Hormonähnliche Chemikalie Bisphenol A sogar in Schnullern gefunden
Wien - Vor hormonell wirksamen Inhaltsstoffen in Babyprodukten warnt die Umweltorganisation Global 2000. Von den 13 untersuchten Schnullern, Babyflaschen und Spielzeugen seien in nur drei keine nennenswerten Mengen dieser Chemikalien enthalten.
"Am schockierendsten ist, dass wir die hormonell wirksame Chemikalie im Saugteil von Babyschnullern nachweisen konnten", so Helmut Burtscher, Chemiker bei der Umweltschutzorganisation.
Krebsrisiko
Bisphenol A kann wie andere hormonell wirksame Stoffe zu einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen, sagte Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien, da es ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt. Außerdem werden Schäden bei der Gehirnentwicklung und ein gesteigertes Brustkrebsrisiko bei Frauen mit der Chemikalie in Verbindung gebracht, so Global 2000.
Da man mit diesem Stoff in Schnullern absolut nicht gerechnet habe, wurden nur Mischproben untersucht. Welche Produkte konkret belastet seien, könne man deshalb noch nicht sagen. Eine umfassende Untersuchung aller Babyfläschchen sei geplant, versicherte Dietmar Österreicher vom Gesundheitsministerium.
Kein Grenzwert für Schnuller
Für Bisphenol A in Babyfläschchen gibt es in Österreich einen gesetzlichen Grenzwert. Für Schnuller existiert ein solcher Grenzwert nicht.
Weiters wurde in einer Probe ein in Kinderspielzeug EU-weit verbotener Weichmacher gefunden. In diesem und vier weiteren Produkten wurden zudem große Mengen des ebenfalls hormonell wirksamen Stoffes Nonylphenol nachgewiesen.
"Es ist ein Skandal, dass gesundheitsschädliche Stoffe im Plastik von Artikeln verwendet werden, die Babys täglich im Mund haben", so der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch. Die Grünen Wien fordern ein Verbot von Bisphenol A und anderen hormonell wirksamen Chemikalien in Schnullern und Babyflaschen und auch für Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
(APA)