Historisches Privat-Dokument aus dem Jahr 1940 zur Veröffentlichung freigegeben
London - Als "Queen Mum" in den letzten Jahrzehnten ihres Lebens populär, hatte Lady Elizabeth Bowes-Lyon schon während des Zweiten Weltkriegs die Sympathie der Bevölkerung gewonnen: Dann nämlich, als sie sich zusammen mit ihrem Ehemann, dem damaligen britischen König George VI., weigerte das von Luftangriffen besonders bedrohte London zu verlassen. Trotz Abratens des britischen Außenministeriums beschlossen die beiden der Symbolwirkung wegen im Buckingham-Palast auszuharren.
Wie knapp sie dabei dem Schicksal vieler Landsleute entgingen, zeigt ein auf den 13. September 1940 datierter Brief, der nun - vor der für diese Woche angekündigten
Veröffentlichung der ersten offiziellen Biografie Queen Mums
- freigegeben wurde. Darin beschreibt sie wenige Stunden nach einem deutschen Luftangriff den Schrecken, den sie und
ihr Mann durchlebten: Zuerst hätten sie das "unverkennbare Schwirren"
eines deutschen Flugzeugs gehört, dann das "Gekreische einer Bombe".
Die Bombe sei im Hof des Palasts eingeschlagen, drei Angestellte
seien verletzt worden.
"Geliebte Mutter. Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll, Dir von dem furchtbaren Angriff auf Buckingham Palace heute morgen zu erzählen", beginnt der Brief, den Elizabeth Bowes-Lyon an ihre Schwiegermutter richtete. Alles sei sehr schnell geschehen. Nach dem Einschlag habe sie eine "riesige Rauchwolke" und in die Luft geschleuderte Erde gesehen, dann seien alle Anwesenden im Flur in Deckung gegangen. Kurz darauf sei eine zweite Bombe eingeschlagen. Ihr hätten "ein wenig die Knie gezittert", gab sie in dem Brief zu. (APA/red)