte es selber.

Coleman Silk
010
18.9.2009, 10:51

"Dass an diesem Standort auch Bodentruppen stationiert waren,. . ."

bodentruppen ? . . . was soll denn sonst im burgenland stationiert gewesen sein ? lufteinheiten ? vielleicht greifvogelgeschwader ?
oder ein paar triremen am neusiedlersee ?

soldaten ist das wort , dass sie gesucht haben - hört sich nicht so peppig an, ich weiß, aber da sind alle dabei, die dagewesen sein können und bl*sinn ist es auch keiner.

Der Wählerwille
 
00
18.9.2009, 23:48
vielleicht gings um den begriff infanterie?

Penne all'arrabbiata1
00
18.9.2009, 15:37

Kavallerie

wer103
10
18.9.2009, 16:22

... die kommt heut' nicht mehr!

little nest of vipers
08
18.9.2009, 10:13
norbertus julius darabus

besonders die bevölkerung begrüßt die lange tradition des assistenzeinsatzes.

G. B. Corner
00
18.9.2009, 13:26

Tiberius war ein Claudier, oder? ... es müsste also Norbertus Claudius Darabus heißen

Alex Calder
00
19.9.2009, 04:09

Norbertus Claudius Sinebarbus?

Freddie_Freeloader
00
17.9.2009, 22:42
kleinbomum?

neulichtsichel
23
17.9.2009, 22:26

Ödenburg und Steinamanger

Pannonia Jack
32
18.9.2009, 00:37

Genau: Szombathely und Sopron

neulichtsichel
00
18.9.2009, 17:56

ja, aber Szombathely und Sopron

el locombiano
02
18.9.2009, 01:41

Sie sagen ja auch z.B. Kara Deniz bzw. Cerno More bzw. Marea Neagra bzw. ...

Liste unvollständig

aha15
14
17.9.2009, 20:37

hmm.. ob das hier qualitätsarbeit ist?
..bodentruppen.. (was denn sonst? oder falls tatsächlich marine in frage käme.. warum doch nicht?)
..bernsteinstrasse - wichtigster handelsweg.. (von was.. des ganzen imperiums? nördlich der alpen? in den an die nordseel?)
.. die einzigen und grössten lager (?)
.. die österr. geschichte der römer muss neu geschrieben werden.. (vielleicht ein hinweis, was denn und warum?)

hmm..

tomart3
01
18.9.2009, 10:16
Die Geschichte...

... der Standard-Poster muss nach Ihrem Beitrag ebenfalls neu geschrieben werden. Sie haben ein ganz neues Niveau erreicht.

A Voice
02
18.9.2009, 00:15
Imperial

Air force - wos sunst ;-)

Den Rest hab ich mich auch gefragt - seltsamer Artikel.

01052004
00
17.9.2009, 18:24
"eine tagesreise"

zu fuß als soldat...im vollbeladenen ochsenkarren wären das 5 tage...aber ich bin wohl zu pingtelig (der artikel stammt ja - wohl als jubelmeldung und werbung für den herrn hahn - direkt von der apa)...

und armee als "ressourcenhüter" - ja was denn sonst??? eben um "die ressourcen" fürs römische reich zu bewahren...das kann nichts neues sein (die amis machen ja das gleiche im irak, sogar it den gleichen argumenten wie die römer: bellum justum - war against terror)...

Emiliano Zapata
02
18.9.2009, 01:02
die tagesetappen der römischen legionen waren schon ordentlich

25km an einem tag ist normales marschtempo der soldaten. nicht vergessen, sie hatten halbwegs ordentliche strassen (für damalige verhältnisse) und die weiten etappen waren sicher eine der stärken der römischen armee.

luchmhor
00
19.9.2009, 23:38

Halbwegs ordentlich ist gut. Immerhin haltens seit 2000 Jahren. Kann man von neugebauten Straßen nicht behaupten. (OK, damals gabs noch keine 40Tonner)

Plaats van Samenkomst
04
17.9.2009, 17:21
Es ist ewig das selbe Elend:

nach Römern graben ist schick und populär. Und für die Paläolithikum-Forschung fehlt hinten und vorne das Geld!

klingsor
00
18.9.2009, 09:46

jaja, die saurier...

wer103
00
18.9.2009, 16:24

Saurier?

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