Von der "EMP" zur "E-Bombe"

26. März 2003, 13:39
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Der "Explosive Power Flux Generator" und andere starke elektromagnetische Impulse als High-Tech-Waffen

Die amerikanische Rüstungsindustrie sucht schon seit dem Ende der 70er Jahre nach neuen Waffen, die Schäden durch hohe elektromagnetische Impulse erzeugen. Die Idee ein solches High-Tech-Gerät zu entwickeln, entstammt noch aus den Atombombentests zu Beginn der 60er. Auch im Irak-Krieg ist die so genannte "E-Bombe" in aller Munde.

Zunächst kam "EMP"

Während der Atombombentest entdeckten die amerikanischen Militärs, dass die auftretende starke Gammastrahlung eine vernichtende Wirkung auf elektrische Geräte hatte. Unter dem Namen "EMP" - Elektro-Magnetischer-Puls" - wurde diese Waffengattung zur Zeit des Kalten Krieges entwickelt.

"Explosive Power Flux Generator"

Hinter dem Begriff "Explosive Power Flux Generator" verbirgt sich eine der im Entwicklungsstadium befindlichen Errungenschaften des US-Department of Defense. Zwar gibt es darüber keine genauen Angaben, doch vermuten Experten, dass es sich um ein Kupferrohr mit einer explosiven Füllung handelt. Ein Kondensator, der wie eine Batterie Energie gespeichert hat, gibt diese gezielt und auf einmal ab und erzeugt so eine Explosion der Füllung im Rohr. Die Energie wird dann über eine Spule abgegeben.

Keine Gefahr für den Menschen

Eine moderne "E-Bombe" erzeugt gewaltige Entladung von bis zu einer Million Ampere, ein Blitz schafft zum Vergleich rund 30.000 Ampere. Der starke freigesetzte elektromagnetische Impuls soll alle elektronischen Bauteile zerstören oder zumindest schädigen. Vom Fön über Computer und Telekommunikationsanlagen, bis hin zu Autos mit Transistorzündung und Quartzuhren, diese Produkte wären zerstört. Laut Angaben der US-Militärs soll für Menschen jedoch keine Gefahr bestehen, da der Strom nur an der Hautoberfläche wirkt und "nur" einen kurzfristigen mittleren Schmerz - was immer sich hinter dieser Angabe verbirgt - auslöst.

Probleme für die eigenen Truppen

Ein weit größeres Problem sehen die US-Militärs für die eigenen Soldaten und deren High-Tech-Ausrüstung. Daher wird an der Kirtland-Airbase in New Mexico nicht nur an "E-Bomben" geforscht, sondern auch an Schutzmechanismen gegen die starken elektromagnetischen Impulse. Immerhin sollte ein Kampfpilot nach dem Abwurf einer solchen Bombe auch noch rechtzeitig aus dem Gefahrengebiet fliegen können. Die US-Militärs halten sich allerdings bei Angaben zu der neuartigen Waffentechnologie weitgehend bedeckt. So lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Waffen wirklich schon im Irak-Krieg eingesetzt werden könnten.(red)

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    foto: photodisc
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