Laut Veranstaltern soll Gedenkkonzert erst nächstes Jahr in London stattfinden - Gerüchte über neuen Termin: 5. Juni 2010 - Mit Video
Wien - Das für den 26. September in Wien geplante "Tribute"-Konzert für den verstorbenen Popstar Michael Jackson ist abgesagt. Dies gaben die Veranstalter am Freitag in einer eilig anberaumten Pressekonferenz in Wien bekannt. Laut Georg Kindel und Jermaine Jackson soll das Konzert im Juni 2010 in London nachgeholt werden.
Die Veranstalter hatten in den vergangenen Tagen mit Absagen von bereits angekündigten Künstlern wie Chris Brown und Mary J. Blige zu kämpfen, auch konnten bei Pressekonferenzen in London und Berlin keine fixierten Auftritte präsentiert werden.
Neuer Ort: Wembley-Stadion
Die Veranstalter planen laut eigenen Angaben, das Jackson-Tribute im Wembley-Stadion in London zu veranstalten. Der Vorverkauf für die Tickets startet Anfang Dezember. Ende des Jahres sollen auch die Namen beteiligter Künstler in einer Pressekonferenz verkündet werden. Die Absage für Wien wurde von Organisator Georg Kindel unter anderem damit begründet, dass die Zeit für die Vorbereitung zu kurz war - und die lokalen Medien zu negativ berichtet hätten.
Die Show in London, angesetzt für die erste Juni-Hälfte, soll vom Bühnenbild her ähnlich werden: "Der einzige Unterschied ist, dass wir das Schloss Schönbrunn nicht als Hintergrund haben." Erstaunt zeigte sich Kindel über die Berichterstattung in Österreich, wobei er sogar von einer "Negativkampagne" sprach: "Die teilnehmenden Künstler sind zum Teil respektlos behandelt worden." Diese hätten schon um ihren Ruf gefürchtet.
Gerüchte um neuen Termin: 5. Juni 2010
Das genaue Datum für das London-Tribute wurde heute noch nicht verraten. Allerdings: Unter dem aktuellen Plakat auf dem Podium war bereits die neue Ankündigung versteckt, wie Journalisten nach der Pressekonferenz herausfanden. Als Termin war darauf der 5. Juni 2010 genannt.
Stadt Wien bereits vorinformiert
Die Stadt Wien ist über die Verschiebung des Jackson-Konzerts bereits in der Nacht auf heute informiert worden, versicherte Georg Kindel in der Pressekonferenz. Darum sei er verwundert, dass am Vormittag von Vizebürgermeisterin Renate Brauner bekanntgegeben worden sei, dass die finanzielle Unterstützung der Stadt gestrichen werde. Diese hätte 600.000 Euro betragen. Man hätte dafür Werbeleistungen gekauft, der Betrag sei keine Subvention, wurde versichert.
"Ich möchte nicht, dass das Tribute einen politischen Anhauch bekommt, ich möchte das für die Fans machen", betonte Jermaine Jackson. London sei der ideale Ort, weil dort auch die Comeback-Konzerte seines Bruders geplant gewesen seien. Auch am Mittwoch beim Besuch der Veranstalter dort sei wiederholt die Frage aufgetaucht, warum das Event nicht in London veranstaltet wird.
Große Herausforderung
"Wir wussten, dass es extrem schwierig wird", betonte Kindel. Die Umsetzung in nur wenigen Wochen sei von Anfang an eine große Herausforderung gewesen. Aber es habe bis zuletzt die Chance bestanden, die Show umzusetzen. Und es habe auch Interesse und Gespräche mit "großen Namen" gegeben. Doch viele hätten andere Verpflichtungen gehabt, auch privater Natur. Planungen mit großen Stars würden offenbar ein Jahr - oder zumindest sechs Monate - Vorlaufzeit benötigen.
Die für Wien gekauften Tickets werden laut Kindel refundiert. Jene für den zweiten Anlauf in London sollen günstiger werden als jene für das Schönbrunn-Event. Waren dort mindestens 63 Euro fällig, kostet das günstigste Ticket für das Wembley-Stadion 44 Pfund (50,2 Euro).
(APA)