Parlament will Hungernotstand nicht akzeptieren

11. September 2009, 11:08

Der Notstand sieht Einschränkungen von Grundrechten vor - Bereits mehr als 460 Menschen verhungert

Ciudad de Guatemala - Das Parlament in Guatemala hat Staatspräsident Alvaro Colom keine Zustimmung zu dem von ihm erklärten nationalen Hungernotstand erteilt. Wie von Parlamentsabgeordneten am Donnerstag (Ortszeit) verlautete, wurde das dafür erforderliche Quorum von 105 der 158 Parlamentarier nicht erreicht. Damit ist der Hungernotstand nicht in Kraft, der unter anderem Einschränkungen von Grundrechten wie Presse- und Bewegungsfreiheit vorsieht. Die Abgeordneten werden sich am kommenden Mittwoch erneut mit der von Colom verlangten Dringlichkeitsmaßnahme befassen.

Nahrungsmittel zu teuer

Amtlichen Angaben zufolge leiden 54.000 Familien Hunger, weitere 400.000 Familien könnten bis Jahresende von der Hungersnot betroffen sein. Mehr als 460 Menschen verhungerten bereits, darunter auch dutzende Kinder. Laut UNO-Angaben ist in Guatemala jedes zweite Kind im Alter unter fünf Jahren unterernährt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nation (WFP) begann am Dienstag mit der Verteilung von 20 Tonnen Keksen mit hohem Nährstoffgehalt in besonders stark von der Hungersnot heimgesuchten Orten.

Zwar gibt es im Land genügend Nahrungsmittel, aber insbesondere die armen Maya-Familien können sie sich nicht leisten. Eine durch den Klimawandel ausgelöste Dürre führte in den am stärksten von Armut betroffenen Gebieten des Landes zur Zerstörung von 90 Prozent der Anbauflächen für Mais und Bohnen. (APA/AFP)

Kommentar posten
10 Postings
maxikotka
01
13.9.2009, 00:23
Monsanto

Ein riesiges Problem in Südamerika ist die Gentechnik und damit Monsanto.
Man schaue sich den Film Monsanto - mit Gift und Genen an (findet man auf Google Videos)
Man braucht keinen Klimawandel mehr um Ernten zu vernichten und Länder hungern zu lassen.
Die Gentechnik wird auch für uns ein Problem werden, da die Monsanto-Lobbyisten die EU-Politiker natürlich bearbeiten.

In den USA ist eine Kennzeichnung von genetisch veränderten Lebensmitteln verboten - ja verboten!! Die Amerikaner dürfen nicht wissen was sie essen!

Wenn wir verhindern wollen dass es bei uns soweit kommt, ist Iniatitive von jedem ist gefordert.

pepitant
00
18.9.2009, 13:45
Was für eine Initiative ?

Dagegen vorzugehen ist Notwehr in einem Überlebenskrieg. Genauso ist das auch zu handhaben.

Malkaye
00
12.9.2009, 12:52
wer hat uns verraten?

sozialdemokraten!

Mostbluzer
06
11.9.2009, 13:37
klimawandel-märchen, biosprit ist schuld!

die krise gibts schon wegen dem klimawandel, aber nicht wegen dem wetter (um das gehts ja nicht), sondern wegen exzessivem biosprit anbau.

Die größte Ureinwohner-Organisation des Landes, CONIC, machte die Biosprit-Produktion für die Hungerkrise verantwortlich. "Der Staat gibt dem Anbau von Palmöl und Zuckerrohr (für Biosprit) erste Priorität, während er den indigenen Völkern das Recht auf eigenes Land verweigert", sagte CONIC-Mitbegründer Juan Tiney der Nachrichtenagentur epd. Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr bereits 20 Dorfgemeinschaften vertrieben, um Platz für Großplantagen zu schaffen.
http://www.wir-klimaretter.de/index.php... &Itemid=70

die mayas starben auch aus - wegen dürre ...

MondXicht
00
23.12.2010, 10:10

Danke für diesen Kommentar!
Genau das ist das Gefährliche an der Klimawandeldebatte: Die sogenannten "Lösungen" sind alles zweifelhafte Gschäftln für so manche Firma - ein bissl Zertifikate verschieben da, ein paar mehr Öl-Plantagen dort oder gleich "CO² Endlager", ein kleiner Bauauftrag für ein paar Milliarden.

Hier wird wiedermal mit gutem Willen böses Spiel getrieben.

misantrop
00
12.9.2009, 17:05
Richtig

Das selbe passiert in Kolumbien. Im Choco verhungern Kinder, waehrend ein paar Grossgrundbesitzer mit Biodiesel reich werden. Gross unterstuetzt wird das Projekt von der Regierung. Und die Kleinbauern werden vertrieben.

schnurri (so heisst mein auto)
02
11.9.2009, 13:20

andere frage:
das bruttosozialprodukt pro kopf in guatemala ist cirka so hoch wie auf den malediven oder georgien, doppelt so hoch wie im sudan oder jemen, vier mal so hoch wie in burma.
und 1/3 von venezuela, fuer alle die auch was ueber chavez sagen wollen.
also, da lauft doch irgendwas total danneben.
http://en.wikipedia.org/wiki/List... per_capita
seit 1 1/2 jahren gibt es einen sozialdemokratischen presidenten, die wirkliche macht duerfte bei den grossgrundbesitzern liegen.
seit 50 jahren ist die usa vor der eigenen haustuer nicht in der lage, ordnung zu halten, vielleicht sollten sie sich wirklich aus der internationalen politik raushalten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Guat... Crgerkrieg

Mostbluzer
03
11.9.2009, 13:41
grund ist nur,

der rassismus gegen indigene völker, die enteignet werden, wie in kolumbien oder andern ländern.

wenn die halbe maisernte ausfällt, wegen dürre, müssen viele sterben. warum?
weil viele anbauflächen unseren sprit (der 1. welt) produzieren und nicht ihr tägliches essen.

einfacher eu/usa welt-agrarwahnsinn. hat mit dem wetter soviel zu tun wie die schweinegrippe. dürren und hochwässer gibts überall, weltweit, seit millionen jahren und wirds auch geben, wenn obama das klima verändert (geoengineering) und rettet (?) ...vermutlich mehr als jetzt.

Jim Kirk
00
11.9.2009, 12:09

Durch ein einschränken der Presse- und Bewegungsfreiheit soll also ein Hungernotstand bekämpft werden? Gut wenn die Guatemalteken sich weniger bewegen brauchens auch weniger zu essen, aber dann haben sie wieder mehr zeit zum lesen, was aber durch die einschränkung der pressefreiheit fad werden wird.

Alexander HOFER
 
01
11.9.2009, 12:35
kann mich auch irren...

..aber ich glaube nicht, dass in der Verfassung ein explizierter Hungernotstand sondern nur ein Notstand vorgesehen ist. Dies mit sämtlichen Begleitmassnahmen wie Einschränkungen in Pressefreiheit, Bewegungsfreiheit usw.
Eine derartige Regelung ist kein Zeichen für Unterentwicklung sondern pure Notwendigkeit um auf Notstände zu reagieren - auch in Österreich kann das Bundesheer bei Notstandsverordnung Ihren Geländewagen konfiszieren.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.