Präsidenten sollen "nicht nur wappeln bei irgendwelchen Festivals" - "Deine depperten Frösche kannst später zählen"
"Liebe Damen und Herren, hier ist wieder 'Wien heute', Ihnen allen einen guten Abend." Wieder? Montag, 19 Uhr, ORF 2. Peter L. Eppingers Premiere als Newsmoderator, "Wien heute" statt Ö3 und Dancing Stars. "Wieder" passte. Eppinger führte durch die Sendung, als wäre er schon immer da gewesen.
Ein anderer wünscht sich weg, glaubt man dem Flurfunk in ORF, Parteizentralen, Landhäusern. Richard Grasl, Chefredakteur des ORF Niederösterreich. Nun als Finanzdirektor des ORF im Gespräch, davor als TV-Direktor. Womöglich, weil da noch einer nach Wien drängt und einen bewährten Medienpartner nicht missen will?
"Niederösterreich heute", Samstagabend. "Eine persönliche Frage" brennt Chefredakteur Grasl noch unter den Nägeln beim Interview mit Universalpsychologin Rotraud Perner zu Schulfragen: "Sie sind ja zeit Ihres Lebens bekennende Sozialdemokratin gewesen, haben aber immer wieder in Niederösterreich Erwin Pröll bei Wahlen auch persönlich unterstützt. Was tun Sie eigentlich, wenn es wirklich zu einem Wahlkampf Heinz Fischer gegen Erwin Pröll kommt? Wen würden Sie unterstützen?" Wunschgemäß Pröll, "keine Frage", denn Präsidenten sollen "nicht nur wappeln bei irgendwelchen Festivals", Pröll war "immer eine Integrationsfigur", "muss man aktiv sein", "weil nur warten, dass die Leute von selber kommen, da passiert nichts." Gleich danach kommt Pröll wieder in "Niederösterreich heute".
Bürgermeister Michael Häupl fehlt nicht in "Wien heute", an seinem 60er. "Deine depperten Frösche kannst später zählen", holte ihn Helmut Zilk in die Politik, erinnert sich der Biologe im Naturhistorischen. "Bekümmert", denn: "Meine Frösche sind nicht deppert." Immerhin: Bürgermeister mit Bildungsauftrag. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 16.9.2009)