Chávez verkündet Milliarden-schweren Waffendeal mit Russland

14. September 2009, 07:44

Venezuela Panzer, Raketenabwehr und Flugabwehrraketen - Kreml räumt Kredit ein

Caracas - Venezuela wird zahlreiche Waffen von Russland kaufen und mit dem Land künftig bei der Ölförderung eng zusammenarbeiten. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez erklärte am Sonntag, er habe kürzlich bei seinem Besuch in Moskau den Erwerb von 92 Panzern des Typs T-72 und des Raketenabwehrsystems S-300 gegen Luftangriffe besiegelt. Zur Finanzierung werde Russland seinem Land 2,2 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) leihen.

Das südamerikanische Land reagiert mit der Waffenbestellung auf den Plan der USA, ihre Militärpräsenz im Nachbarland Kolumbien zu erhöhen. Kolumbien will mit Hilfe der Amerikaner stärker gegen den Kokain-Handel und marxistische Aufständische vorgehen. Venezuela sieht sich dadurch bedroht.

"Dank des neuen Raketensystems wird es sehr schwer für ausländische Flugzeuge, uns zu bombardieren", sagte Chávez in seiner wöchentlichen TV-Show. Der Linkspopulist fügte hinzu, von seinem Land seien keine Aggressionen oder Angriffe auf andere Länder zu befürchten. Er nannte erstmals Einzelheiten des mit Moskau jüngst geschlossenen Abkommens.

Russischer Bonus für Erdölerschließung

Ölminister Rafael Ramirez nannte in der TV-Show neue Details zur Erschließung des Ölfelds "Junin 6", an dem unter anderem die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil sowie der Gas-Monopolist Gazprom beteiligt sind. Die russischen Firmen hätten Venezuela einen Bonus von knapp 700 Millionen Euro für das Recht bezahlt, bei der Erschließung dabei sein zu dürfen, sagte Ramirez. Präsident Chávez erwartet nach eigenen Angaben in Zukunft auch von anderen Konzernen ähnliche Vorauszahlungen.

Die Waffenkäufe Venezuelas umfassen den Angaben zufolge auch eine nicht genannte Zahl von Flugabwehrraketen des "Smerch"-Systems. Venezuela will von Russland insgesamt Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar kaufen. Chávez warf den USA erneut vor, eine Invasion in Venezuela und die Besetzung der Ölfelder zu planen. Er kündigte an, mit dem russischen Raketenabwehrsystem Antey 2500 und S-300V eine Luftabwehr aufzubauen, um die Erdgas- und Ölförderanlagen seines Landes zu schützen.

In den Jahren 2005 bis 2007 hatten Russland und Venezuela bereits Rüstungsgeschäfte im Volumen von 4,4 Milliarden Dollar vereinbart. Seither erhielt Venezuela u.a. 24 Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi, Hubschrauber und Kalaschnikow-Sturmgewehre. (APA/AP/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 247
1 2 3 4 5 6
Nowotila
01
5.10.2009, 10:43
Platz 130 im internationalem Ranking

der Rüstungsausgaben.

Und nun vergleiche man die Meldungen und beurteile, ob das eine Kampagne ist oder nicht.

uebel
01
18.9.2009, 11:48
Kolumbien, Chile und Brasilien geben mehr für Waffen aus als Venezuela

Schönen Vergleich findet man hier: http://s7.directupload.net/images/09... gnn7xs.gif

groebben
01
17.9.2009, 14:49
Guter Artikel in der TAZ

http://www.taz.de/1/politik... che-toene/

2 Punkte will ich hier aufzeigen:
1) Ein regionaler Vergleich der Militärausgaben zeigt: Mit 24,6 Milliarden Dollar lag Brasilien 2008 bei 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachte. In Venezuela lag der entsprechende Anteil bei 1,1 Prozent, in Kolumbien bei 5,7 Prozent.
2)Am häufigsten verweist der rechtsliberale Alan García aus Peru auf die "absurden", Militärausgaben in Südamerika. Der uruguayische Sozialdemokrat Vázquez erinnerte vorgestern daran:"Die Aufrüstung ist unangebracht, wir lehnen sie ab."

Fazit:Das ist kein rechts-links Problem, das ist ein Lateinamerikanisches Problem und sollte von allen verurteilt werden. Die Latinos haben andere Probleme

Tschurndorf
20
17.9.2009, 07:08
sehr ambivalent

das ganze.

zwar ist alles was den verrückten vom sozialismus des 21. jahrhunderts abhält positiv, aber muss es unbedingt nepotismus, rassismus gegen israel und hochrüstung sein?

Bibabutzemann
20
16.9.2009, 21:37

Was will Chavez denn mit dem ganzen Zeugs?

In einem konventionellen Konflikt hätte Venezuela gegen die USA ohnehin nicht die geringste Chance.

Gott sei Dank.

E. Wart.
22
16.9.2009, 19:09
Das ist keine wehrlose, sondern eine bewaffnete Revolution

Die Völker Lateinamerikas und die Geschichte würden es Chávez nicht verzeihen,ließe er die Revolution schlecht bewaffnet.Der gierige "Uncle Sam" im Norden lechzt nach den gigantischen Rohstoffreserven Venezuelas.Mit der immer gewaltigeren Militarisierung und Aufrüstung Kolumbiens will das US-Regime mit Hilfe ihres Vasallen Uribe Venezuela "zu Tode" rüsten.Aber Venezuela hat genug Ressourcen und ist nicht das arme Nicaragua der 80er Jahre,welches vom Staatsterroristen Reagan durch Söldnerkrieg und Wirtschaftsblockade ausgeblutet wurde.No pasarán in Venezuela,aber auch nicht in Ecuador oder Bolivien.Das ist der Schmerz der AssoCIAted press.Und keine Sorge:Um die Armen kümmert sich die bolivarische Revolution und nicht die dortige Opposition.

Prof Bingo Bongo
21
17.9.2009, 02:43

sehr fanatisch.. wie alt sind sie denn wenn man fragen darf...

Horst Holger
00
27.9.2009, 12:03
der Wart ist schon älter

und träumt immer noch von den guten alten SED- und Stas+-Zeiten. Den Mauerfall hat er nie überwunden

Nicolas Castillo
31
16.9.2009, 23:41
haben sie das eigentlich irgendwo abgespeichert?

Schreiben Sie doch mal was anderes und nicht immer den selben Murks. Immer nur copy/paste kann doch auf die Dauer auch nicht befriedigen.

yomellamo
00
16.9.2009, 18:19
die panzer braucht Chavez sehr notwendig,

denn damit lassen sich unliebsame demonstrationen einfach zerquetschen.

Nowotila
13
17.9.2009, 10:53
Wozu wohl die USA, die immerhin 50% der weltweiten Rüstungsausgaben bestreiten,

die Waffen brauchen?

Um von den 300 Mio. 280 Mio. niederzuwalzen, wenn Murdochs Fox und AP nicht mehr ausreichen?

Prof Bingo Bongo
32
16.9.2009, 13:20
Super! Die Milliarden hätten nicht besser verwendet werden können.

Endlich mal einer, der den Armen hilft.

Nowotila
26
16.9.2009, 15:22

Der lernt aus dem Schicksal von Salvador Allende.

So hätte man Venezuela gerne: Putsch oder Militärintervention, anschließend Militärdiktatur, nach 20 Jahren wieder wählen lassen - das Demokratiemodell der USA und ihrer Freunde für Länder, deren Wahlergebnisse nicht genehm sind.

caura
32
16.9.2009, 21:30
und was hätten sie gerne

was hätten sie gerne? ein hochgerüstetes Venezuela bewaffnet bis an die Zähne und dann ein Bürgerkrieg der Ideologie wegen. Aus ihren hasserfüllten Postings vermute ich das.

Was hätten sie noch gerne. Den Sozialismus des 21 Jahrhunderts? Wo nichtmal Chavez selbst erklären kann wie der aussehen soll noch was dessen Programm ist. Hauptsache AntiUSA das rechtfertigt immer alles, oder?

Randalf X.
61
15.9.2009, 14:19
Zuerst stehlen und mit diesem Geld einkaufen gehen

Zuerst rauben sich Chavez die amerikanischen Ölfirmen und mit dem Geld kauft er Waffen um seine politischen Gegner in Schach zu halten.

Ab jetzt ist er definitiv ein Räuber und kein Freiheitskämpfer.

Student der Magie
11
16.9.2009, 16:06
von rauben kann aber keine Rede sein

er hat den amerikanischen Firmen faire Preise bezahlt.

Dass er die Grundversorgung in die Hände des Staates legen wollte kann man einem linken Präsidenten sicherlich NICHT zum Vorwurf machen;)

Und wenn man vom Rauben schreibt: Bevor die Betriebe verstaatlícht wurden hat sich eine weiße Oberschicht in Venezuela und eben ein paar "Gringos" daran bereichert und die Bevölkerung dabei ausgeplündert;)

Entspricht das ihrem idealen Weltbild????

MM nach gehören die Ressourzen eines Landes in die Hände der Menschen dieses Landes und nicht irgendwelchen ausländischen Konzernen, die sich einen Dreck um das Wohl der einzelnen Bevölkerungen scheren;)
(Argentinien war da ein sehr gutes Bsp glaub ich;)

Nicolas Castillo
20
16.9.2009, 23:44
ja, ja ... wenn die Bevölkerung etwas davon hat, ...

aber glauben Sie wirklich, die freuen sich über Milliardenausgaben für Waffen, obwohl viele Venezolaner in bitterer Armut leben?

Und kommen Sie mir jetzt nicht wieder mit den wundersamen Sozialprogrammen, die ausser in linken Hirnen nicht wirklich existieren.

Abdul Alhazred
75
15.9.2009, 08:05

Wie üblich gibt es auf Chavez-Kritiken hier pauschal eine Antwort: "die USA ist viel böser", "hat Sie die CIA bezahlt", "als ob die USA besser wäre" usw..

Hey, wie wärs damit - man kann GEGEN Chavez sein, ohne FÜR die USA zu sein. Ja! Das geht! Mir zB ist die USA vollkommen egal, ich halte Herrn Chavez aber für eine Gefahr für Venezuela und seine Nachbarn.

pepitant
00
17.9.2009, 13:29
Na freilich geht das,

man kann gegen oder für alles mögliche und unmögliche sein, man brauchts noch nicht mal zu begründen, wie ich sehe.
Allerdings brauch ich dann so ein "ich bin dafür/dagegen" auch nicht zu verstehen, denn darüber läßt sich ja wohl nicht diskutieren. Über Pro- und Contra-Gründe kann man diskutieren, bei persönlichen Befindlichkeiten ist das schwierig.

caura
20
16.9.2009, 21:32

100% Zustimmung.
Nur musst mit so meinungen hier aufpassen. Wenn du gegen Chavez bist, bist du automatisch ein rechter, ein USA Stiefelknecht und vermutlich ein CIA Agent.

pepitant
00
12.10.2009, 13:13
Net so aufblosen,

Trottel reicht a :-)

manfred maier
02
16.9.2009, 10:52
"....Mir zB ist die USA vollkommen egal"

....nun ja, den millionen massakrierten, gefolterten, verstümmelten oder vertriebenen und deren angehörigen werden diese usa im gegensatz zu ihnen nicht egal sein.
zudem gibt es hinweise, wonach die aktivitäten der usa in ihrem hinterhof (kolumbien, ihr - wenn auch nicht offizielles - mitwirken beim putsch in honduras, etc) wesentlich gefährlicher sind, als alle aktivitäten, welcher ein chavez je in der lage sein wird auszuüben.
also, nur weil ihnen die usa "egal" sind, heisst dies nicht, sie seien in der region nicht gefährlicher und destabilisierender als ein chavez!

Cepheus
00
15.9.2009, 07:58
S-300 ok, aber T-72???

Sicher nicht ein neuerer Panzer?

Magic Wand
 
20
15.9.2009, 00:09
naja, die Erinnerungen an den 11. September sind halt noch wach ...


Mir sind ja linke Diktaturen um nichts lieber als rechte. Deshalb mag ich den Chavez nicht.

Andererseits kann man Südamerikanern eine gewisse Skepsis gegenüber amerikanischer Militärpräsenz an ihren Grenzen nicht verübeln.

P.S.: im Titel meinte ich selbstverständlich den 11. September 1973, an dem der demokratisch gewählte Allende von der CIA aus dem Amt geputscht wurde (3000 Tote "Kollateralschaden") ...

Student der Magie
11
16.9.2009, 16:09
Chavez wurde doch gewählt,

oder habe ich da etwas verpasst?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 247
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.