Nach dem Sinken eines Chemie-Frachters wurden bereits drei tote Buckelwale entdeckt - Öl verstopft die Atemlöcher der Tiere
Antananarivo - Nach der Havarie eines türkischen Chemie-Frachters vor der Tropeninsel Madagaskar sind an der Küste drei tote Buckelwale entdeckt worden. Die Tiere seien an der Südspitze der Insel verendet, berichtete die Zeitung "Les Nouvelles" am Mittwoch. Der Frachter war aus noch ungeklärten Gründen vor der afrikanischen Insel zerbrochen und gesunken.
Die Buckelwale haben in der Region eine wichtige Zugroute zur Insel Réunion, bei der sie ihren Nachwuchs gebären. Umweltschützer hatten deshalb direkt nach dem Unfall vor drei Wochen eine Tragödie befürchtet. Die Atemwege der Meeressäuger können durch Öl und Diesel verstopft werden - nach dem Unglück waren mehrmals entkräftete Buckelwale beobachtet
worden, die verzweifelt versuchten, ihre Atemlöcher vom öligen Wasser
freizublasen.
Im unwegsamen Süden der Insel sind die Strände kilometerlang mit Öl verkleistert. Das Schiff "Gulser Ana" hatte nach Regierungsangaben knapp 40.000 Tonnen Phosphat und rund 600 Tonnen Öl geladen, ein Großteil sei ins Meer geflossen. Der Frachter soll auf einer Schwarzen Liste von Schiffen gestanden sein, die aus Sicherheitsgründen keine Häfen der Europäischen Union anlaufen dürfen. Die 23-köpfige Besatzung war am 26. August nach Notrufen gerettet worden. Die Ursache der Havarie ist nach wie vor unklar. (APA/red)