Wrabetz

Mehr Gebühr oder weniger Film und Sport

15. September 2009 18:23
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    Foto: standard/cremer

    Den ganzen Donnerstag geht es um die Zukunft des ORF, in einer Enquete des Nationalrats. General Alexander Wrabetz spricht von einer "ganz entscheidenden Woche für den ORF".

"Das ist keine Drohung", sagt Alexander Wrabetz - Der ORF-Chef will nur zwei Finanzpläne für 2010 vorlegen - mit und ohne Extra-Gebührenabgeltung - Lobbys für Sport, Film, Orchester können sich schon warmlaufen

Wien - Kann der ORF 2010 eine ausgeglichene Bilanz schaffen, wenn er heuer statt geplanter 30 auf 50 Millionen Miese zusteuert? "Er muss", antwortet ORF-General Alexander Wrabetz dem STANDARD.

Der Stiftungsrat hat ihm diese Aufgabe am 2. April gestellt. Ob es diesen Stiftungsrat 2010 aber noch gibt, ist ohnehin nicht ausgemacht. SPÖ und ÖVP machen sich nach der Parlamentsenquete über den ORF wieder an ein neues Gesetz für die Anstalt.

Kleinerer Aufsichtsrat

Im Frühjahr jedenfalls wollte die Koalition bei der Gelegenheit noch in den Organen des ORF wühlen. Ein kleinerer, operativer Aufsichtsrat war da Thema, ein gemeinsames, größeres Gremium aus Stiftungsrat und Publikumsrat. Aber da wollte die SPÖ ja auch noch einen anderen General. Nun geht Wrabetz offenkundig davon aus, dass er ORF-Chef bleibt, jedenfalls wie bestellt bis Ende 2011. Höchstens den einen oder anderen Direktor könnte er mit dem Gesetz auszutauschen versuchen, etwa um Niederösterreichs ÖVP entgegenzukommen (siehe TV-Tagebuch).

Dienstag wollte Wrabetz vor Journalisten neue Direktoren nicht rundweg ausschließen, nur für die kommende Sitzung des Stiftungsrats am 24. September.

Werbepreise senken

Da sollen die Räte die TV-Werbetarife für 2010 absegnen. Die Branche erwartet merklich niedrigere Preise, die der ORF bisher nicht bestätigt.

Werbung ist für Wrabetz auch eine Woche vor dem Stiftungsrat ein zentrales Thema, wenn eine Enquete im Nationalrat die Zukunft des Gebührenfunks und des ORF diskutiert. Die Anstalt will da so bleiben wie sie ist, die Politik möge antworten wie eine bekannte Margarinemarke: Du darfst. Also: keine weiteren Werbebeschränkungen oder gar Verbote, kein Verbot der Onlinewerbung, wie es der Zeitungsverband fordert.

Würden Bund und Länder ihre 250 Millionen Euro aus Rundfunkgebühren dem ORF überweisen, könnte der auch ohne Werbung leben, räumt Wrabetz ein. Doch das wäre in deren Budgetsituation unrealistisch. Ihm reichten vorerst schon 60 Millionen Euro, die ihm durch Befreiungen entgehen, und die ihm die Republik abgelten soll.

Sport, Film, Orchester

Motivierende Maßnahmen hat sich der ORF-Chef schon vorgenommen: Bis 15. November muss er den Stiftungsräten seinen Finanzplan für 2010 vorlegen. Ohne die Abgeltung, vermutet er heute: "Was klar bedeutet, dass bestimmte Dinge nicht mehr gehen oder nur in Sparversion." Wrabetz kommt gleich danach auf das Radio-Symphonieorchester zu sprechen, auf Basketball, Handball & Co. auf ORF Sport Plus und auf das Filmfernsehabkommen zur Förderung von Kinofilmen. Was da fehlen würde, will Wrabetz "sehr transparent machen". Breiter Protest garantiert. Fehlen in ORF-Tradition nur noch Einschränkungen der Landesstudios, um die Landeshauptleute auf den Plan zu rufen.

Noch vor der Enquete tüfteln am Mittwoch Experten der EU-Kommission und des Kanzleramts an Regeln, wofür der ORF Gebühren verwenden darf - ein Rahmen für das neue Gesetz (siehe Wissen). Nationale Regeln dürfen strenger ausfallen, die ÖVP will das. Wrabetz indes hofft, dass "Österreich nicht päpstlicher ist als der Papst". (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 16.9.2009)

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1 2 3 4
ja aber
18.09.2009 12:52
weg mit der formel 1

das bringt sicher mehr als die absetzung von handball etc.. in was fuer einer welt leben die orf-ler eigentlich?

quantity quality
 
05.10.2009 22:39
formel 1

wird demnächst ohnehin von servus tv abgedeckt. damit gibts keinen grund mehr für eine parallelfahrt.

Ich bin der Meinung...
18.09.2009 09:49
Weniger Sport

wäre sowieso Gebot der Stunde. Während früher Veranstalter froh waren, dass ihre Veranstaltung auch im TV gesehen wurde - was die Sponsoren natürlich freute - müssen heute Unsummen für die Übertragung bezahlt werden.
Eine versteckte Subvention der Veranstaltungen aus Gebührengeldern.

Wenn TV-Anstalten nicht länger bereit sind für diese Veranstaltungen zu bezahlen, dann wird Sport wieder sportlicher. Und kein Brasilianer muss des Geldes wegen in eine Betonmauer krachen. Und niemand muss sich für die Pyrenäen dopen oder Schiedsrichter bestechen.....

Ernst Hirschmugl
 
17.09.2009 20:25

Keine Gebührenerhöhungen, Stiftungsrat abschaffen und deren Tantiemen einsparen, keine amerikanischen Filme sondern solche aus unserem eigenen Kontinent, ORF1 privatisieren, weniger Nachrichten"Sprecher". Wozu es in der ZIB zwei Sprecher geben muß, soll mir wer erklären; die graden Worte liest der eine vom Zettel ab, die ungeraden der andere ? Und nicht schon wieder Geld rausschmeißen für einen Studioumbau.

Udo Schenkel
17.09.2009 18:17
Weniger peinliche Eigenproduktionen.

juiceman
17.09.2009 13:49
Private sind Mist! Ich empfehle den Film "Free Rainer"

Den verantwortlichen beim ORF ist im Gegensatz zu vielen Politikern schon lange klar, dass amerikanische Serien und Filme nun einmal qualitativ (siehe nur Scrubs, Sim ehemals "24" etc.) und technisch einsame Spitze sind. Ich als junger Gebührenzahler (24) bediene mich sehr gerne am Informationsangebot des ORF, gleichzeitig genieße ich aber auch gerne Top-Serien OHNE Werbeunterbrechungen. Hat sich jemand einmal das "Unterhaltungsangebot" der Privaten angeschaut? Hier dominiert billiges nieveauloses Reality-TV (Teenager werden Mütter etc.), welches maximal zur allgemeinen Verblödung beiträgt. Also bitte mehr hochwertige Serien (z.B. "Californication") und Filme neben tadellosem Infoangebot auf ORF2. Aber bitte zu christlichen Zeiten!

ja aber
18.09.2009 12:53
private muss man aber nicht mit zwangsgebuehren erhalten

wenn der orf keine werbeeinnahmen haette, haetten die privatsender mehr budget und koennten sich bessere programme leisten.

Ernst Hirschmugl
 
17.09.2009 20:27

Am Besten gar keine Serien. Mehr Sendepausen !!! Es muß nicht 24 h am Tag ferngesehen werden.

utility
17.09.2009 11:42
Weniger Heinzl und weniger Mentalist

wär schon mal ein Anfang. Weniger stupide US-Serien und weniger stupide Talk-Shows natürlich auch. Warum weniger Filme? Wie wärs mit mehr Filmen, die wesentlich wertvoller aber deutlich günstiger sind, als die ausgelutschten Blockbuster aus Hollywood?

Sigmund_Marx
17.09.2009 12:06

was für den zuseher "wertvoll" ist, kann man halt schwer pauschalisieren.

günstigere ware als us-filme und -serien wird man aber de facto nicht finden.

Palas Domingo
17.09.2009 11:20
Weniger Filme und

überflüssige Serien mit Krassnitzer und Co. Das ist echt ein Mist.

Dafür gute Sportübertragungen (siehe heute Fussball Europa League).

Mehr Nachrichten und Dokus!

Das Signal verschlüsseln und nur wer zahlt sieht. Das sollte für das gesamte Fernsehen gelten.

Kakanien lebt!
16.09.2009 21:52

weniger film geht beim orf aber wirklich nicht mehr! der orf ist zum weinen!!

elle(s)
16.09.2009 19:49
club 2 um 23 uhr -

wie soll das jemand anschauen, der um 6 aufstehen muss?
ich schaff's nicht.
und so ist's mit allem, was mich eventuell interessieren könnte.

Sigmund_Marx
17.09.2009 09:34

ich muss um sieben auf. habe nur das ende des club 2 gesehen, weil ich so spät heimgekommen bin. schas programmierung.

Österreich ist high! © Crazy Business
16.09.2009 18:16
WENIGER Film!


Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Film-Fernsehprogramm vom 16. September 2009:

ORF 2: 20:15 Rosamunde Pilcher: Liebe gegen den Rest der Welt (BRD, 2009)

ORF 1: 00:20 Ein Vogel auf dem Drahtseil (USA, 1990)

Donnerstag, 17.09.2009 - 19:00 (vier österreichische Fußballvereine in der EL): Bitte wechseln Sie auf Sky - soviel zu Film & Sport

Österreich ist high! © Crazy Business
16.09.2009 18:10
Vorschlag:


KEINE Gebühr - und den Ordentlichen Rapid Funk sollens zusperren!

lichtloser
16.09.2009 17:18
Keine Werbebeschränkungen mehr für den ORF?

Und höhere Gebühren??? Warum nicht noch wieder Call-In-Sendungen dazu...
Dann bitte gleich den ganzen Sender an Pro7Sat1RTL verkaufen. Die sind im Gestalten von Trash-Programm wenigstens professioneller.

Mr. Bubbles
16.09.2009 16:57

gar keine gebühr und gar keinen sport und filme!

bitte! sofort!

now what, wrabetz?

lichtloser
16.09.2009 17:31
Schluss mit dem Zwangs-Pay-TV fürs Regierungs-Propaganda-Fernsehen!

Lösung: das DVB-T Signal verschlüsseln. Wer unbedingt ORF schauen will, zahlt Gebühren, bekommt eine Decoder-Karte.
Wer nicht zahlt, bekommt keine Decoder-Karte, kann den ORF technisch nicht empfangen, und alles ist gut.

Wäre interessant, wie viele Zuschauer der ORF dann noch hätte...

toberfrau1
17.09.2009 17:57

Richtig, wer zahlt, der schaut - wer schaut, der zahlt!

analustia
 
16.09.2009 16:53
Mehr Gebühren?

Meine Meinung dazu: Gehälter der Führungsbene herunter, wenige schlechte Beiträge, mehr Transparenz und weniger Verschwendung. Sport und Kultur ist wichtig, darf aber nicht überbewertet und überbezahlt sein. Mein Tip: Als Protest keine Rundfunk- und Fernsehgebühren zahlen. Ich zahle seit Jahren nichts, sehe aber auch nicht mehr die ORF Programme, es sei denn bei meiner Großmutter, die 87 Jahre alt! Das ist kein Witz, es ist so, die Jugend interessiert sich nicht für den ORF in Ermangelung der Programmqualität!

juiceman
17.09.2009 14:33
dem kann ich nicht zustimmen

ich bin 24 und schaue sehr gerne US-Filme/Serien OHNE lästige Werbeunterbrechungen. Es gibt keine österreichische Serie, die es in Qualität mit den amerikanischen aufnehmen kann, schon alleine wegen Mangel an guten Drehbüchern, guten Schauspielern und Geld. Gleichzeitig nutze ich aber auch das umfassende Informationsangebot des ORF, die ZIB ist die einzige Ernst zu nehmende Nachrichtensendung in Österreich.
Was die Privaten produzieren ist nicht einmal mehr lächerlich. Das ist zum Weinen. Für alle die sagen der ORF sei eine RTL-Kopie: Schauen Sie sich doch bitte mal RTL an, da kommt einem das Grausen (Dschungel-TV etc.)

Chien de Pique
17.09.2009 18:31

Wenn Sie Pay-TV ohne Werbeunterbrechungen wollen, würde ich Ihnen auch eher Sky empfehlen.

Arbeit für die Zensur
16.09.2009 16:44

weniger Film und Sport ...., kein Problem und die Lösung, bitte sofort umsetzen oder den ORF abschaffen.

Die "depperten" AMI-Filme im ORF schaut doch NIEMAND an, 2 Kanäle sind auch zu viel (zuzüglich sinnloser Nebenkanäle), 1 FS-Kanal genügt für die wenigen Zuschauer

incanto401
16.09.2009 16:38
Na und?

Dann läuft halt Sport auf einem anderen Kanal, der Wrabetz kann sich seine Gebühr sonst wo hinstecken, ich ärgere mich Monat für MOnat über die Zwangsgebühr für etwas, das ich gar nicht konsumiere.

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