Warnung vor Hormonen in Babyspielzeug

14. September 2009, 14:08

Hormonähnliche Chemikalie Bisphenol A sogar in Schnullern gefunden

 Wien - Vor hormonell wirksamen Inhaltsstoffen in Babyprodukten warnt die Umweltorganisation Global 2000. Von den 13 untersuchten Schnullern, Babyflaschen und Spielzeugen seien in nur drei keine nennenswerten Mengen dieser Chemikalien enthalten.

"Am schockierendsten ist, dass wir die hormonell wirksame Chemikalie im Saugteil von Babyschnullern nachweisen konnten", so Helmut Burtscher, Chemiker bei der Umweltschutzorganisation. 

Krebsrisiko

Bisphenol A kann wie andere hormonell wirksame Stoffe zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen, sagte Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien, da es ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt. Außerdem werden Schäden bei der Gehirnentwicklung und ein gesteigertes Brustkrebsrisiko bei Frauen mit der Chemikalie in Verbindung gebracht, so Global 2000.

Da man mit diesem Stoff in Schnullern absolut nicht gerechnet habe, wurden nur Mischproben untersucht. Welche Produkte konkret belastet seien, könne man deshalb noch nicht sagen. Eine umfassende Untersuchung aller Babyfläschchen sei geplant, versicherte Dietmar Österreicher vom Gesundheitsministerium. 

Kein Grenzwert für Schnuller

Für Bisphenol A in Babyfläschchen gibt es in Österreich einen gesetzlichen Grenzwert. Für Schnuller existiert ein solcher Grenzwert nicht. Weiters wurde in einer Probe ein in Kinderspielzeug EU-weit verbotener Weichmacher gefunden. In diesem und vier weiteren Produkten wurden zudem große Mengen des ebenfalls hormonell wirksamen Stoffes Nonylphenol nachgewiesen.

"Es ist ein Skandal, dass gesundheitsschädliche Stoffe im Plastik von Artikeln verwendet werden, die Babys täglich im Mund haben", so der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch. Die Grünen Wien fordern ein Verbot von Bisphenol A und anderen hormonell wirksamen Chemikalien in Schnullern und Babyflaschen und auch für Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

(APA)

FFluXXuSS
00
25.9.2009, 17:28
Also der Staat kontrolliert doch alles, oder?

Hans Moser82
00
14.9.2009, 17:16

Leider nur die Spitze des Eisbergs.
Derartige Produkte gehören verboten!

Moses Lundwerk
02
14.9.2009, 15:28
Eine umfassende Untersuchung von Babyflaschen?

Das ist doch unglaublich! Das Gesundheitsministerium muss sofort veranlassen, dass Babyschnuller und Babyflaschen untersucht werden. Aus den wagen Planungen müssen konkrete Taten folgen. Sonst nutzt das nämlich nichts. Und die Ergebnisse müssen auch veröffentlicht werden und zwar mit den Namen der ProduzentInnen!!

Sunshine Cate
00
14.9.2009, 14:22

gibts auch eine liste mit den Spielzeugen, Schnullern, etc. die belastet waren?

ravi harris
00
14.9.2009, 14:59
übersicht über die testergebnisse

findest du auf www.global2000.at

biggi729
00
14.9.2009, 16:28

danke, die genauen marken werden hier aber leider auch nicht angegeben. na hoffentlich wird das bald nachgereicht.

ravi harris
00
14.9.2009, 17:01
hier findest du

hier findest du eine übersicht über die ergebnisse:

http://www.global2000.at/module/me... uer_hp.pdf

welche schnullermarke(n) für die hohen Bisphenol A Werte verantwortlich sind, muss erst ermittelt werden...

Sunshine Cate
00
14.9.2009, 14:59

viele Dank! :)

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