Nanotechnologie

Unbekannte Körper-Invasoren

16. September 2009, 14:11
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    foto: apa/dpa/stefan odenbach

    Nanotechnologie gilt einerseits als "Wunderding", anderseits als unbekanntes Gesundheitsrisiko

Auswirkungen auf Gesundheit unbekannt - Bessere Risikoabschätzung und Deklarierung gefordert

Salzburg - Fensterscheiben, die sich selbst reinigen, gesündere oder besser schmeckende Lebensmittel, gezielter wirkende Medikamente: Der Einsatz von Nanotechnologie verheißt in vielen Bereichen wahre Wunderdinge. Doch wie steht es mit den Risiken von Nanopartikeln in Konsumgütern? Mit dieser Frage setzten sich Experten bei einer von der Arbeiterkammer Salzburg organisierten Tagung auseinander.

Partikel machen schmutzresistent und können sich verfärben

Nanotechnologie nutzt winzigste Teilchen von Materialien - der gängigen Definition zufolge messen sie den zehnmillionsten Teil eines Meters - und sind deshalb selbst unter Elektronenmikroskopen kaum zu sehen. In dieser winzigen Form können die Materialien ganz andere Eigenschaften entfalten als in ihrer normalen Dimension. Das macht sie für die Wissenschaft und Forschung so interessant. Eingesetzt werden Nanopartikel beispielsweise bei Farben und Lacken in der Autoindustrie oder im Baubereich, in Kosmetika, in Verpackungen, in Nahrungsergänzungsmittel oder in Lebensmitteln. Diese Partikel machen Oberflächen schmutzresistent. Oder sie zeigen durch Verfärbungen an, ob ein Lebensmittel verdorben ist. Lebensmitteldesigner setzen Nanopartikel ein, um einen besonderen Geschmack oder eine gute Konsistenz zu erzielen.

Skepsis gegenüber Technologie

Doch diesen Chancen auf neue, den Alltag revolutionierende Produkte stehen auch Risiken gegenüber, warnten Experten bei der Tagung: "Bei den Wirkungen der Nanopartikel sind mehr Fragen offen als gelöst", riet die Chemikerin Susanne Stark vom Verein für Konsumenteninformation den Konsumenten zu einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber den Neuerungen. Man wisse viel zu wenig darüber, wie diese Nanopartikel langfristig wirken.

Die Chemikerin forderte eine Deklaration von Nanopartikeln auf der Verpackung von Produkten sowie eine Datenbank, in der die eingesetzten Materialien genauer beschrieben werden. Für Kosmetika solle die Deklarationspflicht bis 2012 eingeführt werden, bei Nano-Food gibt es ebenfalls Bestrebungen zur Kennzeichnungspflicht, sagte Stark. Außerdem müsste die Forschung im Bereich der gesundheitlichen Risiken von Nanotechnologien intensiviert werden.

Partikel können in Körper eindringen

"Für eine exakte Risikoabschätzung ist es viel zu früh", forderte der Umweltmediziner Hans Peter Hutter, Facharzt am Institut für Umwelthygiene Wien, ebenfalls mehr Forschung in diesem Bereich. Nanopartikel könnten über Atemwege, den Verdauungstrakt oder die Haut in den menschlichen Organismus eindringen und sich über das Blutgefäßsystem verteilen. Die winzig kleinen Partikel würden die Blut-Hirnschranke und wahrscheinlich auch die Plazenta-Schranke passieren. Es sei weitgehend ungeklärt, wie sich diese aufgenommenen Partikel im Organismus verhalten, warnte der Umweltmediziner.

Aus Untersuchungen über Feinstaub oder Dieselruß wisse man, dass ultrafeine Teilchen gesundheitliche Gefahren bergen. Es sei nach dem derzeitigen Wissensstand davon auszugehen, dass die toxikologischen Effekte von Nanopartikeln umso größer seien, je kleiner sie seien, sagte Hutter. Dabei spielt aber nicht nur die Größe der Partikel, sondern auch deren Form, deren Oberfläche und deren Material eine Rolle. "Aus ärztlicher Sicht ist eindringlich ein vorsichtiger Umgang mit der Nanotechnologie zu fordern", sagte Hutter.

In Österreich sind derzeit 230 Produkte mit Nanotechnologie im Einzelhandel erhältlich, berichtete Stark. Die neue Technik findet sich hauptsächlich in Textilien, Kosmetika, Beschichtungen oder Reinigungsmitteln. Die Nanotechnologie ist ein rasant wachsender Markt: Betrug der Umsatz damit 2008 weltweit rund 700 Milliarden Euro wird er bis 2015 auf bis zu 2.000 Milliarden Euro klettern. Weltweit könnten bis 2015 rund zwei Millionen Menschen in diesem Bereich arbeiten, berichtete Stark. (APA)

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18 Postings
01052004
00
17.9.2009, 18:18
230 nano-produkte??? ein bisserl wenig, scheint mir

wohl die politker nicht mit einbezogen...

nanonaned
00
18.9.2009, 14:44

auf ö1 hieß es heute: laut öaw studie ein schätzwert von etwa 400 produkten, die in österreich am markt sind

hab das sogar gefunden:
http://epub.oeaw.ac.at/ita/nanot... ier009.pdf

chem
10
17.9.2009, 10:30
Ein herrliches Beispiel, wie man die Menschen als angebliche Experten für dumm verkaufen kann:

Roter Baron
01
17.9.2009, 09:56
kuhl

wenn wir auf die borgs treffen
finden in uns ihre meister


roter baron

HerrAbisZ
 
01
16.9.2009, 20:32
Welche 230 Produkte sind das?

presonic
16
16.9.2009, 19:58

eine auflistung der produkte, die nanotechnologie enthalten wäre interessant.

halvar van flake
11
17.9.2009, 10:33
die gibts an sich....

....viel interessanter wär aber eine kennzeichnungspflicht. wenn da steht sonnenmilch ist das eher nichtssagend. swerden jetzt immer mehr partikel in ihrer gefährlichkeit nach oben gestuft. und inzwischen cremen wir kleine kinder damit ein... was da rennt is echt zum grausen....

presonic
00
17.9.2009, 12:26

ja sowieso. ich dachte nur, wenn man schon schreibt, man habe 230 produkte gefunden, dann wäre es nur fair gewesen, diese produkte auch aufzulisten.

halvar van flake
00
18.9.2009, 13:11
ich denk damit sind produktgruppen gemeint.

skann gar nicht anders sein.

ehklass
00
17.9.2009, 12:20
nicht nur

die direkt mit dem körper in berührung "geführten" produkte (nahrung, kosmetika) sollte man beleuchten, sondern die auswirkungen der über die luft verteilten nanoteilechen beim abwittern all dieser hightechbeschichtungen sind ebenso unklar. die erforschung der wirkungsmechanismen auf den menschlichen organismus sollten JETZT (vor einem großflächigen einsatz) erfolgen und nicht wie beim asbest, wenn die toxischen fasern sich schon in alle lungen eingenistet haben.

halvar van flake
01
18.9.2009, 13:15
bin voll mit ihnen.

aber die lernfähigkeit der menschen ist beschränkt. das wird grad asbest die zweite, fürchte ich. oder eigentlich noch ärger - weil die teilchen bleiben ja nicht in der lunge....

Reh! Wo?! Loser!
02
16.9.2009, 18:11
Vorschau

Kann nur Neal Stephenson, "Diamond Age" als vorschau auf die möglichkeiten von Nanotech empfehlen.

flo k.
00
17.9.2009, 00:26

Oder die "Reise ins Ich" :)

Der Wählerwille
 
00
16.9.2009, 16:25
das nano

das neue angst der angstfordemgen angstfordemchemie angstfordematom und angstfordemelektromagnetisch-haber.

Sarang He
21
17.9.2009, 17:01
Tja, wie heisst es so schön

nur ganz dumme Leute verleugnen mögliche oder real existierende Gefahren.

Greyarea
 
01
17.9.2009, 09:17
fragt sich aber trotzdem was das zeug im essen zu tun hat

Michael Tropper
00
17.9.2009, 12:02
damit es besser ...

... runterrutscht? ;)

sterngucker
 
01
17.9.2009, 09:10
Die Angst-vor-dem-v-haber

nicht vergessen!

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