"Reden Sie!"

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Was bisher geschah: In Bremen war wie immer Party und Hamburg-Heiner mittendrin. Sven muß weitermachen mit der Deutschlandwerbung, darf aber Königgrätz nicht mehr erwähnen. Ein Radiokonzert in Wuppertal (WDR 2) soll alles richten. Aber was ist am Morgen danach?

Mittwoch, 16.9., 4.45 Uhr, Wuppertal

Der Morgen nach dem Wuppertaler Radiokonzert: Der Wecker klingelt. Gleich kommt das Auto, das mich zusammen mit Herrn Strudl von der Universal (Name geändert) nach Köln ins Frühstücksfernsehen bringt. Hamburg-Heiner ruft nicht an. Die Landschaft um mich herum erinnert an das Burgenland, dabei ist es das Bergische Land. Das hat etwas Psychedelisches, Parallelwelthaftes, wie früher Westberlin und Ostberlin. Aber für solche Gedanken ist jetzt keine Zeit.

Versuch über Wuppertal

Wuppertal liegt im lieblichen Tal der Wupper mitten im Bergischen Land und ist weltberühmt für seine 1901 von der Firma MAN (Busfahrer Udo: "Murks Aus Nürnberg") konstruierte Schwebebahn, die sich direkt über der Wupper auf gespreizten Beinen dahinschlängelt und die beiden wichtigsten Stadtteile, Elberfeld und Barmen, miteinander verbindet und versöhnt. Wuppertal ist schön grün, hat eine feine Altbaustruktur und ein weltbekanntes Tanztheater. Typisches Essen: Schwarzbrot, Weißbrot, Graubrot. Die Straßenbahn gilt seit 1987 als abgeschafft. "Über die Wupper gehen" ist ein anderer Ausdruck für sterben. Die Wuppertaler glauben, daß sie nach dem Tod von einer Schwebebahn abgeholt werden, die quer zur Wupper fährt. Ein Drittel der Erwerbsbevölkerung arbeitet bei Bayer, ein Drittel bei der Barmer Ersatzkasse, und der Rest macht Ausdruckstanz. Einwohner: ca. 350000. Berühmte Wuppertaler: Johannes Rau ("Versöhnen statt spalten"!), Friedrich Engels, Horst Tappert ("Reden Sie!"). Berühmte Wuppertaler, die keine sind: Pina Bausch. Beliebte Wuppertaler Lieder: "Elberfeld olé", "Super Barmen" und "Es geht eine Schwebebahn nach Eisenstadt". Partnerstädte: Eisenstadt. Wappen: Löwe. Bundesland: Nordrhein-Westfalen.

Murks Aus Nürnberg

(Sven Regener, derStandard.at, 17.09.2009)

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