Darabos will Tschad-Einsatz beenden

13. September 2009, 12:37
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    foto: apa/lechner/hbf

    Verteidigungsminister Darabos, hier bei einem Truppenbesuch im Tschad im Dezember 2008, denkt "sehr intensiv" darüber nach den Einsatz im Tschad mit Jahresende zu beenden.

Verteidigungsminister will Auslaufen mit Jahresende vorschlagen - Verteidigt Reform der Militärkommanden

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will das Bundesheer mit Jahresende aus dem Tschad abziehen. Der Einsatz der rund 100 Soldaten im Rahmen einer UNO-Mission ist bis Jahresende befristet. "Ich denke sehr intensiv darüber nach, diesen Einsatz mit 31.12. dieses Jahres zu beenden", sagte Darabos am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Das werde er auch der Regierung vorschlagen. Die Verkleinerung der Militärkommanden in den Ländern, gegen die es zuletzt Proteste von Personal- und Ländervertretern gegeben hat, verteidigt der Minister.

Darabos verteidigt Reform der Militärkommanden

Bei den Militärkommanden sollen etwa 1.000 von 4.000 Dienstposten wegfallen. "Das ist ein zentrales Element der Bundesheerreform", betonte Darabos. Er verwies allerdings darauf, dass ein Teil der Jobs "zur Truppe" umgeschichtet und damit im jeweiligen Land erhalten bleiben soll. "Das ist auch mit der Personalvertretung so abgesprochen", so der Minister.

Die Proteste der Personalvertreter führt Darabos auf die gleichzeitig geplante Abwertung der Dienstposten zurück - die Militärkommandanten sollen keine Brigadiere mehr sein, sondern "nur" noch Oberste. Hier sei die Initiative vom für Personalfragen zuständigen Kanzleramt ausgegangen. Diese Frage werde er daher "unaufgeregt abseits der Personalvertretungswahlen im November" noch mit dem Kanzleramt verhandeln.

Verteidigt wurde von Darabos der nach der Grenzöffnung in Osteuropa umstrittene Assistenzeinsatz im Osten: "Ich gehe davon aus, dass die große Mehrheit der Bevölkerung in Niederösterreich und dem Burgenland dafür ist." Den Plan des Wiener ÖVP-Chefs Johannes Hahn, Soldaten statt Polizisten zur Bewachung der ausländischen Botschaften abzustellen, lehnt er allerdings ab. Möglich sei lediglich der freiwillige Wechsel von überzähligen Bundesheer-Soldaten zur Polizei.

Darabos sieht "gemeinsame Linie" bei Fremdenrechtsnovelle

Durchblicken ließ Darabos, dass die SPÖ der von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) vorgelegten Fremdenrechtsnovelle bei der Regierungsklausur am Montag und Dienstag zustimmen wird. "Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass es hier eine gemeinsame Linie geben wird", so der Minister. Kein offizielles Thema werde dagegen der österreichische EU-Kommissar sein. Hier habe zwar die ÖVP das Vorschlagsrecht, aber, so Darabos: "Es gibt keinen Persilschein für eine Person."

Bei den kommendes Jahr anstehenden Bundespräsidentenwahlen hofft Darabos auf ein Wiederantreten von Amtsinhaber Heinz Fischer. Er könne "keinen Fehler in seiner Amtszeit erkennen", betonte der frühere SP-Bundesgeschäftsführer, der Fischers ersten Wahlkampf geleitet hatte.

Personalvertreter loben Darabos

Die Bundesheer-Personalvertretung reagiert erfreut über den Auftritt von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) in der ORF-"Pressestunde". Darabos hatte angekündigt, noch einmal mit dem Kanzleramt über die Einstufung der Dienstposten in den Militärkommanden verhandeln zu wollen. Darabos habe dabei die "volle Unterstützung der Personalvertretung", so Zentralausschuss-Vorsitzender Peter Schrottwieser in einer Aussendung.

Grüne und FPÖ wollen Assistenzeinsatz streichen: "Regionalpopulismus"

Die Grünen werfen Darabos dagegen "Regionalpopulismus" vor und würden sowohl den Assistenzeinsatz in der Ostregion als auch die Militärkommanden in den Bundesländern abschaffen. "Niemand hat etwas von Viertelreformen: Die Militärkommanden sind vollkommen überflüssig und müssen deshalb gänzlich abgeschafft werden", so Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz. Den Assistenzeinsatz bewertet er als "sicherheitspolitisch sinnlos und verfassungswidrig".

Der FP-Abgeordnete Werner Herbert fordert ebenfalls das Aus für den "nicht nachvollziehbaren Bundesheergrenzeinsatz". Die Regierung solle unverzüglich mehr Personal bei der Polizei aufnehmen, "damit derart unsinnige Kosten- und Ressourcenvergeudung endlich ein Ende hat", so Herbert in einer Aussendung. BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz attestierte Darabos, im TV "farblos, visionslos und inhaltsleer" gewirkt zu haben. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
Fred Fido
10
17.9.2009, 21:58
Darabos hat die aufgabe

das BH möglichst zurückzufahren und kosten zu sparen, da wir das militzheer eigentlich nur mehr im katastrophenfall brauchen und da meine ich nicht die nächste regierungsbildung.
Daher werden die auslandseinsätze offendlich weniger werden. Wie auch diverse stabsstellen und verwaltungsungeheuer. Die truppe selbst ist großenteils dem verfall preisgegeben und viele kasernen haben nicht einmal geld für die müllabfuhr.
Was uns aber nicht hindert jährlich 100 offiziere auszubilden, die keiner braucht.

isidor vom billa
01
15.9.2009, 18:44
Liegst du in deiner desolaten Unterkunft

und denkst an "Schöner Wohnen", dann freu dich nicht zu früh: Das Ende des Tschad-Einsatzes entlastet hauptsächlich das Entwicklungshilfe???-Budget!

hema1
 
71
15.9.2009, 11:08
Tschad-Einsatz beenden

Eine sehr kluge Entscheidung! Als neutrales Land haben wir KEINE MILITÄTEINSÄTZE zu leisten.
Ich bin auch der Meinung, dass unsere Soldaten schon viel zu lange am Golan sind.
Israel ist ein starkes Land, das unsere Soldaten gar nicht braucht.

Snieftaps
02
22.9.2009, 20:37
neutralitaet...

neutralitaet war ein zuckerl, das wir 1955 den sowjets gegeben haben, damits unseren staatsvertrag unterschreiben. somit war sie 1991 halbtot, 1995 volltot und liegt heute verrottet unterm heldenplatz.
und wer hat ihnen gesagt, dass wir am golan sind, um israel zu beschuetzen? wir ueberwachen einen waffenstillstand, und das ist notwendiger denn je.

Bergelefant
01
17.9.2009, 11:52

Gerade als Neutrales Land - welches Frieden als Ideal sieht - hat Österreich einen Beitrag zu leisten.

Humanitäre Hilfe, Friedenssicherung,...

Deshalb ist Österreich "PFP" also in einer Partnerschaft für Frieden beigetreten.



Österreichische Soldaten eilt ein sehr guter Ruf in Sachen Auslandseinsätzen voraus.

Seria
01
14.9.2009, 16:40

fairerweise sollte der Tschadeinsatz nur gestrichen werden wenn der ursprüngliche Grund nicht mehr gegeben ist. Es sollte aber auch sicher gestellt werden, daß die Ausrüstung dem höcht- u. bestmöglichen Standard entspricht

planlos1
42
14.9.2009, 14:17
unser verteidigungsm.....

in einem interview hab ich mal eine wirklich coole bemerkung über den herrn d. gehört...die person meinte: "wenn ich angst vor zucker habe, werde ich ja auch nicht konditor" hehe, meiner meinung sagt das alles, österreichs politik is der größter kasperlhaufen überhaupt....

Ma Wuarscht
34
14.9.2009, 15:47

Du meinst also wir bräuchten einen Verteidigungsminister der Krieg "voll geil" findet? Ich finde man darf auch ruhig Angst davor haben...

saurer_zivi_ist_ein _sudderant
02
14.9.2009, 16:49

Das nicht, aber er sollte doch ein wenig Ahnung in Sachen Sicherheits- und Verteidigungspolitik haben. Und nachdem sich das Politikinstitut an der Uni Wien ja schwergewichtsmäßig mit Gender- und sonstigen Nonsensthemen beschäftigt, hat er vermutlich von Sicherheitspolitik so gut wie keine Ahnung. Und einen persönlichen Bezug zu dem hat er schon gar nicht.

ceiberweiber.at
22
14.9.2009, 17:28
Meinen sie das ernst?

also wie man nach zweieinhalb jahren keine ahnung haben kann....können sie mir das erklären? es werden nur wenige mehr ahnung haben als er, also die, bei denen einfach die vielen jahre an erfahrung zählen (dh generalsstab oder lv-akademie). nun zu den schwerpunkten in der politikwissenschaft: können sie sich nicht mal merken, dass darabos vor jahren historiker wurde (nebenbei ein bereich mit affinität zur sicherheitspolitik, nämlich wegen der vielen kriege)? schliesslich kann es ihnen ja egal sein, ein zivi, der sich um das heer sorgt und darum, dass ein minister wohl genug erfahrung hat? also das ist schon kühn, kümmern sie sich auch so um fekter? die hat nebenbei keinen zivildienst gemacht, es ist unfassbar, lässt sie das auch kalt?

more more
00
27.10.2009, 13:29

Eine Frau ist, wenn es um die Sicherheit des Staates geht, immer nur Zaungast.
Schließlich kann niemand ernsthaft annehmen, dass Frauen sich im Falle des Falles am Schutz des Staates beteiligen würden.
Derartige Verantwortungsübernahme liegt nicht ihrer Natur.
Von einem Mann aber kann man schon erwarten voll und ganz bei der Sache zu sein. Von einem Politiker überhaupt, und erst Recht bei einem Verteidigungsminister.
Was ist das für ein Verteidigungsminister, der sich im Ernstfall wie eine Frau verkriechen würde, statt aktiv mitzuhelfen?

Friedrich Gruber
11
14.9.2009, 14:01
Der Minister wär kürzlich unten

und hat sich gefragt, was machen die bloß hier im Tschad? Fragen sich viele Österreicher.

Londo Mollari
 
53
14.9.2009, 11:23
scheinbar der einzige minister mit hirn und rückgrat

der machts sicher nimmer lang

klein adlerauge
 
22
14.9.2009, 13:05

die zwei teile führt er in einmachgläsern immer mit.

Der groBe Mann
00
14.9.2009, 10:22
Beim Umgang mit der PV kann anscheinend


Frau Schmied etwas von Darabos lernen. Ach so, das geht ja nicht!

saurer_zivi_ist_ein _sudderant
00
14.9.2009, 16:52

Der Darabos redet ja mit niemandem außer mit seinem Kabinettschef. Wobei es ja schon Gerüchte gibt, dass der D. im Sportministerium sitzt und sein Kabinettschef der heimliche Verteidigungsminister ist. ;-)

Roter Baron
21
14.9.2009, 09:34
Niemals ! Wir geben unseren Tschad nicht her !

wir sind tschad !

NONE
53
13.9.2009, 23:26

Seit wann ist die FPÖ gegen Einsätze des Heeres? Und zugleich lobt sie die Wehrmacht.

Komische Doppelmoral.

saurer_zivi_ist_ein _sudderant
00
14.9.2009, 16:55

Also Deine Logik soll einer verstehen! ;-)

Ich kenne den Wahrheit!
17
14.9.2009, 09:45

UNO-Einsatz im Tschad mit Expansionskrieg der Wehrmacht zu vergleichen ist ein besonderes Zeichen von Ahnungslosigkeit!

Komische Intelligenz.

.

potamu
00
24.9.2009, 17:59

Ähmm... "vergleichen" und "gleichsetzen" sind zwei verschiedene Worte, möglicherweise bedeuten sie auch etwas Verschiedenes... Unterschiede lassen sich übrigens nur durch einen Vergleich feststellen ;-)

Ich kenne den Wahrheit!
00
25.9.2009, 08:53

Ich weiß, dass diese Wörter unterschiedliche Bedeutung haben. Deshalb habe ich sie auch nicht falsch verwendet!?!?!?!?!?

Hast du mein Posting wirklich gelesen und auch wirklich verstanden?

.

ceterum censeo faymanem esse d...
51
14.9.2009, 12:36
Ich bin durchaus Ihrer Meinung...


..was die Begriffe "Expansionskrieg" und "Wehrmacht" betrifft.

Allerdings ist Österreichs Tschad-Misssion niemals ein UNO-Einsatz gewesen!!!

Darabos sandte Soldaten, um Frankreich einen Gefallen zu tun. In Wirklichkeit ging es ihm aber darum, ein neues Thema für die Medien zu haben, weil diese ihn wegen seines Disasters bei den EF-Verhandlungen arg in der Zange hatten.

So gesehen ist der Rückzug absolut begrüßenswert. D. hätte nie Truppen dort hin schicken dürfen.

saurer_zivi_ist_ein _sudderant
01
14.9.2009, 16:55

Schöne Argumentation aber leider völlig falsch:

Vielleicht solltest einmal ein wenig recherchieren: United Nations Security Council resolution 1778 adopted on Sept. 25, 2007

ceterum censeo faymanem esse d...
02
15.9.2009, 14:21
Eben nicht falsch!


Österreich nahm im Rahmen einer "EU-Mission" unter der Führung Frankreichs teil und nicht aufgrund eines direkten Mandates der UNO.

Das Thema wurde 2007 zur Genüge diskutiert. Wenn Ihr Gedächtnis nicht soweit zurückreicht, dann sollten Sie vielleicht besser über tagesaktuelle Themen posten.

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