Micheletti stört nur, dass er in seiner früheren Funktion als Kongresspräsident informiert wurde
Tegucigalpa - Aus Protest gegen die Entmachtung des honduranischen
Präsidenten Manuel Zelaya haben die USA seinem Nachfolger Roberto Micheletti
nach dessen Angaben das Visum entzogen. Er habe diesen Schritt erwartet und sei
nicht verärgert, sagte Micheletti am Samstag dem Radiosender HRN. Der
Übergangspräsident sprach von einem "Zeichen des Drucks, den die US-Regierung
auf unser Land ausübt". Es störe ihn allerdings, dass er in der Benachrichtigung
des US-Konsulats in seiner früheren Funktion als Präsident des Kongresses
angeschrieben worden sei, sagte er.
Im Zusammenhang mit dem Sturz Zelayas haben die USA bereits ihre
nicht-humanitären Hilfen für das mittelamerikanische Land gestrichen. Der
linksgerichtete Präsident wurde am 28. Juni entmachtet und nach Costa Rica
abgeschoben. Auslöser war der Streit um ein von Zelaya angesetztes Referendum
zur Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung. Die USA haben eine
Wiedereinsetzung Zelayas gefordert. (APA/AP)