Vor 100 Jahren präsentiert: Die Relativitätstheorie

20. September 2009, 17:41

Am 21. September 1909 hielt Albert Einstein in einem Salzburger Turnsaal einen ersten öffentlichen Vortrag und stieß auf Skepsis

Salzburg - Eine Sternstunde in der Weiterentwicklung der theoretischen Physik fand vor genau 100 Jahren in Salzburg statt: Anlässlich der 81. Tagung der "Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte" stellte der junge Albert Einstein am 21. September 1909 um 15.00 Uhr die spezielle Relativitätstheorie erstmals in einem Vortrag öffentlich vor. Publiziert hatte er seine Arbeit "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" im Jahr 1905. Die erste schriftliche Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem, was später die allgemeine Relativitätstheorie werden sollte, stammt aus dem Jahr 1908 und wurde in den folgenden Jahren sukzessive ergänzt. Einsteins Artikel "Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie" erschien schließlich 1916.

Schauplatz der Präsentation Einsteins war der Turnsaal I der Andräschule in der Stadt Salzburg. In diesen Räumlichkeiten tagte die physikalische Abteilung des Kongresses, zu dem 1.300 Naturwissenschafter, Mediziner und Gelehrte vom 20. bis 24. September 1909 nach Salzburg gekommen waren. Es war die erste Tagung, die der damals 30-jährige Physiker und spätere Nobelpreisträger Albert Einstein besuchte. Einstein erntete zwar Anerkennung, stieß bei Physikerkollegen wie Max Planck in der anschließenden Diskussion allerdings auf viel Skepsis.

Skeptische Aufnahme

"Über die Entwicklung unserer Anschauungen über das Wesen und die Konstitution der Strahlung" lautete der unspektakuläre Titel seines Referats. Darin stellte Einstein erstmals die spezielle Relativitätstheorie und die Quantenhypothese vor und erläuterte die berühmte Formel "Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat". Niemand im Publikum - darunter waren die späteren Nobelpreisträger Max Planck, Johannes Stark, Max Born, Wilhelm Wien und Max Laue - ahnte, dass dieser Vortrag einen Wendepunkt in der Entwicklung der Physik darstellte. Ganz im Gegenteil: Die Kollegenschaft begegnete den Ausführungen Einsteins mit Skepsis und Widerspruch. Der Tagungsband vermerkt, dass unter der Leitung von Max Planck eine lebhafte Diskussion nach dem Vortrag Einsteins entstand.

"In seinem Vortrag ging Einstein nun von seiner Theorie aus und leitete daraus die Gleichung 'Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat' ab. Er zeigt, dass jede Strahlung mit einer trägen Masse verbunden sein muss. Diese beiden Tatsachen waren derart umwerfend neu und überraschend für mich, dass ich die Vorlesung bis auf den heutigen Tag in guter Erinnerung habe", heißt es in einer Biografie der Physikerin Lise Meitner, die damals im Publikum war.

Heute erinnert eine Gedenktafel an der Andräschule an den Vortrag. Anlässlich des Jubiläums lädt die Universität Salzburg am 21. September um 19.00 Uhr in der Reihe "Salzburger Vorlesungen" zu einem Vortrag von Univ.-Prof. Anton Zeilinger über Albert Einstein in die Große Aula der Universität. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
Flavio Maffia
00
27.9.2009, 10:07

schön dass manche noch ein wahres Genie zu würdigen wissen.

Ich habe erst gestern gesagt, gg..

Heute leben wir endlich in einer Zeit, wo man sagen kann, Einstein sei höchstens der Intelligenteste unter den Dummen gewesen.

Er sagte, dass sein Rätsel, das hoffentlich wohlbekannt ist, nur von 35% der Menschen gelöst werden kann.
Heute wissen wir, dass es mindestens 90% sind.

MfG

Flavio Maffia


Man kann nicht immer schweigen...

Topfenbaby
00
25.9.2009, 08:21
Es gibt viele populärwissenschaftliche Bücher,

in denen versucht wird, die Relativitätstheorie allgemeinverständlich zu erklären. Einstein selbst hat so eine Abhandlung geschrieben.

Das meiner Meinung nach beste Buch in dieser Art hat uns Betrand Russell hinterlassen: "Das ABC der Relatitivätstheorie" .

Kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert.

Walter Neumeyer
21
21.9.2009, 19:53
danke albert ...

e=mc² ist eine der bahnbrechensten formeln überhaupt und man kann kaum erahnen, wie wichtig die erkenntnis ist, dass masse und energie fundamental eins sind.

leider verstehen die wenigsten, wie man die formel anwedet und wie bahnbrechend das ganze wirklich ist.

napnap1
81
21.9.2009, 17:43

haha wie die physik lehrer hier abgehn :D
laecherlich.com

napnap1
12
21.9.2009, 16:59

100 jahre... ich gratuliere lorentz und poincaré!

Fahrenheit
00
25.9.2009, 09:52
Gratuliere auch... zum Halbwissen!

Ody Fry
00
21.9.2009, 16:57
....

ist es nicht richtigerweise das Verhältnis der Differenzen der Massen und der Energie, welche von der Quadratur der Lichtgeschwindigkeit abhängt? Oder kommt das erst bei der allgemeinen Relativitätstheorie....... Habe diese Tagung ja um ein paar Monate versäumt....

DThl
06
21.9.2009, 13:56
Skepsis ist gut

Im obenstehenden Artikel wird unterschwellig suggeriert, die Skepsis, die Einstein entgegen schlug wäre irgendwie unangebracht und negativ gewesen. Liese Meitner spricht - im Gegensatz zum Grundton im Artikel - nur von lebhafter Diskussion. Es ist selbstverständlich, wenn eine revolutionäre These präsentiert wird, dass der Forscher mit kritischen Fragen und Argumenten bestürmt wird. Das ist schlicht guter und notwendiger Stil. Ein Jammer wäre gewesen, wenn Einstein seine Thesen vorgertragen hätte, und dies mit "Sehr schön Herr Kollege, der nächste bitte!" quittiert worden wäre.

Walter KURTZ
 
02
21.9.2009, 12:57

Hmm. Bei Wikipedia lernt man immer Neues: Einstein war Österreicher!
Zumindest für kurze Zeit, nachdem er in Prag eine Zeit lang ordentlicher Professor war und damit automatisch die Staatsbürgerschaft bekam.

Mucosaprolaps
03
21.9.2009, 16:37

Ja; zudem war die theoretische Physik an den Unis unbeliebt, echte Physiker hatten experimentell zu forschen. Die begehrten Experimentalphysikposten wurden dann mit Protektion und durchaus gezielt rassistisch an christliche Wissenschaftler übergeben, für Juden blieben nur die Lehrstühle für theoretische Physik übrig. Dass diese schlagartig so zentrale Bedeutung erlangen würde, war in den Jahren davor wohl nicht absehbar gewesen.

Fritz234
01
22.9.2009, 14:19

Diese Idiotie gipfelt dann später in der "deutschen Physik" und der Welteislehre.

momodeluxe
03
21.9.2009, 11:41

100 jahre alt, und die wenigsten haben sie verstanden.

NotDarkYet
010
21.9.2009, 15:58
Das ist kein Problem

Hauptsache ist, die Menschen wissen, dass hier einem großen Geist ein großer Wurf gelungen ist.

Und die Leute wissen das und sie haben Respekt davor.
Und wenn sie etwas nicht verstehen, dann wissen sie, dass es an ihnen selbst liegt und zweifeln nicht deshalb an Einstein.

Bei Darwin ist das anders: Viele Menschen verstehen die Evolutionstheorie auch nicht und sie schließen daraus: Darwin hat Unrecht!

momodeluxe
00
21.9.2009, 20:03

die ist ja auch viel älter ;)

her wig
03
21.9.2009, 10:22

Der gute Mann hat sich nicht nur mit der Materie beschäftigt, sondern auch mit der Entwicklung unserer Anschauung dieser. Dann hat er diese Anschauung wieter entwickelt, und ist damit auf Widerstand gestossen. Da muss man durch.

aRoma
20
21.9.2009, 10:48
auf die Verifizierung der gegenwärtigen

kosmologischen Theorien werden wir alle sehr lange warten müssen.

Logan von Nyx
24
21.9.2009, 14:09
So lange keine Falsifizieung erfolt gilt nach Popper die Theorie!

Weil es keine Erdanziehung gibt sondern Kräfte der Raumkrümmung braucht man nicht zu verzweifeln.

Im Lift dessen Seil gebrochen ist, wird das schnell klar, da man keine Erdanziehung verspürt, es muß anders wirken.

Einstein hat das erkannt.

Falsifizieren ist ein mächtiges Instrument der Wissenschaft und stellt die Reliogion ins Reich der Fantasie.

Der nächste Kanditat für Falsifizierung ist die gängige Lehre von der Entropie als Analogie der Information, die besagt, man kann keine Information
über die vollständige Entropie hinaus gewinnt.

Anders herum, chaotische Daten lassen sich nicht mehr weiter verdichten.

Die Beweisführung hat hier nichts verloren, die Behauptung ist aber falsch!

Kommt gerade richtig vor dem Informationgau!

Matthias Lechner
 
03
21.9.2009, 15:48
Bitte um Erläuterung

@ Logan von Nyx:

Zitat:

Im Lift dessen Seil gebrochen ist, wird das schnell klar, da man keine Erdanziehung verspürt, es muß anders wirken.


Können Sie Ihre Aussage bitte erläutern? Danke.

Frotzel
01
22.9.2009, 06:10
Einstein, spezielle Relativitätstheorie!Gerne geschehen!

aRoma
00
21.9.2009, 16:28
ich glaube logan von nyx möchte sagen,

dass man während des Fluges keine Kraft auf sich einwirken fühlt.

Und wenn der Aufzug hoch genug fällt, spürt man auch unten dann nichts mehr :-)

aRoma
00
21.9.2009, 14:14
ad Religion:

es konnte noch keiner beweisen, dass es Gott nicht gibt!

Erwin Winner
00
25.9.2009, 22:33
Es konnte auch noch keiner beweisen, dass

es das fliegende Spaghettimonster nicht gibt.

Humanis Doc
00
25.9.2009, 16:24
Der Beweis der Falsifikation besagt, wenn ich Gott weder bestätigen noch widerlegen kann ist er ein Märchen!

Lesen Sie Popper und das Verstehen stellt sich von selber ein.

Ich gönne jeder Kirche jeden €cent den sie führ ihre Aufführung kassiert, aber bin fest überzeugt, dass der Gepriesene keinen €cent davon bekommt.

NotDarkYet
02
21.9.2009, 16:15

Das liegt daran, dass man unsinnige Behauptungen nicht widerlegen kann.

Beispiel:
Es gibt unter uns Zauberer, die sich aber vor den normalen Menschen stets verbergen. Wenn doch einmal ein Zauberer entdeckt wird (z.B. weil ihn ein Mensch auf dem Besen fliegen sieht), dann kommt ein Mitarbeiter des Ministeriums für Zauberei und löscht das Gedächtnis dieses Menschen.

Wir alle wissen, dass diese Behauptung unsinnig ist, ein Märchen, nicht mehr.

Aber versuchen Sie mal es zu widerlegen!

aRoma
21
21.9.2009, 17:02
Religion macht Sinn!

Wobei ich jetzt nicht für eine bestimmte missionieren möchte.

Auch der Atheismus ist in weiterem Sinne eine Religion.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.