Der Notstand sieht Einschränkungen von Grundrechten vor - Bereits mehr als 460 Menschen verhungert
Ciudad de Guatemala - Das Parlament in Guatemala hat Staatspräsident Alvaro Colom keine Zustimmung zu dem von ihm erklärten nationalen Hungernotstand erteilt. Wie von Parlamentsabgeordneten am Donnerstag (Ortszeit) verlautete, wurde das dafür erforderliche Quorum von 105 der 158 Parlamentarier nicht erreicht. Damit ist der Hungernotstand nicht in Kraft, der unter anderem Einschränkungen von Grundrechten wie Presse- und Bewegungsfreiheit vorsieht. Die Abgeordneten werden sich am kommenden Mittwoch erneut mit der von Colom verlangten Dringlichkeitsmaßnahme befassen.
Nahrungsmittel zu teuer
Amtlichen Angaben zufolge leiden 54.000 Familien Hunger, weitere 400.000 Familien könnten bis Jahresende von der Hungersnot betroffen sein. Mehr als 460 Menschen verhungerten bereits, darunter auch dutzende Kinder. Laut UNO-Angaben ist in Guatemala jedes zweite Kind im Alter unter fünf Jahren unterernährt. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nation (WFP) begann am Dienstag mit der Verteilung von 20 Tonnen Keksen mit hohem Nährstoffgehalt in besonders stark von der Hungersnot heimgesuchten Orten.
Zwar gibt es im Land genügend Nahrungsmittel, aber insbesondere die armen Maya-Familien können sie sich nicht leisten. Eine durch den Klimawandel ausgelöste Dürre führte in den am stärksten von Armut betroffenen Gebieten des Landes zur Zerstörung von 90 Prozent der Anbauflächen für Mais und Bohnen. (APA/AFP)