Hariri soll neuen Versuch zu Regierungsbildung unternehmen

16. September 2009 17:09

Präsident Sleimane ernennt pro-westlichen Politiker erneut zum Regierungschef

Beirut - Der libanesische Präsident Michel Sleimane hat den vergangene Woche zurückgetretenen Saad al-Hariri erneut zum Ministerpräsidenten ernannt. Er solle eine Regierung der nationalen Einheit bilden, erklärte das Büro des Präsidenten am Mittwoch in Beirut. Sleimane hatte zuvor zwei Tage lang mit den Abgeordneten beraten. Der pro-westliche Politiker Hariri hatte vergangene Woche seinen Rücktritt eingereicht, da es ihm nicht gelungen war, mit der schiitischen Hisbollah eine Regierung zu bilden.

Hariri war erstmals Ende Juni zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Das pro-westliche Lager um den Sohn des 2005 ermordeten Ex-Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri war aus den Parlamentswahlen Anfang Juni als Sieger über die israelfeindliche Hisbollah hervorgegangen. Hariris Bündnis errang 71 der 128 Parlamentssitze. Seine Nominierung für das Amt des Ministerpräsidenten wurde jedoch auch von Abgeordneten aus dem rivalisierenden Lager mitgetragen. Seither hatte Hariri versucht, eine Koalition zu schmieden, an der auch die Hisbollah beteiligt sein sollte.

Der Anschlag auf Hariris Vater Rafik hatte 2005 im Libanon eine beispiellose Protestwelle gegen Syrien ausgelöst, an deren Ende nach jahrzehntelanger Präsenz der Abzug der syrischen Truppen stand. Ende 2006 stürzte der Libanon durch den Machtkampf zwischen pro-westlichem und pro-syrischem Lager in eine tiefe politische Krise, die erst im Mai 2008 nach blutigen Auseinandersetzungen beigelegt wurde. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.