Abo-Sender Premiere setzt neues Verschlüsselungssystem ein

27. März 2003, 12:42
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"Wir werden in Zukunft diejenigen, die uns beklauen, noch kräftiger auf die Finger hauen"

Der PayTV-Sender Premiere will Schwarzsehern mit einem neuen Verschlüsselungssystem der Schweizer Softwarefirma Kudelski den kostenlosen Spaß verderben.

Auf die Finger hauen

"Wir werden in Zukunft diejenigen, die uns beklauen, noch kräftiger auf die Finger hauen. Ab Herbst wird bei den Schwarzsehern der Bildschirm wirklich schwarz", erklärte Premiere-Chef Georg Kofler am Mittwoch. Details des Vertrages wurden nicht genannt.

"Betacrypt1"-Software gilt als geknackt

Premiere entschied sich nach wochenlangen Verhandlungen mit fünf verschiedenen Anbietern für die Verschlüsselungssoftware "Nagravision" von Kudelski und damit gegen das Produkt der früheren Schwesterfirma BetaResearch, die das bisherige System geliefert hatte. Diese "betacrypt1"-Software gilt als geknackt. Premiere schätzt, dass bis zu einer Millionen Menschen den PayTV-Sender empfangen, ohne dafür zu bezahlen. Derzeit hat der Sender rund 2,6 Millionen zahlende Kunden. "Durch die Schwarzseher entstehen Premiere Umsatzausfälle von mindestens hundert Millionen Euro pro Jahr", erläuterte Kofler.

Übernommen

Premiere war im Februar von der Investmentgesellschaft Permira übernommen worden, die die frühere Tochter der Kirch-Gruppe bis zum Erreichen der Gewinnschwelle finanziert. Das wird für das erste Quartal 2004 erwartet.

Per post

Für Premiere-Kunden erfolgt der Wechsel des Verschlüsselungssystems auf einfache Weise. Sie erhalten per Post eine neue SmartCard, die sie gegen die alte SmartCard in ihrem Digital-Receiver austauschen. Die SmartCard ist der Schlüssel zu den Abo-TV-Angeboten von Premiere. Premiere Österreich-Geschäftsführer Thomas Mischek kündigt eine rasche Umsetzung gemeinsam mit dem ORF an. (APA/red)

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    foto: standard/cremer
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