Genussscheine

Skandal um AVW

14. September 2009, 17:40
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    foto: apa/hans klaus techt

    Wolfgang Auer-Welsbach: Schon 2001 stand der AvW-Chef im Visier der Aufsicht. Sie kritisierte seine Kursermittlung - und sah von einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ab.

Schon 2001 kritisierte die Aufsicht die Gebarung der Investmengesellschaft, Anzeige folgte keine

Die Wertpapieraufsicht zerlegte die Kärntner AvW, zeigte sie bei der Justiz aber nicht an. Der Grund: Etwaige mangelnde Werthaltigkeit der von Auer-Welsbach ermittelten Genussscheinkurse sei schwer beweisbar.

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Wien - Immer spannender wird der Anlegerskandal rund um die Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW. Gegen ihren Chef, Wolfgang Auer-Welsbach, (und andere) ermittelt die Staatsanwaltschaft, es geht um den Verdacht der Untreue und des gewerbsmäßigen Betrugs - es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Vorwürfe drehen sich um die AvW-Genussscheine, deren Kursbildung und Werthaltigkeit der Justiz aufklärungsbedürftig erscheinen. Seit Oktober kauft die AvW die Scheine, die seit 2000 an der Frankfurter Börse notieren (dort wird aber kaum Umsatz gemacht; der Großteil wird über die AvW Invest vertrieben) nicht zurück. Geschädigt: 12.000 Anleger.

Der Aufsicht ist die AvW gut bekannt; die Bundeswertpapieraufsicht BWA (ihr folgte 2002 die FMA) hat sich, wie auch das aktuelle Profil berichtet, bereits 2000 intensiv mit der AvW Invest AG beschäftigt. Schon diese Vor-Ort-Prüfung hatte eine Vorgeschichte: Zunächst waren die Genussscheine mit einer Kapitalgarantie ausgestattet, AvW musste das Geld also jederzeit zurückzahlen. Da die Gesellschaft das Genussscheinkapital aber als Eigenkapital auswies, bestand Wirtschaftsprüfer Europa Treuhand Ernst&Young auf Haftungen zur Absicherung. Dem kam man nach, wechselte aber flott den Wirtschaftsprüfer. Die Genussschein-Modalitäten wurden geändert - im Mai 2000 war die BWA im Haus in Krumpendorf.

Der 55-seitige Prüfbericht fiel kritisch aus: fehlende Dokumentation, Verdacht der Verstöße gegen Geldwäschebestimmungen und aktienrechtliche Sorgfaltspflichten, Unterlassung von Beteiligungsmeldungen, Verdacht, dass die Papiere Kunden empfohlen wurden, die sie nicht wollten. Vor allem kritisierte die BWA die "nicht lückenlos nachvollziehbare Kursbildung beim AvW-Genussschein" .

Anfang 2001 fühlte die BWA dem Unternehmenschef noch einmal auf den Zahn. Am 17. Jänner erklärte Auer-Welsbach laut Protokoll, dass er für die Kursberechnung bis zur Börseneinführung im November 2000 ein Schema mit "fundamentalen Faktoren" verwendet habe; darunter "sind die aus seiner Sicht zu erwartenden Entwicklungen von Beteiligungen an nicht börsenotierten Unternehmen" zu verstehen. Allerdings "erfolgten die Berechnungen nicht immer genau dem Schema gemäß ... sondern es wurden Vermögenspositionen willkürlich herangezogen oder ausgelassen" . Zudem seien in den AvW-Kurs "Sondervermögen eingerechnet worden, die AvW-Aktien beinhalteten" . Nach Verneinung der Frage, ob die Anleger darüber und über die Kursfestsetzung aufgeklärt wurden, war Schluss: "Auf Anraten seines Anwalts verweigert Auer-Welsbach die Beantwortung weiterer Fragen" . Im Februar wurde Besserung gelobt: "Der BWA wurden umfassende Restrukturierungsmaßnahmen ... vorgestellt."

Rechtliche Folge all dessen: keine. Die BWA-Rechtsabteilung unter Rainer Wolfbauer (heute Superfund-Vorstand) riet am 18. April 2001 davon ab, die Staatsanwaltschaft "wegen des Vorwurfs, Auer-Welsbach habe bis zur Börsenotierung die Preisermittlung strafrechtswidrig vorgenommen, indem der von ihm ermittelte Kurs nicht den wahren Wert der Genussscheine widerspiegelt und die Kunden daher ... getäuscht worden sind" einzuschalten. Der Grund, so sieht es Welsbach-Anwalt Franz Großmann: "Wir konnten alle Unklarheiten beseitigen."

Dabei fanden die BWA-Juristen bemerkenswerte Begründungen für ihr Vorgehen: Dass der Kurs nicht den wahren Wert widergespiegelt habe, "basiert ausschließlich auf Vermutungen der BWA und auf dem Indiz, dass sich der Kurs stetig nach oben, jedoch niemals nach unten bewegt hat. Konkrete Anhaltspunkte für die mangelnde Werthaltigkeit liegen nicht vor. Insbesondere hat sich bis dato noch kein Kunde beschwert, die Genussscheine seien nicht das wert, was der Kurs ihnen als Wert beimesse..." . Auer-Welsbachs Berechnungsmodus sei zwar "unüblich, willkürlich und nicht nachvollziehbar" - die Überprüfung, ob der Modus geeignet ist, den Wert der Genussscheine festzustellen, "überschreitet aber den Wirkungsbereich der BWA" .

"Schwer beweisbar"

Kleiner Trost: So vorhanden, wäre "die mangelnde Werthaltigkeit auch nur sehr schwer bis gar nicht beweisbar, weil hierfür das gesamte Vermögen der AvW Invest ... einer Bewertung unterzogen werden müsste" . Dazu kam noch eine Art Entlastung à la Gerhard Dörfler (die Justiz verfolgt den Kärntner Landeschef in der Causa Ortstafeln nicht, weil er, salopp gesagt, nicht wusste, was er nicht tun darf): Kurs-Ermittler Auer-Welsbach müsste "nachgewiesen werden, dass er sich der mangelnden Werthaltigkeit der Genussscheine auch bewusst war, und er sich durch eine eventuelle wahrheitswidrige Berechnung ... bereichern habe wollen" , wofür es "keine Anhaltspunkte" gebe.

Heute sind all diese Fragen wieder aktuell; für die Justiz kümmert sich Gutachter Fritz Kleiner gerade um Erhellung, Anwalt Großmann erwartet sein Gutachten im Dezember. Und die Anlegeranwälte Pascher&Schostal haben die Republik zur Anerkennung der Amtshaftung für die FMA aufgefordert. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2009)

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Magnus13
00
11.10.2009, 18:40
Gier schaltet Gehirn aus

ja die Menschen lassen sich alle blenden z.B. in dem Fall von einem Namen, außerdem schaltet die Gier das Gehirn aus. Wenn die Menschen jedem vertrauen, der eine schöne Visitenkarte mit der Aufschrift Vermögensberater hat, sind sie selbst schuld.

Graf_Zeppelin
00
16.9.2009, 13:26
Skandal um AVW

Unterm Jö.. wär dos nit passiert!

... und das gemarterte Volk wartet und schaut mit Genuss zu bis der ganze HAufen Gauner im Gefängnis sitzt.

Ga......, waruim tust denn nix?
Kannst ned?

Gustl Duck
00
15.9.2009, 16:16

der nächste Skandal ohne konsequenzen?

also dann ...
01
15.9.2009, 16:06
die größte "beschädigung" es finanzplatzes wien - erfolgte in permanenz seit jahren durch die F M A + Ö N B !

das herumdoktern...
und veröffentlichen von scheinlösungen - sind nur theater - sonst nichts.

Simon Peters
01
15.9.2009, 14:06

Wenn es noch eines (weiteren) Beweises bedurft hätte, dass die FMA nichts weiter als ein Verein von größenwahnsinnige Inkompetenzlern ist, dann wäre er wohl jetzt erbracht. Einzige Lösung: diesen Dodlverein ersatzlos abschaffen. Aber dann gäbs wieder mehr unvermittlebare Langzeitarbeitslose.

gr.ado
 
00
15.9.2009, 12:48

... die Kleine Zeitung berichtet heute von einem Erstinstanzurteil zugunsten eines Anlegers (Rückzahlung Genußscheineinlage + Zinsen) ...

Gustl Duck
00
15.9.2009, 12:35

und wann werden die ermittlungen eingestellt?

Der Ätzer
01
15.9.2009, 11:38
Wurde der Vermögenszuwachs der Prüfer geprüft?

Schließlich geht es um sehr viel Geld, das den Anlegern "herausgerissen" wurde und die Ausicht sah zu.

Das Nichtmelden wird doch nicht aus Liebe geschehen sein?

Childerich von Bartenbruch
03
15.9.2009, 11:29
poster "derfalke" scheint irgendwo ...

... anders herumzufliegen und die "neue, andere" politik des dritten lagers zu bewerben.

don ildefonso
00
15.9.2009, 10:26
der fma waren in diesem fall die hände gebunden

grasser (khg) ist sicher eine der bedenklichsten figuren der szene, steuernder kopf hinter julius meinl V., was ihm wohl nie nachgewiesen werden kann. dass sich auer von welsbach, haider und grasser aus der wörthersee-szene seit vielen jahren privat gut kannten, führt jetzt zu neuen spekulationen: diesmal hat khg nichts angestellt, verschlampt wurde die causa trotzdem. an der komplizierten bewertungsfrage nichthandelbarer "gewinnscheine" scheiterte die justiz ja schon im fall linzer imperial / dr. faramarz ettehadie. die warnung der fma im fall avw hat übrigens keiner gelesen, erschienen ist sie.

www.szeneblogger.twoday.net/

hd120
01
15.9.2009, 14:45
grasser (khg) ist sicher eine der bedenklichsten figuren der szene, steuernder kopf hinter julius meinl V., was ihm wohl nie nachgewiesen werden kann.

da sie so locker diese behauptung aufstellen, werden sie es ja wohl nachweisen können? oder ist das alles nur blabla?

1000 Kopfläuse können nicht irren
02
15.9.2009, 09:48
Ich sollte auch mal austesten...

... ob der "Dörfler-Paragraf" auch für mich gilt!
(C:

Zivilgeselle
04
15.9.2009, 09:43
Geisterbahn

Die FMA durfte nicht prüfen, ob willkürliche Preisfestsetzung vorlagen und Anleger getäuscht wurden?
Wozu sitzen diese Damen und Herren dann in der Praterstraße: "Der (scheinheilige) Anschein einer funktionierenden Kontrolle muss aufrechterhalten werden" (Ein Oberkontrollor im BAWAG Strafprozess).

Die BWA bzw. FMA und die Ministerien entpuppen sich immer mehr als mit "Freunden" besetzte Behörden, die nach der Pfeife von Politikern und Finanzmanagern tanzen, bei schweren Missständen krampfhaft wegschauen, damit die Täuscher der Finanzbranche die Anleger jahrelang abzocken können.
Diese scheinheiligen Geister sollen gehen oder im Prater "arbeiten".

Petutschnig Stani
00
15.9.2009, 09:40

ktz gelesen - dabei gewesen :)

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
01
15.9.2009, 09:28

bin ich froh über mein sparbücherl- und dass ich mich nie von den "auskennern" überreden hab lassen auf etwas zu setzen, von dem ich nichts versteh.

Karlibua
00
15.9.2009, 18:18
jojo, und was bringts, wennst da um 1.000.000 Euro nur mehr a Wurschtsemmal kaufen kannst?

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
00
15.9.2009, 18:22

sie glauben die sparbuchbesitzer sind schuld, wenn eine wurstsemmel 1.000.000€ kostet?

Karlibua
00
16.9.2009, 19:33

hab ich nicht gesagt!
aber was bringt noch so viel Geld am Sparbuch wenns bald nix mehr wert ist?

franz der freie
 
00
15.9.2009, 09:14
der bewertungsmodus ist : " unüblich, wirkürlich und nicht nachvollziehbar"

genau so wie der kurs der superfunds. nicht ohne grund dilletiert der verantwortliche herr wolfbauer heute dort.

Peter Hammer 06
03
15.9.2009, 08:57
Unter der von Haider geduldeten Schüssel-Regierung war vieles möglich!

uncle_sam
00
15.9.2009, 11:04
zu ...

... vieles !!!

Peter Hammer 06
00
15.9.2009, 18:21
d'accord !

wasweißich?
02
15.9.2009, 08:52
also der KHG ist wirklich nachhaltig

da kommt Jahre später noch vieles ans Licht bei dem er nicht ganz unbeteiligt zu sein scheint - im Profilbericht wird ja näher auf die Beziehungen AvW-Jörgl-KHG eingegangen als hier

Toni Meister
00
15.9.2009, 09:00
Über jeden Verdacht erhaben pariert

Haider´s Flachwurzler hat pariert (unbedingt gehorcht)?. Auf Kosten Anderer ( nämlich der Steuerzahler ) ?.

Doc Steel
12
15.9.2009, 08:16
selber schuld

wer in eine firma investiert, die ca 30% an einer anderen besitzt, wo der schönste finanzminister aller zeiten im aufsichtsrat sitzt...

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