Colibasi, Dorf der Heimkehrer

16. September 2009, 18:46
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    foto: petru pirnau / imo

    Florea, Uzun und Daniel (von links) im Café von Colibasi. Heute sind alle drei arbeitslos.  Sie wollen wieder nach Österreich zurück.

Die Republik Moldau ist ein Land von Auswanderern – die oft wieder zurückkehren - Im Dorf Colibasi leben 18 Moldauer, die Österreich wieder verlassen mussten

Viele haben Sehnsucht nach ihrer Wahlheimat.

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Die Bewohner des moldauischen Dorfes Colibasi kennen ganz Europa. Wer nicht selbst schon im Ausland war, hat einen Nachbarn, der in Frankreich lebt, eine Tante die eben aus Spanien zurückgekehrt ist oder einen Cousin in Deutschland. So erzählen es zumindest die Bewohner. "Es gibt kein Land in Europa, wo nicht schon einer aus Colibasi war", sagen Daniel und Uzun mit etwas Stolz. "Außer Island vielleicht."

Uzun und Daniel gehören zur Österreich-Fraktion. 18 Mitglieder zählt diese Gruppe. Im Dorf Colibasi, das aus einer Hauptstraße, einem verwaisten Café und hunderten baufälligen Bauernhäusern besteht, ist das eine stattliche Anzahl. Die erste Frage Daniels, dessen niederösterreichischer Akzent so gar nicht zu seinem Gangster-Hut passt, den er nie abnimmt, lautet: Wie sieht es mit dem Michael-Jackson-Tribute in Schönbrunn aus? "Abgesagt?" Daniel war schon länger nicht mehr daheim.

Colibasi ist ein Dorf der Heimkehrer. Ein Viertel der Moldauer hat das bitterarme Land Richtung Westeuropa und Russland verlassen. In kaum einem Land der Welt sind, gemessen an der Bevölkerungszahl, so viele Einwohner als Arbeitsmigranten im Ausland. Viele werden aber wieder abgeschoben. Wer lang weg war, fühlt sich dann in Moldau richtig fremd.

So ist es auch bei Daniel und Uzun. Im Sommer 2004 erzählte ihnen ein Freund von Österreich, Daniel war 14, Uzun 16. In einem Internat als Waisen aufgewachsen, hatten sie Moldau nichts zu verlieren, in Österreich alles zu gewinnen. "Wir haben unsere Sachen gepackt und sind losgegangen" , erzählen sie. Von Colibasi ging es über die Ukraine und die Slowakei nach Österreich. Ganz ohne Hilfe. "Wenn du keine Zukunft hat, denkst du darüber nach, was du machen kannst" , sagt Daniel.

In Österreich kamen die beiden nach Traiskirchen, sie beantragten Asyl. Dann folgte die Normalität: Daniel und Uzun besuchten die Hauptschule in St. Pölten, später die HTL. Sie lernten Deutsch. Dann stand die Fremdenpolizei vor der Tür. Moldau ist arm, politisch verfolgt wurden Daniel und Uzun nicht. Sie mussten zurück.

Die "Österreicher" von Colibasi leben nicht im Elend, sehnen sich aber nach ihrer Wahlheimat. Und sie sind verärgert: "Ich habe immer meine Steuern gezahlt" , sagt der 21-jährige Florea, der in Wien bei einer Verpackungsfirma gearbeitet hat und zurück nach Simmering will.

In Colibasi sind Daniel, Florea und Uzun arbeitslos. Untertags haben sie wenig zu tun, am Abend lockt nur das Café. Daniel hat ein Moped gekauft, mit dem gast er durch den Ort. Den Bezug zu Österreich haben die drei nicht verloren.

Die Austrian Development Agency (ADA) finanziert dort ein Projekt für zurückgekehrte Moldauer. Bisher profitierten 280 Menschen davon. Die Moldauer können sich um 600 Euro Waren kaufen. Oder sie besuchen einen Businesskurs und bekommen einen Mikrokredit, um sich ein Geschäft aufzubauen. Das Projekt klingt gut, nur das Umfeld passt nicht: In Colibasi gibt es nichts, auf das man aufbauen könnte. Daniel und Uzun kauften um die 600 Euro eine Jätmaschine. Den beiden gehört ein Bauernhof. Aber ihr Interesse gilt etwas anderem: Sie wollen wieder nach Österreich. Darum haben sie im EU-Land Rumänien um die Staatsbürgerschaft angesucht. Moldawien gehörte einst zu Rumänien, ein Bukarester Gesetz erleichtert die Einbürgerungen. Allerdings beträgt die Wartezeit zehn Jahre. Um die Sache zu beschleunigen, haben sich Daniel und Uzun einen Anwalt genommen. "Ich gehe nach Österreich zurück" , sagt Daniel. "Und diesmal legal." (András Szigetvari aus Colibasi/DER STANDARD, Printausgabe, 17.9.2009)

 

Florea Ion
00
15.1.2010, 21:33
hallo

Ich bin der der in das bild ganz links ist. Der Reporter hat es mir versprochen dass er der zeitund mir sendet. Ich habe der zeitung nicht gekriegt also dachte ich dass kein artikel gab. Ich habe mich sehr gefreut als ein freund von mir der in Oesterreich wohnt, sagte mir dass ich in einer zeitung bin. Ich habe den artikel heute ins internet gefunden.In Oesterreich habe ich nicht nur mit papiere gearbeitet, sondern eine menge deutschkurse gemacht, hauptschuleabschluskurs und ein jahr HTL.Das alle in drei jahren. Nach Oesterreich werde ich nicht bald kommen, obwohl ich jezt Rumanische also europaische Burger bin. Ich wollte die schule fertig machen,aber dafur ist schon zu spat. Schone grusse an alle die mich kennen. Eure ausgewiesene Florea

Dante Alighieri
00
13.1.2010, 14:58

Eine gewaltige Verschwendung von Arbeits- und Lebenskraft. Statt in Österreich produktiv und glücklich sein zu können zwingt man diese Menschen in Moldau arbeitslos und unglücklich zu sein. Und warum? Nur damit sich ein paar Hetzer in Wien einen runterholen können...

mitrovic dejan
10
16.9.2009, 23:04
Interesant

Unter bericht stet eine werbung für Lufthanser HIN UND RETOUR Neue Horizonte endecken? seltsame zufal oder götliche bestimung.Das sache habe nur ein Hacken Europa ist nicht angeboten nicht einmal Österreich und die Preise sind für Moldavia A Wansing.Ubrigens ich wahr in Moldawien ein "ilegaler"Weil ich mit mein Lkw in dnjepr oblast eingereist bihn wo die rusen zum sagen haben.Ausreisen dürfte ich nicht?Ich wahr Ilegal in Land?.3 tage schlafen in Auto warten am montag gericht der sagt ich nicht schulig weil dort haben moldawier keine sagen an grenze zum Ukraine.Der erste Land in welt der ilegale nicht läst auszureisen?Ich habe so gelacht.Mein glück dort gibts Western union .und kein schubhaft für ilegalle????

gutester gutmensch der ersten stunde..
12
16.9.2009, 18:57

immer wieder macht es mich betroffen, wenn man einblick in die hintergründe und schicksale der personen bekommt, die es einfach aus armut und nicht aus politischer verfolgung in den vermeintlich besseren westen zieht.

Peter Hammer 06
04
17.9.2009, 07:31
Betroffen und es lässt mich an Teile meiner ......

...burgenländischen Verwandtschaft denken, die ab 1923 in die USA und nach Kanada ausgewandert sind.
Es gab damals, wie in Modawien heute, keine andere Chance,sein Leben zu verbessern.

gaußverteilung
02
17.9.2009, 01:54
Diese Leute brauchen kein Mitleid sondern eine faire Chance.

In 10-20 Jahren werden wir ob der demographischen Entwicklung junge, ehrgeizige Einwanderer mit Handkuss aufnehmen.

peperl4a
01
16.9.2009, 22:58

jaja,und das sind dann die "bösen Wirtschaftsflüchtlinge" ...

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