Israelische Regierung legte Beschwerde bei Vereinten Nationen ein
Jerusalem - Nach dem Raketenangriff auf Nordisrael hat die
UN-Mission im Libanon (UNIFIL) ihre Präsenz verstärkt. In Absprache mit der
libanesischen Armee seien zusätzliche Soldaten ins Grenzgebiet im Süden des
Landes verlegt worden, sagte eine UNIFIL-Sprecherin am Samstag. Die israelische
Regierung legte bei den Vereinten Nationen Beschwerde gegen die Führung in
Beirut ein und forderte ein wirksameres Vorgehen der UN-Mission.
Aus dem 15 Kilometer von der Grenze entfernten libanesischen Dorf Klaile
waren am Freitag zwei Raketen auf Israel abgeschossen worden. Laut israelischer
Armee wurde dabei niemand verletzt. Die israelische Armee feuert rund ein
Dutzend Granaten auf das Dorf. Zu dem Raketenbeschuss Nordisraels bekannte sich
zunächst niemand. Die UNIFIL verstärkte ihr Aufgebot in dem Grenzgebiet und
leitete Ermittlungen zu den Umständen ein. Es handelte sich um den dritten
derartigen Vorfall in diesem Jahr, die ersten beiden ereigneten sich im Januar
und Februar. Die UNIFIL, zu der 13.000 Soldaten gehören, wurde bereits 1978
eingerichtet.
Beschwerde
Israel legte wegen des Raketenangriffs Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat ein.
Vize-Außenminister Danny Ayalon erklärte am Samstag, der Libanon komme nicht
seinen Verpflichtungen gemäß der UN-Resolution 1701 nach, mit der der
Libanon-Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Sommer 2006
beendet worden war. Dies werde auch nicht dadurch entschuldigt, dass die
Regierungbildung im Libanon nach Monaten immer noch nicht abgeschlossen ist.
Von der UNIFIL erwarte Israel ein wirkungsvolleres Vorgehen, um weitere
Angriffe aus dem Libanon zu verhindern, sagte Ayalon. Er machte deutlich, dass
Israel Angriffen nicht untätig zusehen werde. "Bis jetzt reicht unser
punktueller Gegenschlag. Aber dieser vereinzelte Vorfall zeugt von dem Potential
der Terroristen und Israel wird massiv reagieren, wenn die Ruhe ernsthaft
gestört wird", sagte der Vize-Minister.
Das russische Außenministerium äußerte sich besorgt über den Vorfall an der
libanesisch-israelischen Grenze. Dieser belaste die Bemühungen in Beirut um eine
Regierungsbildung. Der pro-westliche libanesische Ministerpräsident Saad Hariri
hatte am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht, nachdem seine gut zehnwöchigen
Bemühungen um eine Regierungsbildung mit der Hisbollah gescheitert waren. (APA)