Rosenberg warf Präsident Colom kurz vor seinem Tod vor, ihn umbringen lassen zu wollen
Guatemala-Stadt - In Guatemala sind vier Monate nach dem Mord an einem
prominenten Anwalt und einer daraus folgenden politischen Krise sieben
Verdächtige festgenommen worden. Sechs Polizisten und ein früherer
Armeeangehöriger seien festgesetzt worden, teilte die von den Vereinten Nationen
eingesetzte Strafverfolgungskommission unter Leitung des spanischen
Staatsanwalts Carlos Castresana am Freitag (Ortszeit) mit. Zu den Hintergründen
der Ermordung des Juristen Rodrigo Rosenberg am 10. Mai in Guatemala-Stadt wurde zunächst nichts mitgeteilt.
Der Mord hatte in Guatemala eine
innenpolitische Krise ausgelöst. Rosenberg hatte Staatspräsident Alvaro Colom in
einem wenige Tage vor der Tat aufzeichneten Video vorgeworfen, ihm nach dem
Leben zu trachten. Die Regierung wies jede Verstrickung in Rosenbergs Tod von
sich und erklärte, das Video sei ein Versuch, den Präsidenten in Misskredit zu
bringen. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellte sich hinter Colom
und seine Regierung. (APA)