Gesundheitsreform

Jimmy Carter: Obama-Kritik ist rassistisch

Rebecca Sandbichler, 16. September 2009, 11:25

Der US-Präsident widerspricht - Nicht seine Hautfarbe, sondern seine Politik sei der Auslöser für Kritik

"In diesem Land gibt es das angeborene Gefühl, dass ein Afro-Amerikaner nicht Präsident sein sollte", glaubt der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter. Bei einer öffentlichen Diskussion im Carter-Center in Atlanta sagte er, dass die aktuelle Kritik an Obamas Gesundheitsreform und seinen Budgetplänen vor allem im "Rassismus" ihren Ursprung habe.

Obama widerspricht

Das Weiße Haus ist der Ansicht entgegengetreten, die derzeit heftige Kritik in den USA an der Politik von Präsident Barack Obama sei rassistisch motiviert. "Der Präsident glaubt nicht, dass es an der Farbe seiner Haut liegt", sagte Regierungssprecher Robert Gibbs am Mittwoch in Washington. Vielmehr gehe man davon aus, dass die Menschen nicht mit den gemachten Entscheidungen der Regierung einverstanden sind, so Gibbs weiter.

Der britische Nachrichtensender BBC berichtete über eine Demonstration von Steuerzahlern in Washington, die in ihrem Tonfall über die normale demokratische Meinungsäußerung hinausgeschossen sei. Manche Teilnehmer hätten Obama der "Tyrannei" bezichtigt und angekündigt, sie würden "sich Amerika wieder holen". Jimmy Carter sieht in solchen Formulierungen „mehr als eine ernsthafte Debatte" über die Gesundheitsreform: "Es geht tiefer als das."

Ein "niederträchtiger" Ausbruch

Doch nicht nur bei Protesten auf der Straße wird die Kritik immer offensiver, selbst unter Politikern geraten die guten Manieren bei den aktuellen Reformplänen schnell in Vergessenheit: So ließ sich der konservative Rechtsexperte Joe Wilson zu einem verbalen Ausrutscher hinreißen, als Obama im Kongress seine Pläne zur Gesundheitsreform vorstellte. "Sie lügen!" schrie er dem Präsidenten entgegen, als dieser versprach, dass illegale Einwanderer sich nach der Reform keine staatlichen Gesundheitsleistungen würden erschleichen können.

Auf diesen Vorfall angesprochen, stellte Ex-Präsident Carter klar: Obama sei das Staatsoberhaupt und als solches müsse er - zum Beispiel wie die Königin von England - "mit Respekt" behandelt werden. Joe Wilsons Ausbruch im Kongress sei "niederträchtig" gewesen.

"Das Thema ist erledigt"

Dessen Sohn, Alan Wilson, ein Anwärter auf das Amt des Generalstaatsanwalts in Georgia, weist die Anspielungen auf eine rassistische Grundhaltung seines Vaters mit aller Vehemenz zurück: "Es gibt nicht einen rassistischen Knochen im Körper meines Vaters", sagte er.

Dieser hat sich inzwischen persönlich beim Präsidenten entschuldigt. Obama habe seine Entschuldigung "großzügig akzeptiert" und die Angelegenheit sei erledigt. Für den Kongress war sie jedoch nicht vom Tisch: Am Dienstag wurde mit 240 zu 179 Stimmen beschlossen, dass Wilson "gegen den allgemeinen Anstand verstoßen" habe und gerügt werden sollte. (resa/APA/derStandard.at, 16.09.2009)

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peppermintpatty
00
18.9.2009, 14:58

wenn ich präsident der usa wär, würde ich natürlich auf meine bürger hören.
also: keine krankenversicherung für niemanden!

xEurocent
00
19.9.2009, 21:41

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist aber für eine Reform. Und wenn man sie ihnen erklärt, ist die Mehrheit auch für die Reform die Obama möchte, inklusive staatliche Versicherung.

Nur der rechtskonservative Teil der Bevölkerung ist dagegen, weil er darin eine Chance sieht Obama und die Demokraten zu "brechen", so wie es 1993 bei Bill Clinton geschah. (Die Republikaner feierten danach einen Erdrutschsieg.)

Das sind etwa 15-20 Prozent der Bevölkerung, nur nehmen sie das ganze Land mit ihrer Rhetorik in Geiselhaft und werden von zahlreichen Interessensgruppen (finanziell) unterstützt. Aber wie immer gilt, wer am lautesten schreit, hat nicht unbedingt recht, sondern häufig ist genau das Gegenteil der Fall.

F S 3
43
17.9.2009, 18:04
:) Mit diesem Sager hat Carter bei mir viel von meiner Achtung eingebüßt. Die (berechtigte) Kritik jener, die noch an das amerikanische System glauben können an dem neuen sozialsozialistischen Kurs ist beileibe kein "Rassismus", sondern REALPOLITIK!…

…Wir sehen dieses Symptom bei div.Regierungen immer als untrügliches Beispiel v.Erklärungsnot u.Mangel an Argumenten. Da Obama schlecht "antisemitisch" rufen kann,läßt er in seinem Fall halt "Rassismus" shouten.

Wie ich im Rahmen des FS3 bereits schrieb…

http://derstandard.at/?url=/pli... 5/11224932

…ist dies natürlich ein herzliches Willkomensgeschenk für all jene,die Amerika als globalen Player u.Nation demontieren wollen u.den Leuten einreden,sie müßten sich wegen so einem Unsinn(!) ihre Schädel auf der Straße gegenseitig einschlagen.

Ähnlich wie bei den "Rassen"-Unruhen i.d.60ern,wo platzierte Agents Provocateurs die Hauptlast der spontan-koordinierten Aufruhren schürten…

Wir sind jedoch etwas gescheiter geworden.

pepitant
03
18.9.2009, 13:07
Wir sind jedoch etwas gescheiter geworden

:-) Mit diesem Sager habens bei mir grad viel Achtung eingebüßt.

p. langstrumpf
Stefanie Klamuth
01
17.9.2009, 14:52

fehlendes geschichtsbewusstsein, fehlende politische allgemeinbildung (obama sei na.zi UND kommunist), blinde wut und eine große portion neid (soziale solidarität ist keine kategorie) scheinen hier maßgeblich für die obama-kritik zur geplanten gesundheitsreform verantwortlich zu sein...

ich bin der meinung, dass rassistische motive hier auch eine rolle spielen:
von der gesundheitsreform würden vor allem die unteren sozialen schichten profitieren und dort sind afroamerikanischer und latinos überdurchschnittlich stark vertreten.

während wir europäer mit der geplanten reform nicht einmal ansatzweise zufrieden wären (weil wir andere standards gewohnt sind), orten viele US-bürger kommunistische tendenzen...
seltsame welt.

p c2
22
17.9.2009, 14:22

ja nach bush ist obama wirklich ein geschickter zug.

kaum wird kritisiert, ist man ein rassist.

das kommt mir irgendwie bekannt vor.
kritisiert man israel, dann ist man ebenfalls rassistisch.

kurz, einfach mund halten und schlucken

Wahl 09
00
18.9.2009, 11:47

interessant wird es, wenn obama eine andere meinung als ein vetreter israels vertritt - da hat man dann die wahl zwishen r und antisem...

xEurocent
00
17.9.2009, 16:55

Nur weil teilweise aus rassistischen Gründen kritisiert wird, heißt das nicht, dass jede Kritik rassistisch ist. Aber das ist hier wohl manchen zu kompliziert...

p c2
01
17.9.2009, 22:13

was wollen sie mir eigentlich sagen?

Veridad
30
17.9.2009, 13:38
Der schwarze Peter ...

Obama wird für die weissen amerikaner immer schwar sein, oder halb-schwarz oder halb-afrikaner, nie aber halb weiss oder weiss als kind einer weissen mutter.
Die amerikanische mehrheitsgesellschaft ist rassischtisch, es wird beser aber nur langsam.
weiters wird amerika nie von der vernunft beherrscht, sondern immer nur von emotionen. die schutzkübelaktionen im rahmen der gesundheitsreform entbehren jeglicher vernunft. Obama und seine administration sind das beste was diesem land in den letzten 50 jahren passiert ist!

Fetz Pepi
10
17.9.2009, 12:36
Immer dasselbe

Eh klar, wenn Obama diese Pläne durchbringt bleibt für die Erdölkriege nichts mehr übrig, und auch Israel könnten die Zuwendungen gekürzt werden müssen. Immer dasselbe

Unzeit-gemäß
00
17.9.2009, 11:41
Nicht Rassismus, sondern eher "Klassismus"

Hier manifestieren sich schlichtweg Geiz und Klassendünkel der wohlhabenderen Bevölkerungsschichten.

In punto Rassismus sind die USA viel aufgeklärter als die Länder des Alten Kontinents.

pepitant
00
18.9.2009, 13:13
Mostbluzer
00
17.9.2009, 14:22
usa - rassismus

ja aufgeklärter schon, da kann man die videos im youtube sehen, wie polizisten schwarze ermorde,
wie richter urteilen und politiker ihre meldungen lassen - wenn sie glauben, dass das mikro nicht läuft.

können wir das gerücht mal ad acta legen, dass die amis sooooo tolerant sind, so anti-rassistisch.
jeder der mal drüben war, weiss wie es läuft.

bist du jude? die italiener, die polen .... die chinesen, obwohl alle den gleichen pass haben. das ist ärger als bei uns. ja, die mexikaner sind akzeptiert, als billiglöhner, dollarsklaven. wer redet schon schlecht über "seine" hackler ...

Unzeit-gemäß
00
17.9.2009, 16:03

Natürlich gibt es in den USA rassistische Vorfälle und rassistische Einstellungen. Der Unterschied zu vielen Ländern Europas ist nur:
- In den USA werden die rassistsichen Vorfälle zum Politikum in den Medien, in Europa fallen sie eher unter den Tisch.
- In den USA werden rassistische Einstellungen hinter vorgehaltener Hand geäußert, in Europa auf der Rednertribüne im Wahlkampf und das oft sehr erfolgreich!

Jeder weiß, dank Michael Moore, wie böse die USA sind. Aber in den USA *gibt* es immerhin einen Michael Moore!

nur noch ein pos(t)er
00
17.9.2009, 16:21
zum Politikum in den Medien, in Europa fallen sie eher unter den Tisch

äähhh in welchem forum postest du?

Mostbluzer
02
17.9.2009, 11:36
kritiklose welt

es wird immer besser. kritik an obama ist rassistisch, kritik an israel ist antisemitisch. kritik an globalisierung ist kommunistisch, kritik an co2 märchen ist klimawandelleugnung und kritik an 9/11 ungereimtheiten ist weltverschwörung und die eu darf man sowieso nicht kritisieren, sonst ist man ja erweiterungsverlierer.

schaffen wir doch kritik ab, wie wir demokratien verludern lassen, wie wir gesunden hausverstand uns nehmen lassen und sagen gar nix mehr. schafft das internet ab, den letzten hort der meinungsfreiheit, bei der bürgerbeteiligung und bürgerrechten sind wir ja schon so weit.

pepitant
00
18.9.2009, 13:16
Psst, ned so laut,

san scho gnua do, de des woin.

gogol`s revisor
00
17.9.2009, 09:55
Ku Klux Klan geschlossen gegen Obmama

das ist kein gutes Zeichen.

Walter KURTZ
 
00
17.9.2009, 11:36

Die Obamamama ist doch schon lange tot...

Obama - ein gescheiterter Präsident
35
17.9.2009, 09:36

Selbst Obama gibt zu, daß seine Kritiker keine Rassisten sind. Obama bringt außer Reden halten und Fliegen erschlagen eben nichts zustande. Das haben die Amis mittlerweile begriffen und deswegen wird die Kritik an ihm immer heftiger. Obama ist ein genauso unfähiger Präsident wie Carter einer war. Deshalb sollte er schnellstmöglich abtreten.

pepitant
00
18.9.2009, 13:18
Die wirklich guten waren

Wilson, Truman, Nixon und Reagan, was ?

SchneeFee
00
17.9.2009, 11:46

Na klar sagt er es sind keine rassistisch motivierten Proteste. Er kann nur das sagen.

Kirath
20
17.9.2009, 09:28

Meinen diese Demonstranten das wirklich Ernst oder wollen sie Obama "eins auswischen"?

Aber es stimmt schon, die persönliche "Freiheit und Unabhängigkeit" sind natürlich wichtiger als die Sicherheit, eine medizinische Versorgung zu bekommen ohne deswegen pleite zu gehen. In einem Bericht sah ich vor einiger Zeit ein (Zahn-) Arztteam, das normalerweiser Menschen in der dritten Welt kostenlos behandelt, das aber in Städten in den USA unterwegs war weil es sich die Menschen dort nicht leisten konnten, zum Zahnarzt zu gehen.

salzstangerl1
00
17.9.2009, 09:26
"Sie lügen!"

Im Ö Parlament gehört das noch zum guten Ton -.-

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