Wasserbau mit Durststrecken

Maria Kapeller, 15. September 2009, 14:23
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    Stephan Benda an seinem Arbeitsplatz bei der "Verbund - Austrian Hydro Power", der Wasserkrafttochter des Verbund.

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    Der 25-jährige Niederösterreicher ist beim Verbund unter anderem für die Instandhaltung der Wasserkraftwerke zuständig. Im Bild: Das Kraftwerk Wien-Freudenau erzeugt genug Strom, um damit die Hälfte aller Wiener Privathaushalte zu versorgen.

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    Im Wasserbaulabor der TU Wien wird die Theorie mit der Praxis verbunden.

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    Noch ist Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau ein von Männern dominiertes Studium. Benda wünscht sich einen höheren Frauenanteil.

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    Die Abbruchquote an der TU beträgt zwischen 76 und 82 Prozent - wer sich durchbeißt, hat dafür gute Berufschancen. Benda: "Die meisten verzweifeln, wenn es mit Mathematik und Mechanik losgeht."

Wer Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau studiert, braucht Ehrgeiz und Durchhaltevermögen - Aber am Ende stehen gute Jobaussichten

Durchschnittliche Studiendauer: 7,5 Jahre. Drop-Out-Quote: überdurchschnittlich hoch. Das Studium Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau ist sicher nicht für jedermann geschaffen: Technik, Mathematik, Mechanik, Computerkenntnisse, Wirtschaft. Stephan Benda, 25, hat es in fünf Jahren geschafft und arbeitet seit Juli für das Elektrizitätsunternehmen Verbund. "Ich würde jedem empfehlen, im ersten Studienjahr die Zähne zusammen zu beißen", sagt er im Nachhinein. Man sollte "auf den Zug aufspringen", gemeinsam mit Kollegen lernen, sich gegenseitig helfen. Denn: Am Anfang seien die Hörsäle zwar noch voll, das reduziere sich aber rasch.

Ohne Lernen geht es nicht

Dass viele Studenten nach dem ersten Jahr aufgeben, erklärt sich Benda unter anderem mit der Schwierigkeit des Studiums: "Die meisten verzweifeln, wenn es mit Mathematik und Mechanik losgeht." Auch er habe im zweiten Jahr eine "Durststrecke" gehabt, "ich dachte, da ist doch zu viel Maschinenbau dabei." Um das Studium durchzuziehen, seien aber nicht nur mathematisches und technisches Verständnis nötig ("das wird überschätzt"), sondern auch Durchhaltevermögen und Ehrgeiz. Und eines ganz besonders: "Man muss lernen - nichts geht von selbst. Ich kenne Genies, die gescheitert sind, weil sie nicht genug gelernt haben."

Die hohe Abbruchquote erklärt sich Benda außerdem mit der Tatsache, dass viele seiner Kollegen an einer HTL und somit an einer berufsbildenden Schule maturiert hätten. "Die haben im Kopf: ‚Ich könnte schon arbeiten, warum soll ich mich noch fünf Jahre ‚quälen‘?‘", sagt er mit einem Lächeln.

Praktika in Tadschikistan und Argentinien

Vor Studienabschluss absolvierte der Niederösterreicher zwei Auslandspraktika: Er arbeitete rund zwei Monate lang für das staatliche Erdölunternehmen "Petroleum Sugd" in Tadschikistan, wo er für die Instandhaltung im Maschinenbau zuständig war. Weitere zwei Monate verbrachte er in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, wo er Erfahrungen im Labor für technische Strukturanalyse der Technischen Universität sammelte.

30 bis 40 Bewerbungen

Die anschließende Jobsuche dauerte fast ein halbes Jahr, Benda schickte zwischen 30 und 40 Bewerbungen aus. "Man glaubt, man findet schnell etwas, aber so ganz einfach war's dann doch nicht", erzählt er. Immerhin habe er von den meisten Firmen Antworten erhalten oder sei zu Bewerbungsgesprächen eingeladen worden. "Am Anfang ist es schwer, man weiß nicht genau, wo man hingehört", erklärt er die Schwierigkeiten bei der Jobsuche.

Bei seinem Arbeitgeber, dem Verbund, musste er nach Online-Bewerbung und Gespräch ein Assessment-Center meistern. Das Unternehmen stelle häufig TU-Absolventen ein, erklärt Fiona Coleman, Leiterin Recruiting und Personalmarketing. Darüber hinaus arbeite man mit der TU Wien zusammen, nutze das universitäre Career Center und stehe Studierenden bei Diplomarbeiten unterstützend zur Verfügung.

Wasserkraftwerke am Laufen halten

Seit Juli sitzt Benda als Projektingenieur der "Verbund- Austrian Hydro Power", der Wasserkrafttochter des Verbund, an seinem eigenen Schreibtisch. Der 25-Jährige ist unter anderem dafür verantwortlich, die Wasserkraftwerke des Unternehmens am Laufen zu halten sowie neue Projekte abzuwickeln. "Es geht zum Beispiel darum, in Kraftwerken neue Turbinensätze einzubauen oder neue Projekte in bestehenden Kraftwerken durchzuführen", erklärt er. Viel Zeit verbringe er mit Optimierungs-Berechnungen, dem Sammeln und Aufbereiten von Information und dem Schreiben von Stellungnahmen und Empfehlungen.

Technisches und wirtschaftliches Verständnis

Die Herausforderung als Berufseinsteiger beim Verbund liege unter anderem in der Größe des Unternehmens, das österreichweit mehr als 2.500 Mitarbeiter beschäftig. "Es ist schön, da mit zu arbeiten, man lernt und versucht, sich einzubringen", sagt der TU-Absolvent. Auch der bei Projekten einzuhaltende Zeitplan sei eine anspruchsvolle Aufgabe, „aber das ist im Projektmanagement immer so." Für seinen Job seien neben Ehrgeiz, Zuverlässigkeit und Motivation vor allem technisches Verständnis ("man sollte eine Ahnung haben von den Maschinen die man baut") und wirtschaftliches Know-How, zum Beispiel für Verhandlungen mit Lieferanten, wichtig. 

Geringe Frauenquote

Dass so wenig Frauen Wirtschaftsingenieurwesen - Maschinenbau studieren, findet Benda schade. Derzeit sind es etwas über drei Prozent, die Tendenz ist jedoch steigend. "Ich würde es auch Frauen empfehlen, denn lernen muss man überall", sagt er. Auch die TU selbst wirbt um einen höheren Frauenanteil: Insbesondere für dieses Studium seien "neben technischen und analytischen Stärken Sozialkompetenz, Vielseitigkeit und Kommunikationsstärke wichtige persönliche Eigenschaften", heißt es auf der Homepage. (Maria Kapeller, derStandard.at, 15.9.2009)

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16 Postings
napnap1
10
18.9.2009, 03:38

et=bi>mb>>>wirting

@letzten absatz: kann ich den frauen auch empfehlen weil das studium schlicht leichter ist als frau weil die prüfungen einfacher sind.

Waldemar Reich
10
17.9.2009, 11:03
Technikstudium=Reichenstudium

warum man scheitert.....

ein Studium an einer Universität im Bereich Technik benötigt Eltern, die einem den gesamten Lebensunterhalt finanzieren! Wer das Geld nicht hat, muss arbeiten und aus der durchschnittlichen Studiendauer (7,5 Jahre) werden bald mehr.
Wer hat die Nerven über Jahre hinweg bei 15°C in der Wohnung im Winter zu leben? Ich habe das so erlebt und bald darauf verzichtet! In Mindestzeit zu studieren bedeutete für mich im 1. Semester: von 8-20 Uhr VO oder Seminare besuchen, von 21-ca.00:00 Uhr lernen; von 04:00-07:00 arbeiten.

saoTan
01
29.9.2009, 17:33

Was daran soll technikspezifisch sein? Und: Wie viel haben Sie denn monatlich Studienbeihilfe bekommen? Wie viel haben Sie fürs Wohnen bezahlt? In einem Studentenheim kommen Sie um 200€/Monat (alles inklusive) unter, und da wohnen Sie nicht in einer Bruchbude. Wenn Sie fürs Wohnen mehr ausgegeben haben, fällt das unter Luxus.

Ich will Ihnen nichts unterstellen, aber bei den meisten Kollegen die mir erklären, sie könnten sich ohne Arbeiten das Studium nie leisten kommt bei genauerem Nachbohren heraus, dass sie sich das Studium durchaus leisten könnten, bloß nicht mit dem Lebensstandard den sie sich vorstellen.

formosa
00
20.9.2009, 13:22

man sollte nicht immer von sich selbst auf andere schliessen. wenn sie schon mit dem ersten sem so zu kaempfen hatten ..

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
00
19.9.2009, 11:13

*taschentuch rüberreich*

Axxe TheTech
00
16.9.2009, 12:21
in Zeiten von immer größerer werdender Spezialisierung

... wer hält denn die Spezialisten denn noch zusammen und behält die Überblick?

Ich möchte gerne mal einen Workshop mit "reinen Speziallisten" wie 100%-Ingenieuren und 100%-Controllern erleben wenn es z.B. um Themen wie "Design To Cost" oder "Produktstrategien" geht.

==> die reden total aneinander vorbei wenn es nicht
zumindest eine Person gibt, die auf beide eingehen kann (x mal erlebt).

Eine Wirtschaftsingeneur-Studium ist auch kein Spezialisten-Studium, sondern ein Generalisten-Studium. Das muss jeder für sich selber entscheiden, was für eine Art Persönlichkeit er ist und was ihn interessiert.

spoiled ballot
00
17.9.2009, 18:12
die experten-erkenntnis-verknüpfungsexperten

Lageos
01
15.9.2009, 20:35
Ist ja auch nur ...

... ein Hätti-Wari Studium (um den Sticheleien zwischen "reinen" Maschinenbauern und Maschinenbau-Wirtschaftsingenieurwesen zu beginnen)! ;-)

m3a
01
16.9.2009, 10:09

jaja... "maschinenbau light"!
aber die ersten beiden semester sind praktisch ident, mechanik und mathematik sind genauso gefragt, und dass sind jene fächer die für die dropouts verantwortlich sind.
(wobei die beiden fächer auch entschärft wurden mittlerweile)

gawi
 
01
16.9.2009, 09:08

Naja, ist doch ein techn. Studium und wenn es gegen den Rest geht, dann halten wir doch alle zusammen, egal ob klassicher Maschinenbauer, Elektriker oder Bautechniker samt sämtlichen Mitteldingern, die man studieren kann.

collector1
02
16.9.2009, 07:22

Ich will mich auch kurz einschalten, das Studium Maschinenbau/Wirtschaftsingenieurwesen ist weder "Fisch noch Fleisch" ist leider so.

Zinnmo
 
02
15.9.2009, 22:34

Wenns gegen Geisteswissenschaftler geht, halten beide gerne zusammen. ;)

narni
 
04
15.9.2009, 23:14

Wohl eher wenns gegen den "natürlichen Feind" den BWLer geht... ;)

Fritz234
01
16.9.2009, 15:29

Wie heißt es so schön: Geisteswissenschaften sind maximal Etikettenschwindel und WU und Jus müsste man aus moralischen Gründen abfackeln.
;)

Brett Bitte
04
16.9.2009, 13:08
Der Techniker ist das Kamel


auf dem der Wirtschafter zum Erfolg reitet.

Das ist kein Spruch sondern die Praxis.

Nitram1988
01
16.9.2009, 03:48
Der Maschinenbauer hat viele "Feinde"

Je nachdem, was grad an der selben Bildungseinrichtung vorhanden ist und keine ("richtigen") Techniker sind. z.B. BWLer, ITler, Wirtschaftingenieure.
Aber der Mechatroniker findet genau so viele Feinde.

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