Ethik-Fonds

Zwischen Gewissen und Rendite

16. September 2009 16:54

Wer bei Investitionen nicht nur auf Erträge, sondern auch auf Ethik achten möchte, hatte noch nie so viel Auswahl. Zwischen den Produkten bestehen aber große Unterschiede, sowohl bei der Ethik wie auch bei den Erträgen.

Aus Geld mehr Geld zu machen, Zinsen oder Renditen zu verdienen wird in manchen Kulturen als Sünde betrachtet. Beim "Vice Fund" von der US-Investmentgesellschaft Mutuals.com ist der Name Programm: Alles, was Jiminy Cricket - dem personifizierten Gewissen aus Disneys Pinocchio-Verfilmung - Bauchschmerzen bereiten würden, befindet sich in diesem Fonds. Die Fondsmanager Charles Norton und Allen R. Gillespie investieren in Rüstungsaktien, Produzenten von Alkohol und Tabak sowie Betreiber von Kasinos. Statt sozial-verträglicher Investitionen steht hier die sündige Rendite im Vordergrund.

Katholische Wertesteigerung

Ganz anders ist das etwa beim "Ave Maria Catholic Values Fund" . Dieser US-Fonds ist auf katholische Werte ausgerichtet. Rüstungsunternehmen finden dort ebenso wenig Platz wie Glücksspielkonzerne. Der direkte Vergleich der Fonds fällt damit schwer. Was man aber sagen kann: In der Krise haben die sündigen Konzerne mehr gelitten, der "Vice Fund" hat in den vergangenen drei Jahren 4,88 Prozent pro Jahr verloren. Der "Ave Maria Fund" liegt nur wenig darüber, bei einem Minus von 4,6 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren ist der "Vice Fund" vor seinem katholischen Kontrahenten. Ein Rennen auf Augenhöhe also - auch wenn andere, risikoadjustierte Kennzahlen betrachtet werden.

Während sich bei diesen Fonds also nur schwer sagen lässt, welcher überlegen ist, wurde in zahlreiche Studien festgestellt, dass das Gewissen am Finanzmarkt sogar etwas mehr Rendite bringen kann. Besonders bei Fondsgesellschaften, die sich auf ethische Produkte spezialisiert haben, konnten Wirtschaftsforscher der Universität Madrid überdurchschnittliche Erträge feststellen.

Doch da die Gier immer wieder als Wurzel der aktuellen Krise bemüht wird, ist die Frage für einen Investor nicht, ob ethische Fonds bessere Rendite bringen. Stattdessen geht es um die Kriterien, die diese ethischen Fonds anwenden, um ihr Universum an investierbaren Aktien oder Anleihen zu filtern. Anleger, die sich selbst gewissen Themen verschrieben haben, würden auch bereit sein, am Jahresende ein paar Basispunkte weniger Rendite stehen zu haben.

Doch hier gilt, bei allen Fonds genau zu schauen. Denn die Kriterien, nach denen "böse" Aktien aus dem Fonds gesperrt werden, variieren deutlich. Bei einigen Fondsgesellschaften werden einzig Rüstungskonzerne gemieden, andere verzichten auf Energiekonzerne, die Atomkraft produzieren, wiederum andere auf Unternehmen, die keine Frauenförderungspolitik verfolgen. Diese Themen führen zu sehr unterschiedlichen Filtern und sprechen daher auch unterschiedliche Anleger an.

Ethik ist nicht gleich Ethik

Schließlich findet man auch bei diesen Fonds eine große Bandbreite, was die Erträge betrifft. In den vergangenen drei Jahren, als der globale Aktienmarkt, gemessen am MSCI World, rund 26 Prozent eingebüßt hat, haben Ethikfonds in Österreich bis zu 39,8 Prozent verloren, per Ende Juni. Von 21 Fonds liegen sechs Produkte über dem Index. Der "ESPA Vinis Global Stock" führt dabei mit einem Verlust von 20,2 Prozent bezogen auf die letzten drei Jahre das Ranking an.

Bei allen Produkten ist daher wichtig, dass sich Anleger noch stärker als sonst mit den Zielen und Vorgaben des Fondsmanagements beschäftigen sollten. Auch die Kosten dieser Produkte müssen genau unter die Lupe genommen werden. Das Gewissen kann Investoren etwas wert sein, aber man sollte sich keine noch so ethische Katze im Sack kaufen. (Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.9.2009)

Rita Matsuko
17.09.2009 11:38
und was will uns der redakteur damit sagen?

außer belanglosem bla-bla keinerlei inhalt, wenn man sich nicht nicht ohnehin mit dem thema beschäftigt, hier erfährt man nix substantielles - ein wenig mehr recherche hätte dem artikel gutgetan.

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