Land zum Nationalfeiertag weiter gespalten
Tegucigalpa - In Honduras haben sich Anhänger und Gegner des
gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya auch am Unabhängigkeitstag unversöhnlich
gezeigt. Mehrere tausend Demonstranten zogen am Dienstag durch die Hauptstadt
Tegucigalpa und forderte die Rückkehr von Zelaya, der Ende Juni entmachtet
wurde. Interimspräsident Roberto Micheletti sagte bei einer Militärparade,
Zelaya könnte allenfalls mit einer gewaltsamen Invasion wieder an die Macht
kommen. Er äußerte die Hoffnung, dass die für den 29. November geplante Wahl für
eine Entspannung sorgen werde.
Die internationale Staatengemeinschaft sieht in Zelaya den legitimen
Präsidenten des mittelamerikanischen Landes und will auch die von der
Übergangsregierung organisierten Präsidenten- und Parlamentswahlen nicht
anerkennen. Zelaya hat seit seinem Sturz am 28. Juni mehrfach versucht, vor
allem mit der Unterstützung seines Verbündeten, des linksgerichteten
venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, nach Honduras zurückzukehren, was von
der Übergangsregierung aber verhindert wurde. Begründet wurde die Amtsenthebung
Zelayas mit einem Referendum über eine verfassunggebende Versammlung, die ihm
eine derzeit von der honduranischen Verfassung nicht zugelassene zweite Amtszeit
hätte ermöglichen sollen. Zelaya habe damit seine Kompetenzen überschritten,
hieß es.
Die Führungsschicht in Honduras hatte sich der Erhebung der anderen
zentralamerikanischen Provinzen gegen die spanische Krone angeschlossen. Am 15.
September 1821 wurde die Unabhängigkeit erklärt, allerdings blieb Honduras bis
1823 an Mexiko angeschlossen und danach in der Zentralamerikanischen
Konföderation mit Costa Rica, El Salvador, Nicaragua und Guatemala. Erst 1839/40
wurde Honduras tatsächlich unabhängig, vor allem die Wirtschaft wurde aber stark
von den USA kontrolliert. So kontrollierte die United Fruit Company zwei Drittel
des wichtigen Bananenexports.(APA/AP)