Ergonomischer Diebstahlschutz

glu, 13. September 2009, 18:59
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    foto: bong hokuen & ko yoenjung
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Um sein Fahrrad vor einem Diebstahl zu schützen, gibt es wenige ausgereifte Möglichkeiten

Entweder man hält sich ein hiniches Rad oder vielleicht folgendes Gefährt:

Es ist eh noch keine drei Wochen her, dass jemandem wieder die Tür zur Garage im Weg war. Erst jene des Einserstiegen-Zugangs, dann jene der Zweierstiege. Während die Einser-Tür sich wehrhaft gezeigt hat, hat die Zweier-Tür nachgegeben wie Pappendeckel, den man mit einer Straßenwalze zusammenlegt.

Mein Radl blieb, wo es war. Aber wohl nicht, weil es so gut abgesperrt war - rohe Gewalt war in dem Moment anscheinend keine Mangelware -, sondern weil es sich einfach nicht ausgezahlt hat. Ja, mag sein, dass der Einkastler nicht nur ein Zwerg im Geiste sondern auch sonst einer war und mein Radl, das an der Garagendecke hängt, einfach seinen Horizont überstieg. Aber ich glaube, die beiden Patschen, die fehlende Kette und die Tatsache, dass aus dem Lenker-Radio die Melancholie von Radio Burgenland strömte, ließen den Zwerg danebengreifen.

Der Vorteil, den das Rad hat, dass es nämlich einigermaßen diebstahlssicher ist, wird kompensiert durch den Nachteil, dass man ohne mehrstündige Vorbereitung mit der Kiste selbst nicht fahren kann. Ein Nachteil, den das Rad des Nachbarn nicht hatte, was wiederum den Nachteil mit sich brachte, dass seine Kraxen jetzt weg ist. Ich möge mich für mein Fahrrad genieren, meinte er, wenn es so widerwärtig ist, dass nicht einmal der Zwerg daran Gefallen fand.

Aber was soll man machen? Mit wie vielen Schlössern soll ich mein Fahrrad verzieren, nur um sicher zu gehen, dass ich es wieder dort vorfinde, wo ich es gelassen habe?

Eine ähnliche Frage dürften sich auch die Designer Bong Hokuen und Ko Yoenjung gestellt haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass nach durchrechneten Nächten, Lkw-Ladungen von verworfenen Konzepten und ganzen Archiven von Diebstahlsanzeigen die Burschen zu dem knackigen Schluss kamen: je Schloss, desto sicher.
Da war es dann zu dem, was die beiden Yanko-Designer gezeichnet haben, nimmer weit. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass einer der beiden gesagt hat: „Na dann machma doch gleich ein Radlschloss mit Reifen und Lenker!" Worauf der andere sagt: „Traust dich nie!"

Na mehr hat es nicht gebraucht. Die beiden haben um die Wette gekritzelt, herumgetüftelt und das „Free Lock" erfunden: ein Fahrrad, das ein Schloss ist - ein großes Schloss! Pedale drauf, Lenker aufgesteckt, zwei Radln dazu und fertig. Der Sattel ist schon mehr Schloss als Sitzgelegenheit: mit ihm nämlich sperrt man den V-förmigen Rahmen an was auch immer, indem man ihn so im Rahmen versenkt, dass er mit ihm ein futuristisches Bügelschloss bildet.

Dadurch, dass jener Teil, der das Schloss bildet, gedreht werden kann, muss das Schloss-Rad nicht die runden Haxeln in die Luft recken, wenn einmal kein Wiener Fahrrad-Bogen zum Anketten zur Stelle ist und man mit der Verankerung eines ordinären Parkverbotsschildes vorliebnehmen muss. Der Drehmechanismus des Rahmens ist natürlich ebenfalls absperrbar, damit niemand unterm Radln auf die Idee kommt, sich horizontal auf Radwegbreite auszudehnen. Und weil es beim Fahrrad-Klau leichter ist, den Radlständer zu knacken als das Schloss, sollte man schauen, ob Ständer oder Verkehrszeichen auch sicher mit Mutter Erde verbunden sind, sonst ist es erst wieder Essig mit dem Fahrrad. (Guido Gluschitsch)

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Kommentar posten
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datenbauer
00
21.9.2009, 12:52

120.000 Volt, und niemand greift das Fahrrad an.

Ernst Hirschmugl
 
00
17.9.2009, 20:51

Ich habe mehrere Räder - das, mit dem ich einkaufen fahre, etc, das wird nicht gestohlen. Es ist alt und unatrraktiv, ich sichere es mit einem billigen Schloß, grad so, daß nicht ein Penner damit wegfahren kann. Meine teuren Räder sichere ich überhaupt nicht, aber ich lasse sie keine Minute außer Augen. Ich nehme diese sogar in ein Geschäft mit. Wer dagegen was hat, dort kaufe ich nicht. Es stand auch schon mal mein Rad neben mir am Tisch in einem Restaurant. Der Inhaber bot mir daraufhin an, es für die Zeit meines Speisegenusses in einer seiner Kammern zu verwahren (Mariazell; Hotel zum schwarzen Adler; abends um 19 Uhr).

jumpingjack flash
00
18.9.2009, 08:51

also ins lokal geht mir ein bisserl zu weit. im gastgarten ist aber meistens ein platz, wenn es zu kalt ist um draussen zu sitzen stellen wir unsere räder so dass man vom lokal hinschauen kann.
und ja, radlerunfreundliche lokale werden auch ohne radl nimmer besucht - etwa das fischerhaus an der donau vor wien - leerer gastgarten am abend, kein tisch besetzt - und man darf sein radl nichteinmal an eine hecke anlehnen - der macht kein geschäft mehr mit uns.

Lethawae
00
18.9.2009, 02:35

"Meine teuren Räder sichere ich überhaupt nicht, aber ich lasse sie keine Minute außer Augen. Ich nehme diese sogar in ein Geschäft mit. Wer dagegen was hat, dort kaufe ich nicht."

Mache ich genau so.
Ein wirklich teures Rad, und da rede ich jetzt nicht von 1.000 Euro, kannst du nicht so gut sichern, daß es nicht wegkommt. Und selbst wenn das nicht passiert tritt es dir jemand kaputt.

In ein Restaurant gehe ich damit nicht, wohl aber in den Supermarkt. Wenn das Personal dann zickig wird erkläre ich gern daß es ein wenig schwachsinnig ist, an einem Ort, der Einkaufswagen zur Verfügung stellt, die Mitnahme von Fahrrädern zu untersagen.

maxbz
00
20.9.2009, 16:00

"Ein wirklich teures Rad, und da rede ich jetzt nicht von 1.000 Euro, kannst du nicht so gut sichern, daß es nicht wegkommt. Und selbst wenn das nicht passiert tritt es dir jemand kaputt. "
Stimmt bei mir seit Jahren definitiv nicht! Aber wenn man diverse Diebstahlgeschichten hört, kann man sich das natürlich einreden.

Die Aussage ist etwa vergleichbar mit folgenden:
-Ein Mercedes kann man nicht fahren, entweder er wird geklaut, oder der Stern abgebrochen und der Lack zerkratzt.
-Eine Wohnung kann man nicht haben, die wird von den Ostbanden leergeräumt.
-Auf den Weihnachtsmark kann man nicht gehen, da sind 50% der Besucher Taschendiebe.
-Die U-Bahn benutzt man besser nicht, sonst wird man von gewalttätigen Jugendlichen totgeschlagen.

usw.

GAT
 
00
15.9.2009, 16:23
Geht's nicht einfacher?

Wär's nicht einfacher, einen Mechanismus zu integrieren, mit dem der Lenker - ähnlich wie beim Auto - mit einem Dreh und Klick ver- bzw. gesperrt werden könnte? Ein Rad, das nicht zu lenken ist, müsste für die meisten (Gelegenheits-) Diebe relativ uninteressant sein (klar, der Mechanismus wäre zu knacken, aber der Aufwand dafür wäre deutlich höher als für das Zerschneiden eines typischen Fahrradschlosses). Gleichzeitig wäre das Rad auch nur für ein paar Momente (zB. des Eisholens 10 m weiter) unvergleichlich schnell zu sichern - ohne Schlossabwickeln, Schlüssel suchen, Geländer / Straßenlaterne suchen etc.).

Oder gibt's dergleichen schon irgendwo?!

Lethawae
00
17.9.2009, 03:47

Räder können, im Gegensatz zu Autos, erstaunlich leicht weggetragen werden.

GAT
 
00
17.9.2009, 10:19
Allerhand

Man lernt nie aus... ;-)

Nur: Wir sinnvoll wäre es, ein Rad weg zu tragen, das man erst mühsam bearbeiten müsste, um es nutzen zu können, während gleich daneben nur eine Kette durchzuzwicken wäre, um ein voll funktionstüchtiges Rad zu erhalten? Da schrumpft der Nutzen des (Gelegenheits-) Diebstahls auf ein Minimum.

human ic
01
17.9.2009, 11:06

die meisten gestohlenen räder landen vermutlich zuerst auf ladeflächen von lkws. denen ist sicher ziemlich egal ob das radl momentan fahrbereit ist.

GAT
 
00
17.9.2009, 11:47
Klar

Aber ob ihnen auch der Aufwand zur Instandsetzung völlig egal ist - also ob sie statt zwei Minuten vielleicht 20 oder 30 Minuten pro Fahrrad aufwenden müssen, bevor sie's am Schwarzmarkt verkaufen können?

100%igen Diebstahlschutz gibt's sicher keinen. Aber ich dachte bei dem "Vorschlag" an einen Kompromiss zwischen spürbarer Erschwernis (eines effizienten Diebstahls) und spürbarer Erleichterung (bei der Anwendung des Diebstahl-"Schutzes"). Da wundert's mich einfach, dass offenbar niemand hartnäckige Lenkersperren verbaut, weil das doch ziemlich naheliegend - und zumindest ein ZUSÄTZLICHER Schutz - ist.

human ic
00
17.9.2009, 13:57

glaubst darüber sinnieren die vorort oder wirds einfach mal auf die ladefläche geworfen und später entschieden ?
kennst die hartnäckigen hinterradverriegelungen ? gibts schon ewig und haben den gleichen effekt .. das rad is weg.

human ic
00
15.9.2009, 20:14

wie wärs mit einem 5,- schloss ? funktioniert bei mir bei genau solchen gelegenheiten..

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
00
15.9.2009, 13:51
Interessant.

Mein Gegenvorschlag: Ein Radl mit 150 Kilo, das trägt dir keiner davon.

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
00
20.9.2009, 22:40

mir sind auch innerhalb kurzer zeit zwei ziemlich neue räder gestohlen worden. das zweite war sogar immer mit 2 schössern gesichert. hab daraufhin ein gebrauchtes radl gekauft.... mit dem billigsten schloss das lagernd war. damits nur ja nicht schade ist. beides hab ich seit mittlerweile 15 jahren in gebrauch.

Ganerc-Callibso
00
14.9.2009, 23:04
mir sind mal in einer Woche 2 mit Schloß gesicherte Räder gestohlen worden

solange es keinen g'scheiten Diebstahlsschutz gibt, kommt mir nur ein entsprechend schweres Gefährt (mit Motor) vor die Wohnung...

ram shackle
00
14.9.2009, 22:53

schaut aus, als obs gemütlicher wäre auf 2 konservendosen herum zu rollen.

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
00
15.9.2009, 13:51
Ja,

Red Bull vertreibt auch Fahrräder.

Wesentliches (Un)Wesen
00
14.9.2009, 17:14

"je Schloss, desto sicher"

k thx.

Sehr saftig, der Artikel.

quapil2
00
14.9.2009, 16:03

so ist das mit dem Rad: Fährt es wird es gestohlen, fährt es nicht wird es nicht gestohlen, aber man kanns nicht brauchen. damit wäre die raddebatte zu Ende. oder ?

Lethawae
00
17.9.2009, 03:50

Räder werden relativ selten gestohlen während man damit fährt.

jumpingjack flash
00
17.9.2009, 10:37
frei nach ernst jandl:

das muss der wahre radler sein dem niemals fällt das stehnbleibn ein.

Couchsurfer
00
14.9.2009, 15:08
Aktueller Test von Fahrradschlössern


Hier gibt es gratis den aktuellen Test von Fahrradschlössern ... http://tinyurl.com/r6n2wt #Stiftung Warentest #Der Konsument

Tompkins, Mr. Tompkins
 
00
14.9.2009, 14:50
Es sei nochmal ausdrücklich ...

... darauf hingewiesen, daß Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel ganz schlechte Plätze zum Abstellen eines Fahrrads sind. So schnell kann man gar nicht schauen, ist es auch schon weg. Allerdings nicht gestohlen sondern abgeschleppt.

rick astley
00
14.9.2009, 12:24
übrigens

link dazu, nie ein fehler

http://www.yankodesign.com/2009/05/2... is-a-lock/

tramezzino
00
14.9.2009, 11:01
wenn man den dieben

die hand abhackt, wäre das auch eine gute prävention.

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