München

S-Bahn-Fahrgast von Jugendlichen erschlagen

13. September 2009 09:44

50-Jähriger wollte Streit schlichten und wurde niedergeschlagen

München  - Er wollte helfen und wurde von zwei jugendlichen Schlägern zu Tode geprügelt: Nachdem ein 50-Jähriger in einer Münchner S-Bahn Jugendliche vor einem Raub schützen wollte, schlugen und traten die zwei Angreifer am Samstag brutal auf ihn ein. Der Geschäftsmann blieb bewusstlos liegen und erlag später seinen schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen Mordes gegen die 17 und 18 Jahre alten polizeibekannten Schläger. Sie sitzen in Haft.

Geld gefordert

Die beiden Jugendlichen hatten am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke gemeinsam mit einem weiteren 17-Jährigen eine Gruppe von Jugendlichen angegriffen und Geld von ihnen gefordert. Die 13- bis 15-Jährigen stiegen dann in eine S-Bahn. Während der eine 17-jährige Angreifer zurückblieb, folgten die beiden anderen jungen Männer der Gruppe in die Bahn, drohten erneut und forderten Geld. Dabei ging es nur um kleine Summen, sagte der Chefermittler der Münchner Mordkommission, Markus Kraus, am Sonntag.

Der 50-jährige Fahrgast wurde Zeuge der Drohungen, wollte seine vier jungen Mitfahrer schützen und verständigte per Handy die Polizei. Den vier bedrohten Jugendlichen bot der Mann an, mit ihnen zum S-Bahnhof in Solln zu fahren und gemeinsam mit ihnen auszusteigen. Auf dem Bahnsteig in Solln folgten die beiden Schläger der Gruppe und attackierten den 50-Jährigen. Einen ersten Angriff konnte der Mann noch abwehren, doch dann war er den Schlägen und Tritten der beiden mutmaßlichen Täter wehrlos ausgesetzt. Sie prügelten so massiv auf ihn ein, dass er bewusstlos liegenblieb und später starb.

Die Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass sich die beiden Jugendlichen für den beherzten Einsatz des Mannes rächen wollten. "Seine jungen Begleiter konnten ihm nicht helfen", sagte Kriminalrat Kraus. 

Vorbestraft

Der 18-Jährige, der zur Tatzeit angetrunken war, ist wegen schwerer Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Diebstahls vorbestraft, sagte der Münchner Staatsanwalt Laurent Lafleur am Sonntag. 

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich erschüttert. Man müsse den Umgang mit Gewalttätern auf den Prüfstand stellen, sagte er. Justizministerin Beate Merk (CSU) forderte, die Höchststrafe im Jugendstrafrecht von 10 auf 15 Jahre zu erhöhen.

Serie von Übergriffen

In der Vergangenheit hatte es immer wieder brutale Übergriffe in der Münchner U-Bahn gegeben. Vor allem die Attacke auf einen Rentner, der im Jahr 2007 nach seinem Hinweis auf das Rauchverbot in der U- Bahn lebensgefährlich verletzt worden war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt war im November vergangenen Jahres ein Mann festgenommen worden, der einen Monat zuvor an einem U-Bahnhof einem jungen Griechen mit voller Wucht eine Sektflasche auf den Kopf geschlagen haben soll. (APA/dpa)

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napnap1
14.09.2009 14:20

bitte vor dem prozess in irgendeinem innenhof ...

elchtester
14.09.2009 14:12

"Der 18-Jährige, der zur Tatzeit angetrunken war, ist wegen schwerer Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Diebstahls vorbestraft, sagte der Münchner Staatsanwalt Laurent Lafleur am Sonntag. "


nette karriere für einen 18 jährigen. lebenslänglich zwangsarbeit ohne chance auf entlassung. aber die kuscheljustiz wird die jungs zu einem knallharten gespräch mit einer sozialarbeiterin und psychologin verdonnern, auf dass sie sich schriftlich bei den angehörigen des opfers entschuldigen.

Der Alte vom Berge
14.09.2009 12:42
Mir scheint,...

..bald is soweit das ma bei Betreten eines öffenlichen Verkehrsmittels am besten alle Anwesenden unter dreissig ohne mit der Wimper zu Zucken Erschiesst.

Sicher ist Sicher, ned wahr ? ^^

schetzgo
14.09.2009 12:08
strafverschärfung alkoholisierung!!!

ohne alkohol wärs entscheidend ruhiger und sicherer auf dieser welt!! aber davon will keiner was wissen,obwohl täglich und nächtlich besoffen verdroschen,gerauft,gerast und verwüstet wird-DER ALK BLEIBT UNS HEILIG-weil wir alle so gut umgehen können damit!ES LEBE DIE GEMÜTLICHKEIT!!

zhang sanfeng
17.09.2009 08:10

ist richtig.
ca. ein viertel der männlichen jugendlichen weisen einen problematischen alkoholkonsum auf, und auf dieses viertel entfallen ca 50 - 60 % der durch burschen verübten gewalttaten.

http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload... Gewalt.pdf

insgesamt gibt es laut statistik austria etwa 75.000 alkoholbedingte todesfälle pro jahr in österreich. und da sind die morde im suff noch nicht einberechnet.

http://www.api.or.at/sp/tabell... odfm.htm#b

139389
14.09.2009 14:21

Ganz Ihrer Meinung. Der größte Mist entsteht im Suff!

fred bull
14.09.2009 10:45

Die Täter heißen Markus, Sebastian und Christoph. Henryk M. Broder wird ganz verzweifelt sein.

Jürgen Rembremerding
 
14.09.2009 16:29
Zumindest wird es kein Verständnis durch Jens Jessen geben:

http://www.youtube.com/watch?v=lXhLAdPFROs

Unbekannter Interpret
14.09.2009 09:56
Toll, dass die Falschinformation vom "Streit",

der "geschlichtet" werden sollte, sich immer noch so schön hält. Nicht mehr und nicht weniger als räuberische Erpressung, die sich zum Mord auswuchs, war es.
Schöne Grüße noch aus der Sphäre des öffentlichen Verkehrs, der von den sich individuell im SUV fortbewegenden Besserverdienern immer so über den grünen Klee gelobt wird, solange sie nicht selbst damit fahren müssen.

Zabung!!!
14.09.2009 11:49
Also ich bin wohl sowas wie ein Besserverdienender...

...und fahre mit Öffis.
Allerdings würde ich deshalb auch diese Mehrfachvorbestraften Gewalttäter lieber im Häfn sehen, bevor sie wen ausrauben oder töten, anstatt sie zur Plauderstunde zum Sozialarbeiter zu schicken.

social unrest
14.09.2009 11:23
tausend grüne stricherl von mir

für deine schöne einsicht vom zweiklassen-verkehr. unökologisch für die reichen und privilegierten, ökologisch (weil auto enteignet) für die arme unterschicht. so stellen sich das die grünen vor.

§83SPG
14.09.2009 12:22

Nicht nur die Grünen.
In Wien wird alles gemacht, um den Autofahrer das Leben schwer zu machen. Als Alternative bleibt oft nur das mobile Irrenhaus, Obdachlosenasyl und Gefangenenhaus namens öffentliche Verkehrsmittel.

Jürgen Rembremerding
 
14.09.2009 09:53
Zabung!!!
14.09.2009 08:52
Wären Polizisten in der Nähe...

...und hätten die Täter etwas ruppiger bei der Festnahme angefasst, bevor sie den Mann getötet hätten, sie wären hier die Helden der Community, an denen man wiedermal sieht, wie pöse die Polizei ist.

cwebb1977
13.09.2009 22:20
Super gemacht

"Diebstahl, Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Betäubungsmitteldelikte, Verstöße gegen das Waffengesetz und räuberische Erpressung" seien in den vergangenen drei Jahren allenfalls mit vier Wochen Jugendarrest geahndet worden.

Schreien wir hier bitte auch gleich nach Freilassung und böse Polizei wie bei dem Fall in Krems?

zhang sanfeng
17.09.2009 08:14

ich höre keine einzige stimme, die nach freilassung schreit. weder hier noch im kremser fall.

und einen gewaltexzess gegen den anderen aufzurechnen hilft uns auch nicht weiter.

ill sagt der hausverstand
 
14.09.2009 08:21

Wohl kaum...

Gertrud
13.09.2009 20:57
S-Bahn-Fahrgast von Jugendlichen erschlagen

@Ingrid Goeschl  
Ich darf Sie zitieren:
Aus den Quellen meiner Erinnerung.

Kaputte Familien und soziale Verwahrlosungen sind keine Neuerung der letzten 20 Jahre!
Das stimmt mit Sicherheit mit dem Unterschied, als dieses Faktum mittlerweile zur Norm wurde und sich quer durch alle Gesellschaftsschichten zieht.
Familientherapeuten, Kinder- und Jugendpsychologen, Sozialarbeiter und Lehrer befinden sich in Anbetracht dieses Trends in Wahrheit ohnehin schon längst auf verlorenem Posten und auch dann, wenn einige noch in der Lage sind, Ihre Posten korrekt zu bekleiden.

rough_rider
13.09.2009 20:24
LEBENSLANG!

HagenvonTronje
13.09.2009 20:21
Zivilcourage

zahlt sich wirklich aus dieser Tage

Job.
13.09.2009 23:16
In einem ähnlich gelagerten Fall (nur schwerverletzt)

Ein Angehöriger des Verletzten beklagte sich, dass alle nur sagen würden : "warum mischt er sich denn ein, der Depp"
erklärte eine Psychologin dazu :
Zivilcourage ist im Prinzip positiv, man muß nur wissen wie man das richtig macht.

Nach meiner Lesart ist dabei obiges nur anders ausgedrückt.

zhang sanfeng
17.09.2009 08:35

ein mann klettert auf´s dach, um einen kaputten ziegel zu ersetzen, und stürzt ab.
die umstehenden: "wär´ er net aufig´stiegn, wär er net owig´folln"
ein dachdecker: "war im prinzip schon richtig, nur absichern hätt´ er sich müssen."

die absicherung wären in dem fall die 15 untätig herumstehenden gewesen. wenn man die zu einer front formt ("sie, mit der aktentasche, rufen sie die polizei!"...) schaut die sache anders aus.
gewalttäter suchen fast immer leichte opfer, keine konfrontation mit einer übermacht.

wenn sie wirklich allein sind gibt es immer noch mittel, die sie nicht selbst gefährden: zb schreien ("hilfe! polizei!", zur not eben "feuer!").
oder die täter fotografieren...
- alles, was die zumindest irritiert hilft schon.

Ben Ohm
13.09.2009 21:31

tapfere, neue welt.

Mad_Professor
13.09.2009 20:09
Täter sind Deutsche: Wohin sollen wir die nur abschieben?! ;-)

Chien de Pique
14.09.2009 13:46
Norfolk Island wäre schön.

Oder Van Diemen's Land

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