Krieg dämpft Lust auf Luster

26. März 2003, 10:58
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Oberösterreichischer Kristallluster-Exporteur meldet 30 Prozent weniger Bestellungen aus dem Mittleren Osten

Linz - Eine traditionsreiche oberösterreichische Firma, die im arabischen Raum eine echte Marktlücke bedient, ist durch den Irak-Krieg erheblich betroffen: Die Firma Schöler Glasmanufaktur mit Zentrale in Kremsmünster, die seit Jahren Kristallluster in den Mittleren Osten liefert. Diese Luster sind dort ein gefragtes "Statussymbol". Durch den Krieg im Irak sind die Bestellungen jetzt um rund 30 Prozent zurück gegangen, berichtet man bei Schöler.

Schöler erwirtschaftete im Jahr 2002 mit 30 Beschäftigten einen Umsatz von 7,81 Mio. Euro. Das bedeutete eine Steigerung um 15 Prozent gegenüber 2001. Gewinnzahlen werden von dem Unternehmen, das einer Holding aus Liechtenstein gehört, nicht veröffentlicht. 92 Prozent der Produktion der Glasmanufaktur gehen in den Export. Davon wieder 25 Prozent in die Türkei, nach Syrien, Jordanien, Israel, Saudiarabien, Kuwait, in die Arabischen Emirate und den Iran. In den Irak wurde in der Vergangenheit nicht geliefert.

Statussymbol

"Wer zeigen will, dass er wohlhabend ist, hängt sich einen Kristallluster ins Wohnzimmer", weiß man bei Schöler. Ebenso sei ein solcher Beleuchtungskörper ein Symbol für gute Hotels.

Wenn es zu keinem länger dauernden Krieg und dann wieder zu einer Normalisierung der Verhältnisse in der Region kommt, dann werde man den Rückgang der Bestellungen aus dem Mittleren Osten ohne wirtschaftliche Auswirkungen verkraften, sagte ein Schöler-Sprecher.

In Kremsmünster hatten sich nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche aus Tschechien vertriebene Erzeuger von Gablonzer Glas- und Schmuckwaren angesiedelt, in der Folge entstand dort eine florierende Glasindustrie. Die Firma Schöler war 1949 gegründet worden und hat sich auf die Erzeugung von Lusterbehang spezialisiert.(APA)

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