Putschpräsident: Zelaya kann nur mit Gewalt zurück

16. September 2009, 17:47

Land zum Nationalfeiertag weiter gespalten

Tegucigalpa - In Honduras haben sich Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya auch am Unabhängigkeitstag unversöhnlich gezeigt. Mehrere tausend Demonstranten zogen am Dienstag durch die Hauptstadt Tegucigalpa und forderte die Rückkehr von Zelaya, der Ende Juni entmachtet wurde. Interimspräsident Roberto Micheletti sagte bei einer Militärparade, Zelaya könnte allenfalls mit einer gewaltsamen Invasion wieder an die Macht kommen. Er äußerte die Hoffnung, dass die für den 29. November geplante Wahl für eine Entspannung sorgen werde.

Die internationale Staatengemeinschaft sieht in Zelaya den legitimen Präsidenten des mittelamerikanischen Landes und will auch die von der Übergangsregierung organisierten Präsidenten- und Parlamentswahlen nicht anerkennen. Zelaya hat seit seinem Sturz am 28. Juni mehrfach versucht, vor allem mit der Unterstützung seines Verbündeten, des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, nach Honduras zurückzukehren, was von der Übergangsregierung aber verhindert wurde. Begründet wurde die Amtsenthebung Zelayas mit einem Referendum über eine verfassunggebende Versammlung, die ihm eine derzeit von der honduranischen Verfassung nicht zugelassene zweite Amtszeit hätte ermöglichen sollen. Zelaya habe damit seine Kompetenzen überschritten, hieß es.

Die Führungsschicht in Honduras hatte sich der Erhebung der anderen zentralamerikanischen Provinzen gegen die spanische Krone angeschlossen. Am 15. September 1821 wurde die Unabhängigkeit erklärt, allerdings blieb Honduras bis 1823 an Mexiko angeschlossen und danach in der Zentralamerikanischen Konföderation mit Costa Rica, El Salvador, Nicaragua und Guatemala. Erst 1839/40 wurde Honduras tatsächlich unabhängig, vor allem die Wirtschaft wurde aber stark von den USA kontrolliert. So kontrollierte die United Fruit Company zwei Drittel des wichtigen Bananenexports.(APA/AP)

dr. kokos
 
02
22.9.2009, 12:37

tja, da hat zelaya micheletti jetzt einmal mehr lügen gestraft!

Unzeit-gemäß
00
17.9.2009, 11:21
Zelaya verliert zuviel Zeit.

Die Sanktionen scheinen den Putschisten nicht weh zu tun, die Bevölkerung wird sich an die neuen Machthaber gewöhnen und nach den im November zu inszenierenden Wahlen, werden auch international Forderungen nach einer Normalisierung laut werden.

Mir scheint, Zalaya ist nicht bereit, persönlich etwas zu riskieren - auf lateinamerikanisch: er hat "keine Eier" *g* -, und die Bevölkerung spürt das.





*space
01
17.9.2009, 03:20
Ja genau, der United Fruit Company gehört die ganze Welt!

Raptor Jesus
00
17.9.2009, 14:23
Bananenrepublik

Die bezeichnung kommt nicht von ungefähr.
Im Spiel Tropico wurden die United Fruit Company sogar namentlich erwähnt (wurde durch einen Patch jedoch später geändert)

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