Sittlich gestört durch "mobile Nacktheit"

26. März 2003, 12:29
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Aktuelle Ausstellung von Elke Krystufek veranlasste Besucher zu Strafanzeige: Verdacht der sittlichen Gefährdung Jugendlicher

Klosterneuburg - Im Zusammenhang mit der aktuellen Elke Krystufek-Ausstellung "Nackt & Mobil" in der Klosterneuburger Sammlung Essl liegt der Staatsanwaltschaft Korneuburg eine Anzeige wegen des Verdachtes der sittlichen Gefährdungen Jugendlicher vor, wurde am Mittwoch eine entsprechende Meldung im "Kurier" bestätigt. Dem Bericht zufolge hatte sich ein Besucher durch die Bilder gestört gefühlt.

Provokante Soap-Opera für die Gesellschaft des Spektakels

Laut Staatsanwaltschaft Korneuburg erfolgen derzeit Sachverhaltserhebungen durch die Gendamerie. Sobald diese vorliegen, könne entschieden werden, ob gerichtliche Vorerhebungen eingeleitet werden. Mit dieser Entscheidung sei innerhalb einer Woche zu rechnen.

Die viel diskutierte junge Künstlerin, die ihren nackten Körper als Material einsetzt, schafft nach den Worten der Kuratorin Gabriele Bösch ihre eigene provokante Soap-Opera für die Gesellschaft des Spektakels. Laut "Kurier" versteht Bösch nun die Aufregung nicht: Bei bisher 12.000 Besuchern seien "gerade einmal fünf Beschwerden" registriert worden. "Aber es wird wohl immer Menschen geben, die Probleme mit ihrem Körper und ihrer Sexualität haben", wird die Kuratorin zitiert. Im Eingangsbereich des Museums wird darauf hingewiesen, dass Kinder und Jugendliche die Ausstellung nur in Begleitung eines Erwachsenen sehen sollten. (APA)

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    foto: sammlung essl
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