NS-"Justiz"

Strache bezichtigt Wehrmachtsdeserteure des Mordes

13. September 2009 09:17
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    Foto: apa/oczeret

    FP-Chef Strache hält nichts von der Rehabilitierung von Wehrmachts-Deserteuren, er bevorzugt den Besuch von Trauerkundgebungen zur Kriegsniederlage Nazideutschlands.

"Eigene Kameraden und Soldaten vielleicht teilweise auch erschossen"- Blauer Chef beklagt "unflätigste Beschimpfungen" Muzicants

Wien - FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache hält nicht von der Debatte um die Rehabilitierung von Wehrmachts-Deserteuren: "Man sollte nicht im Nachhinein den Fehler begehen, diese Menschen zu glorifizieren. Es sind oftmals auch Mörder gewesen", sagte er im Interview mit der APA. Extremismus in der FPÖ hat für Strache "keinen Platz", enttäuscht zeigt er sich vom Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, der den Dialog ablehne. Abermals infrage stellte der FPÖ-Chef die Fristenlösung.

"Deserteure waren Menschen, die eigene Kameraden und Soldaten vielleicht teilweise auch erschossen und umgebracht haben und deshalb ist das eine sehr negativ und kritisch zu bewertende Situation", begründet Strache seine Ablehnung einer lückenlosen Rehabilitierung von Deserteuren, die anlässlich des 70. Jahrestages des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs wieder diskutiert wird. Nach den Grünen hatte sich auch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SP) dafür ausgesprochen. 2005 hatte der ehemalige Bundesrat Siegfried Kampl Wehrmachtsdeserteure als "zum Teil Kameradenmörder" bezeichnet, woraufhin er nach internem Druck aus dem BZÖ austrat.

"Sozusagen rechts von uns kein Platz"

"Bei uns in der Freiheitlichen Partei hat kein Extremismus Platz, ob es ein linker oder rechter ist", verteidigte Strache seine Partei abermals, was immer wieder aufkommende Vorwürfe betrifft. "Wir handeln ähnlich wie die CSU: Innerhalb des demokratischen Spektrums gibt es sozusagen rechts von uns keinen Platz, wir können aber durchaus auch nach links gehen." Konkrete Initiativen gegen etwa Rechtsextremismus will Strache aber auch nicht starten, "dafür gibt es einen Rechtsstaat" für jeden, der sich nicht an die demokratischen Spielregeln hält.

Weiter keine Annäherung gibt es zwischen der FPÖ und Muzicant, was Strache auf sein Gegenüber zurückführt. "Es war ich, der den Dialog immer gesucht hat und den ich auch nach wie vor suche." Bereits vor einem Jahr sei er, Strache, brieflich vorstellig geworden und habe erleben müssen, "dass er den Dialog abgelehnt hat". Strache stößt sich daran, dass sich Muzicant "immer wieder parteipolitisch zu Wort meldet mit unflätigsten Beschimpfungen gegenüber der Freiheitlichen Partei und ihren Abgeordneten". Und weiter: "Dann darf man sich auch nicht wundern, dass man auch einmal parteipolitisch eine kritische Antwort erlebt."

Strache stellt Fristenlösung infrage

In der ebenfalls losgetretenen Abtreibungsdebatte stellt Strache weiter die Fristenlösung infrage. "Es steht alles zur Diskussion. Man kann über alles diskutieren und soll auch über alles diskutieren." Die derzeitige Situation - der Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich seit 32 Jahren straffrei, wenn er nach ärztlicher Beratung in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erfolgt - sei "nicht unbedingt rechtskonform". Stattdessen fordert Strache, wie in Deutschland, verpflichtende Beratung für Frauen. Der Staat solle der Frau "jede Unterstützung angedeihen lassen, sich für das Kind zu entscheiden, auch wenn sie vielleicht selbst nicht dafür Sorge tragen kann. Und es gibt viele österreichische Familien, die einen sehnenden Kinderwunsch haben, der sich nicht erfüllt und die gerne bereit wären, diese Kinder auch zu adoptieren."

Seinen "Servicemann" - im U-Ausschuss hatte sich herausgestellt, dass es im Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) Sachbearbeiter für jede Partei gibt - hat Strache noch nicht kennengelernt - "und ich bin eigentlich sehr froh darüber, was da schön langsam in der Öffentlichkeit auftaucht. Offenbar leben wir wirklich in einem System, wo totalitäre Mechanismen im Einsatz stehen". Der FPÖ-Chef will konkrete Hinweise auf die Beschattung seiner Person haben. "Die Lebensweise, psychologische Hintergründe, Verhaltensmuster etc." Die Innenministerin sei jedenfalls "bis dato kläglich gescheitert" - "oder es hat sogar mit dem Wissen der ÖVP-Innenminister so etwas stattgefunden?"

Strache will bei Bundespräsidentenfrage abwarten

In der angelaufenen Debatte um die Kandidaten für die Bundespräsidentschaft will Strache abwarten, bis sich SPÖ und ÖVP entschieden haben. "Wenn hier eine Situation entsteht, wo wir es demokratiepolitisch für unverzichtbar erachten, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, dann werden wir das tun." Nach wie vor sei ein Antritt auch eine Geldfrage, "die FPÖ hat eine finanzielle Situation, wo wir sehr sparsam mit dem Geld umgehen müssen. Und die Frage ist, bringen wir das Geld auf oder setzen wir andere Prioritäten".

Mögliche Kandidaten gebe es nach wie vor viele, auch über eine Unterstützung des BZÖ würde sich Strache freuen: Ich kann mir vorstellen, dass der freiheitliche Kandidat ein so guter Kandidat ist, dass auch das BZÖ Gefallen an diesem Kandidaten findet und vielleicht die Meinung vertritt, vielleicht den FPÖ-Kandidaten zu unterstützen. Was Strache am Todestag des ehemaligen BZÖ-Gründers und seines ehemaligen Förderers, Jörg Haider, machen wird: "Das hab ich bis dato für mich noch nicht entschieden, wie dieser Tag von meiner Seite her zu verbringen sein wird, denn wahrscheinlich habe ich meine Kinder. Aber ich werde auf alle Fälle auch eine Kerze anzünden." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 1033
Isogseich Eini
24.10.2009 15:19

Herr Strache kann sich von den Deserteuren von damals ein Packl Watschen abholen für seine Wortmeldung. Welches Risiko (außer vielleicht Schwarzfahren in der U-Bahn) ist ER denn in seinem paintball-Leben eingegangen?

kruja
07.10.2009 22:31
@ alle rechten

schade, dass deserteure sogenannte "kameraden" und "pflichterfüller" nicht im grossen maße erschossen haben - es wäre vielen vieles erspart geblieben und die "pflichterfüller" hätten ihre pflicht noch schneller und endgültig erfüllt

so ein braunes gesindel

cipf
 
02.10.2009 14:15

[...] "Deserteure waren Menschen, die eigene Kameraden und Soldaten vielleicht teilweise auch erschossen und umgebracht ", [...]

Also zu einem Teil erschossen, zu einem anderen Teil umgebracht. Gibts noch einen Teil von dem wir noch nix wissen???

Strachelogik und Strachegrammatik. Eine gans eigene Kategorie!

fabrlkant
18.09.2009 17:39

Strammer Strache hinter Deutschland- und Alkfahne?
Danke H.C., dass du uns verlassen hast, aber komm nicht wieder!

Strotsch
17.09.2009 16:36
Warum

werden solche Ansagen nicht strafrechtlich verfolgt?

Raubkopierer
07.10.2009 19:08

raten sie mal wer in dem land strafrechtlich verfolgen tut.

Helel ben shachar
17.09.2009 13:05
Ah...Kopfweh!

flotsch
17.09.2009 13:04
Ich wünsch mir Österreich ...

... endlich frei! Von Strache!

epep
16.09.2009 12:21
"gibt es sozusagen rechts von uns keinen Platz"

bei nazi-seiten die von groessen der nazi-szene betrieben werden, eine starke aussage.

"Innerhalb des demokratischen Spektrums"

nur versteh ich den satz nicht, seit wann ist die fpoe innerhalb des demokratischen spektrums?

1,8 promille
17.09.2009 22:09

es handelt sich hiebei um den kholschen verfassungsbogen, dehnbar, geschmeidig

snufkin
16.09.2009 00:09

jetzt zuckt er endgültig aus.

erlich
15.09.2009 15:00
... vielleicht teilweise ...

der größte "vorteil" des herrn strache ist, dass er ungestraft schwachsinn daherreden kann und dabei seinen bekanntheitsgrad auch noch steigert!

snufkin
16.09.2009 00:10

den deppen kann doch keiner mehr ernst nehmen!? denkt man halt..

Pro Freistaat Kärnten!
 
15.09.2009 11:30
Der Bua hot ned

gnua Watschen kriegt offenbar, dass er so einen Schwachsinn daherredet.-

Philbert Desanex
 
15.09.2009 09:34
Offensichtlich leidet Herr Strache unter dem Fluch der (viel zu)späten Geburt.


Sonst wüsste er aus eigener Anschauung, daß das Morden DER Unterschied ist zwischen „Krieg spielen“ und „Paintball spielen“ .

Beim "Krieg spielen" bedeutet gewinnen morden und verlieren gemordet werden.

Beim "Paintball spielen" bedeutet gewinnen "gemma auf a Bier - i zahl" und verlieren "gemma auf a Bier".

Aber wie soll einer vom Jahrgang 1969 diese feinen Unterschiede kennen?

Raubkopierer
07.10.2009 19:09

drei bier.

MarioV
15.09.2009 08:31

Und selbst wenn sich jemand den Weg frei geschossen hat, so hat er trotzdem richtig gehandelt.
Auch die allierten Soldaten haben auf (unschuldige, da zwangsverpflichtete) Wehrmachtsangehörige geschossen.
Dieses moralische Dilemma kann man nicht den betroffenen Personen anlasten.
Ja, und selbst wenn ein Obernazi sich in den letzten Tagen aus dem Staub gemacht hat, so war das immer noch besser, als bis zur letzten Patrone für den Führer zu kämpfen und damit das Leid der Menschen zu verlängern.
Selbst wenn er Minderjährige, die ihm anvertraut waren im Stich gelassen hat, so war das immer noch besser als diese Minderjährigen zum Durchhalten und Kämpfen bis zum letzten Knirps anzuhalten.

Pro Freistaat Kärnten!
 
15.09.2009 11:31
Militärpolizisten

waren die wahren Kameradenmörder.

Kohlhaas1
17.09.2009 16:29
Die hiessen damals Feldgendarmerie.

bei den Leuten nannte man sie Kettenhunde, wegen der Halskette.

Mathias
 
16.09.2009 12:43
Militärpolizisten

Für diese Aufgabe hatte die Rote Armee Politoffiziere - waren auch "sehr beliebt" bei den russischen Soldaten. Nicht selten hat ein Politoffizier eine russische Kugel abbekommen ;-)

AttHerInn
15.09.2009 19:34
Militärpolizisten

hat´s damals noch gar nicht gegeben in unserem Heer !!! Da gab´s anders genannte unter anderem Regime !! A.L.

Rose Bud
17.09.2009 16:11
Militärpolizei...

...hieß damals "Feldgendarmerie"...

Mr. Bubbles
15.09.2009 00:13

bumsti ist also vielleicht teilweise eine dummes nazigesocks.

ja darf es denn wahr sein?

colla parte
14.09.2009 20:06
....strache ein part der politischen normalität??

....strache und sein gefolge (graf&co) loten seit geraumer zeiten die grenzen politischer geschmacklosigkeit aus und keinen scheints wirklich zu stören..ein bedenklicher zustand in einer demokratie, denn braunes gedankengut darf nie salonfähig werden, doch wenn blauen weiter so agieren können...fürchte ich mich vor der nächsten nr wahl...

Wos waaß i?
14.09.2009 19:54
Interessant...

...wie Herbert Kickl dagegen über Widerstandskämpfer in der NS-Zeit spricht: "...die ihren Mann und ihre Frau gestanden haben und sich im Widerstand betätigt haben" - http://www.youtube.com/watch?v=2xk5ur0q4fE

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