Nach Übernahme durch Magna

Brüssel will Opel-Deal streng prüfen

11. September 2009, 17:27

Die Freude der Opel-Mitarbeiter über ihren künftigen Mehrheitseigner Magna währte kurz: Die EU-Kommission will den Deal streng prüfen

Opel-Verkäufer GM und Magna wollen bis Ende November handelseins sein.

***


Detroit/Brüssel/Berlin/Wien - Der mehrheitliche Verkauf von Opel an ein russisch gefärbtes Konsortium, das vom kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna angeführt wird, ist noch nicht ganz unter Dach und Fach. Zwar haben sowohl der Verkäufer General Motors (GM) als auch Magna Blitzverhandlungen versprochen und einen Vertragsabschluss bis Ende November geplant. Dann prüft Brüssel den Deal, was noch für einige Unannehmlichkeiten sorgen könnte, wie Analysten meinen.

Die EU-Kommission ließ am Freitag wissen, dass sie bei der staatlich gestützten Übernahme von Opel durch Magna auf die strikte Einhaltung des Beihilferechts und der Regeln des gemeinsamen Marktes pochen werde. So dürften beispielsweise keine politischen Bedingungen für den Erhalt staatlicher Unterstützung gestellt werden. Zudem könne der Erhalt bestimmter Standorte und Arbeitsplätze keine Bedingung für Beihilfen sein. Die anstehende Restrukturierung des Unternehmens müsse wirtschaftlich sein und die Überlebensfähigkeit des Autobauers auf Dauer sicherstellen.

Tags zuvor hatte ein Abgesandter des GM-Verwaltungsrats die deutsche Regierung über die Grundsatzentscheidung von General Motors unterrichtet, in Schlussverhandlungen mit Magna zu gehen.

Harte Gespräche erwartet

Die IG Metall erwartet harte Gespräche mit Magna. Ein Knackpunkt dürften die Arbeitsbedingungen und der Erhalt der Jobs sein. Magna-Eigentümer Frank Stronach dämpfte bereits die Erwartungen. Opel habe lange keinen Profit mehr gemacht, und die Wirtschaft sei derzeit auch nicht so rosig. Für alle Beteiligten werde es ein harter Weg werden. Bisher war die Rede von rund 10.000 Jobs, die in europäischen Opel-Standorten gestrichen werden.

Manche Betriebsräte fürchten noch schlimmere Einschnitte: "Magna ist ein harter, kantiger Arbeitgeber angelsächsischer Prägung" , sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksvorsitzende und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild. "Die holen jetzt sofort die Motorsäge raus." Dabei geht es um die angestrebten Sanierungsbeiträge der Opel-Beschäftigten. Die IG Metall will die eingeforderten Beiträge nicht ohne Gegenleistung bringen.

Leicht wird die Sanierung jedenfalls nicht, allein im Vorjahr hat Opel fast drei Milliarden Dollar Verlust gemacht. Durch die Übernahme wird sich auch die Bilanz von Magna blutrot färben. 2010 wird mit einem negativen Cashflow von knapp 3,8 Mrd. Euro gerechnet. Magna wird künftig gemeinsam mit der russischen Sberbank 55 Prozent an Opel halten - jeweils zur Hälfte. 35 Prozent gehören weiterhin der bisherigen Konzernmutter GM und zehn Prozent der Belegschaft. (Reuters, dpa, stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.9.2009)

Kommentar posten
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Achmo Ledbid
00
12.9.2009, 14:40
brüssel nicht im dilemma?

wenn man bedenkt dass der AUA/Lufthansa-Deal wettbewerbsrechtlich sehr sehr bedenklich ist und wirtschaftlich die einzige variante statt konkurs war, hat die wettbewerbsbehörde die AUA mit zudrücken beider augen an die lufthansa gehen lassen. wenn sie jetzt bei einem umgekehrten deal, wo ein österreichischer miteigentümer ein deutsches unternehmen kauft, dann landet die EU in der not des verständnisses bei österreichischer bevölkerung und politiker.

-Ciac-
00
14.9.2009, 20:36

Opel ist Amerikanisch!
Schon seit 1929.

Porqué no te callas?
00
12.9.2009, 12:34

wenn man sich ans eu-recht gehalten hat, kann man unbesorgt sein.

rainer helmstreit
00
12.9.2009, 12:12
Mal ne Frage... GM oder OPEL

Wer betreibt das Werk in Wien Aspern?
Draufstehen (Firmenschild) GM aber alle sprechen derzeit von OPEL..
Seit Bruno Kreisky hat es aber immer GM-Werk Aspern geheißen also wer ist den der Eigentümer nun wirklich?

Fugazzi
00
12.9.2009, 16:27

es ist ein GM Werk dass ausschliesslich Opel Motoren baut.
Jetzt ist es wohl ein Opel Werk.

Achmo Ledbid
00
12.9.2009, 15:26
es ist inhalt

vom übernahmedeal zwischen magna und gm, somit darf man es opel-werk nennen.

Scala2
02
12.9.2009, 11:27

Die einzigen die wenigsten noch zu verhindern versuchen, dass unserer Politiker das Geld der Normalbürger den Konzern-Bossen und den Parteibonzen nachschmeißen ist die EU-Kommission

eineinhalb drittel von 100
00
12.9.2009, 09:42
wenn ich der Stronach wäre schei**ert ich drauf!

Sabine Werner
00
12.9.2009, 09:07

Die sollen die Firma endlich in die Insolvenz schicken, damit das Elend ein Ende hat, und nicht schon wieder den Steuerzahler dafür bluten lassen, daß einige Bonzen noch reicher werden.
Heut verlieren viele Unschuldige ihren ARbeitsplatz, die Opelarbeiter sind nichts besseres, und sollen deshalb auch keine Extrawurst gebraten kriegen.

Toni Meister
00
12.9.2009, 08:31
EU-kommission

Was könnte die EU-Kommission MAGNA abverlangen?. In Analogie zum AUA-deal von der Lufthansa. In einer angeblich freien Marktwirtschaft ?

Ex-SPÖ-ler
00
12.9.2009, 11:38
EU Kommission brauchst nicht ernst zu nehmen

Die nehmen nicht einmal das geltende EU-Recht ernst. Die machen einfach was sie wollen (zB Glühbrinen verbieten).

EU Austritt jetzt !

m.a.d
02
12.9.2009, 08:27


ich find's einfach nur mehr witzig. jetzt zahlt der steuerzahler schon seinen eigenen arbeitsplatz, nur um ein paar unersaettliche noch reicher u machen.

systemfehler1
00
12.9.2009, 06:23
Komisch.

Das Kaschperltheater wird mir immer wurschter.

Muss wohl an der Überflutung mit solchen Meldungen liegen.

Ex-SPÖ-ler
00
12.9.2009, 00:29
noch strenger prüfen ???

kann die EU denn noch strenger prüfen, als den AUA Deal? Dachte schon der wäre ganz, ganz streng gewesen. Und obwohl er ganz, ganz streng war ist die EU-Kommission zu dem Schluß gekommen, dass 500 Millionen Euro keine Wettbewerbsverzerrung wären. BRAVO. So stelle ich mir eine Wettbewerbsprüfung vor.

rainer helmstreit
95
12.9.2009, 00:01
Brüssel nervt zunehmend...

mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

machruz
 
01
12.9.2009, 10:28
interessant, bruessel hat noch gar nichts gemacht, und schon nervt es

Hinternberg
03
12.9.2009, 05:47
Warum?

Opel ist wegen jahrelangem Missmanagements so gut wie pleite. Staatliche Zuschüsse können diesen Zustand wettbewerbsverzerrend auf Kosten der Bürger verlängern. Dagegen ist Brüssel. Zum Glück kann nicht mehr jeder Unfug auf Kosten der Allgemeinheit geschehen.

m.a.d
00
12.9.2009, 08:29


der 'unfug' wird erst dann abgestellt werden, wenn die verantwortlichen leistungfstraeger auch mal zur verantwortung gezogen werden.
ansonsten: business as usual

tirol1809 | einheit u. unabängigkeit für tirol
22
11.9.2009, 20:33
würde das mit den 500 MIO vom Lufthansa Deal gegenrechnen!

gleiches Recht für alle!

Porqué no te callas?
00
12.9.2009, 12:37
unabhängigkeit und freiheit für kreith!!!

gk76
04
12.9.2009, 07:51
alleine für den Nick - ROT

just my two cent
01
11.9.2009, 20:13

keine Angst Brüssel hat ja auch den AUA Deal geprüft

Lottofreak
13
11.9.2009, 18:52
Alles Wahkampfgetöse

Weil unterschrieben ist noch nichts- schon vor 2 Monaten proklamierten Merkel und Steinmeier jeweils den Verkauf und scheinbare Rettung für sich und belogen das Wahlvolk-
ein Rentner mag das ja glauben- doch es geht doch um die große Anzahl der Lizenzen die Magna natürlich für den riesigen russ. und asiat.Markt für sich beanspruchen und nutzen will und inwieweit Opel dann daran beteiligt ist-
bevor das nicht ausgehandelt ist wird überhaupt nichts unterschrieben sein oder im schlechtestem Fall gar nichts - dann sind die Wahlen aber schon längst vorbei-
dann schauts schlecht aus für Opel -
Insolvenz wäre wohl wirklich besser gewesen -
die wäre schon längst über die Bühne und man hätte bessere eigenständige Chancen

Österreich ist high! © Crazy Business
10
11.9.2009, 20:09

bitte schauen Sie alle 3 Minuten unter Ihr Bettchen, es könnten Gespenster darunter sein!

max 1231
 
53
11.9.2009, 18:47
ich würde sagen diese bürokratenanhäufung in brüssel

ist doch nichts anders als noch eine schmarozerlage die von den steuerzahlern geld wegsaugt. jetzt haben die deutschen bundesläander geprüft, dann die treuhand, dann die bundesregierung, dann GM, dann wer weiss was noch und jetzt wollen die typen in brüssel noch mal genau prüfen, was soll das? haben die nicht besseres zu tun? es ist immer dasselbe, zerprüfen, zerreden, wegdrücken, auf die lange bank schieben usw. hört auch mit dem krampf irgendwann reichts mit dieser gestörten verbürokratisierung! die sind doch alle nur mehr im kreislauf mit sich selbst beschäftigt. diese bürokratisierung macht das land kaputt !!

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