Sängerknaben verklagen Augartenspitz-Besetzer

16. September 2009, 13:08

Zustimmung von ÖVP und FPÖ - Grüne bereiten Gegenklage vor

Wien - Die Wiener Sängerknaben haben am Mittwoch Unterlassungs- und Räumungsklagen gegen die Aktivisten eingebracht, die seit Monaten gegen den geplanten Bau eines Konzertsaals am Augartenspitz protestieren und den geplanten Baugrund besetzt halten. Die Sängerknaben bezahlten dafür Miete, es liege eine gültige Flächenwidmung vor, das Konzertsaal-Projekt hätte die Zustimmung von Ministerium und Bundesdenkmalamt, und es lägen die Bewilligungen für Probebohrungen vor.

Man habe die Besetzer schließlich mehrfach ersucht, ihre Aktionen abzubrechen, unterstrich Sängerknaben-Präsident Walter Nettig: "Keinesfalls können und werden wir es zulassen, dass Sängerknaben und deren Familien angepöbelt und bedroht werden". Überdies werde der Eingangsbereich des Augartenspitzes mit Gerümpel verbarrikadiert: "Der fortwährende Rechtsbruch durch eine kleine Gruppe radikaler Aktivisten, die sowohl die demokratischen Spielregeln als auch die Rechtsgrundlagen unseres Staates ignorieren, hat dem internationalen Image Wiens bereits geschadet."

Die als Begründung für die Klagen vorgebrachten Anwürfe weisen die Aktivisten zurück. Man habe niemals Frauen und Kinder angepöbelt, betonte Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee" gegenüber der Austria Presse Agnentur: "Das ist eine Unterstellung - die ist nachprüfbar nicht wahr." Man werde nun entscheiden, wie man weiter vorgehe. Klar sei aber jedenfalls: "Wir werden standhaft bleiben."

Die Sängerknaben "wollen sich weder gesetzwidrigen Aktionen beugen, noch sich einschüchtern lassen": Der fragliche Augartenspitz sei eben keine öffentliche Fläche, sondern gehöre der Republik.

Grüne für Gegenklage, Schwarz&Blau für Sängerknaben

Die am Mittwoch bekanntgewordenen Klagen der Sängerknaben treffen bei ÖVP und FPÖ auf Zustimmung. Die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner kündigte dagegen die Vorbereitung einer Gegenklage gegen die Sängerknaben an: "Wir prüfen, eine Verleumdungsklage einzubringen." Die Räumungsklage sei eine "vollkommen überzogene und unverhältnismäßige Reaktion" Zudem werde fälschlich behauptet, dass die Aktivisten Frauen und Kinder angepöbelt hätten. "Offenbar schrecken die Konzerthallen-Betreiber nicht vor Verleumdungen und Drohungen zurück, die wir rechtlich nicht unbeantwortet lassen", so Gretner. Die Konzerthallen-Initiatoren würden den Konflikt schüren, anstatt den Verhandlungstisch zu bemühen.

Er habe volles Verständnis für die Klage gegen die Aktivisten, unterstrich dagegen ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter in einer Aussendung: "Irgendwann muss Schluss mit (er)lustig sein! Auch das selbst ernannte Erlustigungskomitee hat sich an den Rechtsstaat zu halten." Auch die Aussage der Aktivisten-Sprecherin Raja Schwahn-Reichmann, standhaft bleiben zu wollen, sei eine Provokation: "Noch dazu, wenn sich die Vorwürfe der Pöbeleien als zutreffend herausstellen sollten. Rechtsstaat muss Rechtsstaat bleiben, sonst können wir gleich die Anarchie ausrufen."

Auch der FPÖ-Obmann der Leopoldstadt, Wolfgang Seidl, unterstützt das Vorgehen der Sängerknaben: "Wenn Sängerknaben und deren Familien von den herumlungernden Gutmenschen angepöbelt und bedroht werden, muss zu härteren Mitteln gegriffen werden." Genau so gehe man gegen Rechtsbrecher vor. (APA)

 

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25 Postings
wackelkandidat
00
17.9.2009, 15:04

was wollen die Sängerknaben?

die sind ja noch nichtmal im Stimmbruch.


tomboy8000
21
17.9.2009, 10:37
übrigens

als es damals um die jüdische schule im augarten ging sind die ganzen rechten da gestanden und haben ihre liebe zu bruder baum entdeckt. da waren dann die aktionen gegen ein rechtsstaatlich abgesichertes bauvorhaben plötzlich nicht so bedenklich.

alles nur eine tochter der zeit wie wir wissen ...

tomboy8000
11
17.9.2009, 10:33
lieber ein "gutmensch"

als bekennend böse.

diese nazidiktionen können sich die rechten einfach nicht abgewöhnen.


kaddidababubada
00
16.9.2009, 21:50
wow!

und ich dachte, die sängerknaben hätten nicht die eier zu klagen!

es sei bemerkt
01
16.9.2009, 22:20

klassischer fall von akustischer fehleinschätzung :)

Der Boss der Bosse
05
16.9.2009, 16:51
Jaja, so macht man sich beliebt, liebe Sängerknäbchen.

Und ein paar Polit-Tschapperln sind auch noch so töricht und machen das Spiel mit.
Übrigens war es in den 1970er Jahren die Wiener ÖVP unter Busek, die den Anstoß zu Stadterneuerung, Revitalisierung und Respekt für städtischen Denkmalschutz gab. Buseks Nachfolger Walter demonstriert, dass er offenbar auf den Spuren ganz anderer Leute wandelt.
Diese auf Kosten der Steuerzahler entlohnten Funktionäre von FPÖ und ÖVP sollen gefälligst respektieren, dass es hier nicht um den Privatbesitz von irgendwem geht, sondern um öffentlichen Grund und Boden. Außerdem sollen sie mir erklären, warum ein derartiger Konzertklotz ausgerechnet in ein barockes Ensemble hineingepfropft werden soll - als ob es nicht genug andere Möglichkeiten in Wien gäbe.

desperate chicken
04
16.9.2009, 17:37

während busek unterstützender baumpate des josefinischen erlustigungskomitees am augartenspitz geworden ist!

AlBundyFan
 
93
16.9.2009, 15:04
es ist vollkommen irrelevant ob das mit den pöbeleien stimmt oder nicht

wenn jmd. den bau eines gebäudes durch seine anwesenheit verhindern will begeht er rechtsbruch wegen besitzstörung.

das die grünen hier das unrecht nicht einsehen ist wieder mal typisch....

wie wärs wenn sich eine gruppe von "aktivisten" mal in den garten von der frau glawischnig setzt wenn die ein neues gartenhäuschen aufstellen will und sagen:"wir werden standhaft bleiben".....ob sie dann auch so freundlich ist und das anliegen der aktivisten unterstützen würde?

twertwert
02
17.9.2009, 12:26

Der Augarten ist nicht "irgendein privates Gärtlein", in dem ein Gartenhäuschen aufgestellt wird.

Ob's Ihnen gefällt oder nicht, der Augarten ist (ein bemerkenswert grüner und schöner) Teil der Geschichte - wer immer so verantwortungslos handelt, die Zupflasterung eines Teil dessen zu erlauben, muss mit Protesten rechnen.

Das ist einfach ein ekelhaftes Projekt-
um den Zusammenhang zur Geschichte der Sängerknaben zu wahren, wird von diesem Verein einfach ein anderer Teil Geschichte "überbaut".

Oder nennen Sie mir einen Grund, warum man diesen Konzertsaal nicht am angrenzenden Bahnhof bauen kann?

tomboy8000
00
17.9.2009, 10:32
technokrat!

desperate chicken
03
16.9.2009, 14:55
der nestroy hätt echt seine freude gehabt

guter stoff für ein wiener theaterstück. allerdings würde sich der abstruseste dramatiker nicht so unglaublich viel "tiefe" erlauben. die leserschaft würde sagen, dass soviel schwachsinn und banalität in der realität nie vorkommen würde.
ich erkläre hiermit: der verein wiener sängerknaben tut mir echt, echt leid, wenn er zu solchen mitteln greifen muss, um ihr ungeliebtes projekt durchzusetzen.

byron sully
00
16.9.2009, 14:40

sängerknaben, övp, fpö, aber genauso die grünen machen sich mit ihrem klagwahn lächerlich.

thomazz
02
16.9.2009, 14:33

sängerknaben gegen grün-aktivisten.
das ist brutalität.

Gschamster Diener, Herr Direktor!
04
16.9.2009, 14:30

Welche "Gutmenschen" würden denn bitte Sängerknaben "bedrohen"? Die Blauen haben mal wieder ein bisschen zu viel Medizin genommen, wie mir scheint.

AlBundyFan
 
70
16.9.2009, 15:08
blödsinn

die sängerknaben gehören nicht der fpö und haben als privatverein klage erhoben ...
die fpö (genauso wie die övp) haben nur gesagt, daß sie die klage unterstützen wollen.

das heisst nicht,daß die aussagen bzgl. pöbelei von der fpö stammen.

und die "gutmenschen" sind eben keine "guten menschen" und selbstverständlich pöbeln diese vom kleinkind bis zum greis jeden wenns ihnen in den kram passt und sie ihn nicht zu der in ihren augen "gutmensch-klasse" zählen.

wunderfizz
12
16.9.2009, 19:02
albundyfan sind sie anrainer des augartenspitzes?

bzw. ich gehe davon aus, dass sie diesen zumindest häufig frequentieren um eine derartige behauptung über die besetzer zu äußern.

die unterstellung (und das ist sie, solange es keine beweise gibt) kommt von den sängerknaben und wurde, wie sovieles, von der fpö unhinterfragt übernommen.

@ glawischnigs garten: sollten sie bürgerinitiaven finden die nach jahrlangen diskussionen mit bürgerbeteiligung, evaluation, etc ... ihren garten besetzen ist das vermutlich verständlich, es ist nur ausgesprochen unwahrscheinlich ...

und die sängerknaben sind zwar ein privater verein, ihr präsident ist aber ehemaliger övp stadtrat.

AlBundyFan
 
41
17.9.2009, 07:39
nein - ich kannte diesen augartenspitz bis gestern nichtmal

und ich weiß auch nicht,warum man überhaupt den bau des gebäudes verhindern möchte(das steht auch nicht im artikel).

aber ich respektiere besitztum - und das heisst, wenn jemand ein gebäude irgendwohin bauen will und alle genehmigungen hat, dann hat er das recht diese zu bauen und auch das recht dies juristisch durchzusetzen und menschen,die das verhindern wollen, zu bekämpfen.

@glawischnigs garten:nein es wäre ganz und garnicht verständlich würde ich ihren garten besetzen....auch sie hätte dann das recht mich wegzuklagen.

wie wärs wenn ich bei ihrer behausung einfach hingehe und mich nicht mehr wegbewege und sie auch noch bei jedem sichtkontakt mündlich daran erinnere,daß ich da bin?

wunderfizz
10
17.9.2009, 14:41
das meinte ich mit ausgesprochen unwahrscheinlich!

da es sich bei glawischnigs garten um einen privatgrund handelt!
dieser ist zu respektiern - darüber braucht man auch nicht diskutieren!

der augartenspitz ist eigentum der republik und offenbar besteht ein interesse der anrainer daran wie der augartenspitz gestaltet ist!

interessant ist, dass sie die unterstellung der sängerknaben "die aktivistien würden mütter mit kindern anpöbeln", obwohl sie zugegebener massen keine ahnung haben, einfach übernehmen und sogar verteidigen! das ist genaugenommen extrem beängstigend und dumm!

AlBundyFan
 
11
17.9.2009, 15:03
ich übernehme diese ansicht nicht

der poster des 1.posts schreibt,daß dies anpöbelei eine erfindund der blauen ist - d.h.mit genausowenig ahnung wie ich meint er,daß das nicht sein kann/darf.

und wenn schon,dann ist diese ansicht von ihnen genauso abzulehnen.

ich beziehe mich darauf und auf meine erfahrung,daß dieser schlag von aktivisten sich nicht darum kümmert,wer der angepöbelte ist, wenn sie in ihm "den feind" sehen.

...baba und foi ned!
00
25.9.2009, 18:03
Ah so a bledsinnn

Also Sie waren nicht dort, und wissen, welchen Schlags die Aktivisten sind. Kommen Sie doch einfach mal vorbei, bevor Sie weiter Unsinn verbreitern!

nabittegehtdoch!
03
16.9.2009, 13:57

aha!
"Der fragliche Augartenspitz sei eben keine öffentliche Fläche, sondern gehöre der Republik." kann mir bitte jemand den unterschied erklären?

Juergen Hoffmann
 
00
16.9.2009, 15:16

Vermutlich die damit verbundenen Rechte. Zugänglichkeit, Wegerecht, Benutzungsrecht, was weiß ich...

ranchorelaxo
45
16.9.2009, 13:33

man sollte die sängerknaben auf grund des widerlichen kastraten"gesangs" verklagen!
habs genau 1 jahr ausgehalten mit augarten blick auf dieses internat und im sommer wars einfach nicht zum aushalten!

bouche dorée
06
16.9.2009, 13:27
richtig!! deshalb: sängerkinder auf die platte!

ich bin auch voll dagegen, dass sich die sängerknaben und ihre soccer moms und dads jeden tag aufregen müssen angesichts dieser unerhörten insubordination! deshalb ab die post mit dem ganzen verkischten krempel auf die platte vor einen grooooßen busbahnhof und her mit dem augartenkino!

leib yggdrasilovic
64
16.9.2009, 13:15
die sängerknaben verklagen

die wichtigtuerInnen in den täglich wechselnden fantasiekostümen ? gefällt mir sehr gut. diese aufgeblasene augartenspitz-juxtruppe mit ihren scheußlichen holz- und papierfiguren wird allmählich zum öffentlichen ärgernis.

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