UN-Mission verstärkt Präsenz nach Raketenbeschuss auf Israel

12. September 2009 21:24

Israelische Regierung legte Beschwerde bei Vereinten Nationen ein

Jerusalem - Nach dem Raketenangriff auf Nordisrael hat die UN-Mission im Libanon (UNIFIL) ihre Präsenz verstärkt. In Absprache mit der libanesischen Armee seien zusätzliche Soldaten ins Grenzgebiet im Süden des Landes verlegt worden, sagte eine UNIFIL-Sprecherin am Samstag. Die israelische Regierung legte bei den Vereinten Nationen Beschwerde gegen die Führung in Beirut ein und forderte ein wirksameres Vorgehen der UN-Mission.

Aus dem 15 Kilometer von der Grenze entfernten libanesischen Dorf Klaile waren am Freitag zwei Raketen auf Israel abgeschossen worden. Laut israelischer Armee wurde dabei niemand verletzt. Die israelische Armee feuert rund ein Dutzend Granaten auf das Dorf. Zu dem Raketenbeschuss Nordisraels bekannte sich zunächst niemand. Die UNIFIL verstärkte ihr Aufgebot in dem Grenzgebiet und leitete Ermittlungen zu den Umständen ein. Es handelte sich um den dritten derartigen Vorfall in diesem Jahr, die ersten beiden ereigneten sich im Januar und Februar. Die UNIFIL, zu der 13.000 Soldaten gehören, wurde bereits 1978 eingerichtet.

Beschwerde

Israel legte wegen des Raketenangriffs Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat ein. Vize-Außenminister Danny Ayalon erklärte am Samstag, der Libanon komme nicht seinen Verpflichtungen gemäß der UN-Resolution 1701 nach, mit der der Libanon-Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Sommer 2006 beendet worden war. Dies werde auch nicht dadurch entschuldigt, dass die Regierungbildung im Libanon nach Monaten immer noch nicht abgeschlossen ist.

Von der UNIFIL erwarte Israel ein wirkungsvolleres Vorgehen, um weitere Angriffe aus dem Libanon zu verhindern, sagte Ayalon. Er machte deutlich, dass Israel Angriffen nicht untätig zusehen werde. "Bis jetzt reicht unser punktueller Gegenschlag. Aber dieser vereinzelte Vorfall zeugt von dem Potential der Terroristen und Israel wird massiv reagieren, wenn die Ruhe ernsthaft gestört wird", sagte der Vize-Minister.

Das russische Außenministerium äußerte sich besorgt über den Vorfall an der libanesisch-israelischen Grenze. Dieser belaste die Bemühungen in Beirut um eine Regierungsbildung. Der pro-westliche libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hatte am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht, nachdem seine gut zehnwöchigen Bemühungen um eine Regierungsbildung mit der Hisbollah gescheitert waren. (APA)

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10 Postings
Fred Fido
12.09.2009 19:08
Könnten wir wenigstens kurz so tun

als wüssten wir, das die destabilisierung des Libanons das ergebnis der Israelischen politik und der Syriens ist und wenig mit "der welt" zu tun hat?

der Rabe
12.09.2009 18:43
Israel warnt nach Raketenbeschuss vor Gewalteskalation


ein klassischer Fall von self fullfilling prophecy?

Fred Fido
15.09.2009 18:12
Die Israelis haben bereits zurückgeschossen.

Beide seiten hatten keine opfer sondern nur beschädigte gegend.

Timagoras
 
14.09.2009 16:37


ein klassischer fall von täter-opfer-umkehr?

kritischesauge
12.09.2009 17:40
Die Probleme sind

- die Stimmverluste von "8.März", die festgefahrene Regierungsbildung im Libanon: Hisbollah muss wieder als legitime Widerstandsmiliz dastehen
- die alawitische Offizierselite in Syrien, die ohne den äußeren Feind nicht an der Macht bleiben könnte (Frieden würde Öffnung bedeuten, weniger Militärausgaben, steigende Macht der mehrheitl. sunnitischen Geschäftsleute + evtl. blutige Rache der Sunniten)
- die iranische Solidarität mit den schiitischen Alawiten und der bezüglich ihrer Religiosität noch schiitischeren und revolutionären Hisbollah...da die Alawiten eher säkular sind, ist es allerdings keine Liebe :-)
- das Scheitern der IDF damit umzugehen: entweder blöd zuschauen oder hunderte tote libanes. Zivilisten als "collateral damage"

Georg Schütt
12.09.2009 18:58
Zumindest, was den letzten Punkt angeht ...

Dieses Dilemma galt noch 2006. Und die israelische Zurückhaltung hat politisch nichts gebracht und militärisch geschadet.

Ob es daher heute noch Zweifel gibt ...?

isschorecht
12.09.2009 14:14
besonders leidtragend sind die libanesen


die unter dem staat im staat leiden. wie konnte die welt nur zulassen, dass der iran dort ein hisbollah-terrorland einrichtet?

Herzerzog Johann
12.09.2009 16:34
Warum ist die "Welt" schuld?

Für den Libanon sind die Libanesen zuständig. Wenn sie nichts gegen Terroristen auf ihrem Gebiet tun, wird sie der Nachbar eben gelegentlich daran erinnern.

spiderpig
12.09.2009 18:55
die welt als ganzes ist

eh nicht schuld, aber der libanon war schon immer ein platz wo sich die lokalen mächte (israel, iran, syrien, etc.) ihr schlachtfeld ausgesucht haben ...

MySinn.at
12.09.2009 15:44
Gegenfrage ...

wie hätte die internat. Gemeinschaft dies nach dem Bürgerkrieg samt Evakuierung denn verhindern sollen, man ließ, salopp formuliert, ein ganzes Volk im Stich ... und wenn dann jemand mit Brot, Job und Geld auftaucht, bleibt das Hirn zum Wohle des Magens still !

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