Wien

Amano formell zum neuen IAEO-Chef ernannt

14. September 2009, 12:36

Rund 1.500 Delegierte aus 150 Mitgliedsstaaten tagen bis 18. September im Vienna International Center

Wien -  Der Japaner Yukiya Amano ist am Montag in Wien formell zum neuen Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO (IAEA) gewählt worden. Die Generalversammlung der UNO-Atombehörde billigte die Entscheidung für den 62-Jährigen als Nachfolger von Generaldirektor Mohammed ElBaradei, der für seine Arbeit 2005 den Friedensnobelpreis bekommen hatte. Amano tritt sein Amt am 1. Dezember an.

Der Japaner hatte Anfang Juli im vierten Wahlgang die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im IAEO-Gouverneursrat erhalten. Der Äygpter ElBaradei verzichtete auf eine vierte Amtszeit und scheidet im November nach zwölf Jahren aus dem Amt.

"Duales Ziel" der IAEA

"Nur Atomwächter zu sein" sei zu für die IAEO zu wenig, skizzierte Amano laut Redetext vor den Delegierten in Wien, wohin sich die Atombehörde in den vor ihm liegenden Amtszeit von vier Jahren entwickeln sollte. Im Hinblick auf globale Herausforderungen könne der IAEO-Beitrag "nur maximiert werden, wenn sie ihr 'duales Ziel' verfolgt: Nämlich die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen auf der einen Seite, und die Förderung der friedlichen Nutzung von Kernkraft (...) auf der anderen Seite."

Amano kam 2005 als Diplomat zur IAEO nach Wien und war ein Jahr lang Vorsitzender des IAEO-Gouverneursrates. Er studierte in Tokio Rechtswissenschaften und arbeitete seit 1972 für das japanische Außenministerium. Als Experte für Atomfragen führte er viele internationale Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung und war als Diplomat unter anderem in Washington und Brüssel stationiert.

Rund 1.500 Delegierte der 150 Mitgliedsstaaten der Atombehörde tagen bis 18. September im Vienna International Center. Um 14:30 Uhr tritt der japanische Diplomat und künftige IAEO-Chef vor die Presse. Für "hitzige Debatten", wie Vizegeneraldirektor David B. Waller am Freitag ankündigte, werden bei der Generalversammlung neuerlich der Nahe Osten und insbesondere der Konflikt um das iranische Atomprogramm sowie der Atomstreit mit Nordkorea sorgen. (APA)

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