Technische und ingenieurwissenschaftliche Studien sind lern- und zeitintensiv - wer sich durchbeißt, kann Karriere machen
Technische und ingenieurwissenschaftliche Studien weisen laut "Technik Report 2009" der TU Wien eine überdurchschnittliche hohe Studiendauer, eine hohe Abbruchsrate und eine geringe Frauenquote aus. Diese sei an der TU Wien innerhalb der vergangenen 15 Jahre jedoch um rund zehn Prozent gestiegen und liege nun bei rund 22,5 Prozent.
Überangebot an offenen Stellen
Der eindeutige Vorteil an solchen Studien sind die sehr guten Berufsaussichten: Trotz des Rückgangs an Stellenangeboten im Jahr 2008 herrsche laut dem TU-Bericht immer noch ein Überangebot an offenen Stellen im Vergleich zur Anzahl an Neugraduierten. Die Jobaussichten für Absolventen von Elektrotechnik, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau bezeichnet der Report als "nach wie vor ausgezeichnet".
Mehrere offene Stellen pro Absolvent
Auf einen Studienabgänger würden in diesen Bereichen gleich mehrere offene Positionen kommen - selbst wenn man nur den Arbeitsmarkt in Ostösterreich betrachte. Für das auf derStandard.at in der Serie "Studien mit Zukunft" beschriebene Studium "Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau" sieht die Situation folgendermaßen aus: Im Jahr 2008 seien auf jeden neuen Absolventen zwei bis drei offene Stellen gekommen.
Viele Studierende sind berufstätig
Dass ein erheblicher Teil aller TU-Studenten das Studium nicht beendet, könnte neben der Schwierigkeit der Studien mit der Tatsache zusammenhängen, dass laut "Technik Report 2009" mehr als die Hälfte der Studierenden berufstätig ist, und zwar zum Großteil im studienbezogenen Bereich. Vollzeit-Angebote der Arbeitgeber könnten demnach zum Studienabbruch führen. Ein weiterer Grund liege in der Tatsache, dass rund 14 Prozent der Studenten ein Doppelstudium inskribieren, jedoch nur eines von zwei Studien erfolgreich abschließen würden.
Angebote an Universitäten und Fachhochschulen
Die Studien „Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau" und „Maschinenbau" werden an den Technischen Universitäten Wien und Graz jeweils als Bachelor- und Masterstudien angeboten. An beiden Unis sowie an der Universität Linz kann man andere technische Studien wie beispielsweise Technische Mathematik oder Technische Physik studieren. Die Universität Salzburg bietet in Zusammenarbeit mit der TU München das siebensemestrige Bachelorstudium „Ingenieurwissenschaften" an, Masterstudien sind geplant.
Im Fachhochschulbereich bietet die FH Kärnten in Spittal an der Drau den Studiengang „Bauingenieurwesen - Projektmanagement" an. An der FH Joanneum in Graz kann man „Baumanagement und Ingenieurbau" und an der FH Campus Wien „Bautechnische Abwicklung internationaler Großprojekte" studieren.
Die FH Oberösterreich bietet in Wels das Bachelor- und Masterstudium „Entwicklungsingenieur Maschinenbau" sowie das Masterstudium „Anlagenbau" an. An der FH Wr. Neustadt kann man sich zum „Wirtschaftsingenieur" ausbilden lassen, an der FH Vorarlberg in Dornbirn gibt es ein ähnliches Studium mit dem Titel„Wirtschaftsingenieurwesen", an der FH Technikum Wien wird das Studium „Internationales Wirtschaftsingenieurwesen" angeboten. (red, derStandard.at, 15.9.2009)