Magna kauft Opel

Auch Österreich soll für Opel zahlen

11. September 2009, 10:19

Deutschland will Unterstützung aus Österreich, Wirtschaftsminister Mitterlehner verweist auf die Möglichkeit mit Haftungen einzuspringen

Wien - Deutschland werde die Opel-Übernahme durch Magna mit Milliardenbeträgen unterstützen, will die Mittel aber nicht alleine aufbringen, machte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Donnerstagabend in der "ZiB2" klar. "Wir erwarten Geld von jenen, die sich letztlich auch in ein langfristiges Konzept mit eingebunden sehen. Ich glaube in der Umkehrung wäre es auch kaum in Österreich zu vermitteln, dass man Steuergelder für andere Länder und deren Standorte in Anspruch nimmt", so der deutsche Minister.

Mitterlehner "abwartend defensiv"

Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) reagierte am Freitagmorgen auf die deutschen Begehrlichkeiten sehr zurückhaltend. Er sei "sehr abwartend defensiv", wenn es darum geht, Geldspritzen zu geben. Österreich habe auch nie in diese Richtung etwas versprochen. Zunächst müsse der - für November erwartete - endgültige Vertragsabschluss abgewartet werden, dann werde Österreich "nach Abstimmung auf EU-Ebene" vorgehen.

Mitterlehner verwies zugleich auf das "Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz" - also auf die Möglichkeit, mit Haftungen einzuspringen. Schon im Juni, als das Gesetz im Ministerrat beschlossen wurde, war davon die Rede gewesen, dass auch das GM-Werk in Aspern von Haftungen profitieren könnte. Das Gesetz sieht vor, dass in Summe 10 Mrd. Euro an Haftungen aus dem Bankenpaket an Industriebetriebe umgeschichtet werden.

Keine Größenordnungen

Guttenberg wollte im ZiB2-Interview keine Beträge nennen, mit denen sich andere Staaten beteiligen sollten, nicht einmal Größenordnungen. Zunächst will er den Vertrag genauer analysieren, dann aber "sehr konkretisiert" mit anderen Ländern reden. Vorerst ist auch noch nicht im Detail bekannt, welche Art von Förderungen Magna zugesagt wurden. Laut US-Medienberichten könnten sich Spanien, Großbritannien und Portugal mit rund einer Milliarde Euro an der staatlichen Unterstützung beteiligen.

Laut Medienberichten geht es um einen Lohnverzicht der Mitarbeiter im Wert von 1,65 Mrd. Euro - im Gegenzug sollen die Mitarbeiter 10 Prozent an Opel erhalten - sowie um Kredite mit Staatshaftung im Wert von zumindest drei Mrd. Euro. Dazu kommt ein schon laufender Überbrückungskredit im Wert von 1,5 Mrd. Euro. Nicht rückzahlbare Subventionen des Staates wären nach EU-Recht wahrscheinlich überhaupt nicht durchzubringen, aber auch die Kreditsumme ist umstritten, weil sie höher liegt als die Lohnsumme von Opel in Deutschland. Die Genehmigung durch die EU ist also noch ausständig.

Aber die Pflicht, Staatshilfen nur im Inland zu verwenden, gilt international: Der Verkauf von Opel an Magna ist letztlich dadurch nötig geworden, dass auch die USA ihre Förderungen nur für US-Werke gibt. GM erhielt von der US-Regierung keine Erlaubnis, Teile der 50 Mrd. Dollar schweren Staatshilfen in Europa zu verwenden. Auch jetzt ist eine der Bedingungen der Europäer für die Unterstützung von Magna, dass keine Förderungen nach Russland abfließen.

Heimische Wirtschaft erwartet positive Effekte

Vertreter der österreichischen Wirtschaft haben sich unterdessen zufrieden über den Kauf von Opel durch Magna gezeigt. "Damit können nun wesentliche Impulse für die von der Wirtschaftskrise besonders betroffene heimische automotive Zulieferindustrie gesetzt werden", hofft Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Gerade für das Opel-Werk in Wien-Aspern bedeute dies einen Schritt hin zu mehr Standortsicherung. "Was gut für Magna ist, ist auch gut für viele kleine und mittlere Zulieferbetriebe und trägt somit zur Standortsicherung bei", so Leitl.

Bezüglich Guttenbergs Begehrlichkeiten verweist Leitl auf die Position von Mitterlehner und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), wonach 300 Millionen Euro Haftung aus dem 10-Milliarden-Euro-Paket für Leitbetriebe grundsätzlich möglich sind.

Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer, sprach von einer beruhigenden Lösung, betonte aber auch, dass diese Entscheidung "nicht die Botschaft ist, dass alle Probleme gelöst sind". Es werde Strukturveränderungen bei Opel geben, die auch auf Magna durchschlagen würden, sagte er. Es bleibe nur zu hoffen, dass die angestrebten Geschäfte in Russland aufgingen. (APA)

Kommentar posten
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herr nischta
00
15.9.2009, 14:04
kmmm
00
12.9.2009, 13:19
sain dei daitschn wou aunigrennd ?


erpressungsversuche sind sinnlos

- wer braucht eigentlich wirklich grad einen opel in österreich ?

- 's gibt ja schliesslich andere marken auch noch

- könnt ja jeder daherkommen und subventionen wollen !

.

höt döc
01
12.9.2009, 10:36
Opel, GM und saab: zusperren

und fertig! die produzieren eh nur mehr autos die keiner kauft.

001-007
00
12.9.2009, 08:00
unsere Politiker sollten Aktienanteile als Sicherheit bei NichtRückzahlung fordern

Nicht dass unsere Politiker (egal ob rot o. schwarz) wieder Förderungen ohne Sicherheiten einer zukünftigen Miteigentümerschaft (Mitspracherecht) bei Nict-Rückzahlung der Raten vergeben.

Einer der Finanzgeber: Russisch
Gross-Aktionär: weiterhin Amerikaner durch GeneralMotors

Vermute nun soll der Staat Geldgeber sein, und plötzlich ist wieder alles futsch.... (siehe AUA,...)

I man i tram
00
12.9.2009, 09:54
Tja


Da die Treuhand-Vertreter von den dt. Bundesländern und dem dt. Bund konstatiert haben, dass Opel 2010 Konkurs anmelden muss, selbst wenn man den Plan erreichen sollte, gibt es für mich nur eine Sicherheit: Wir wer'n pecken.
Den eigentlichen Artikel haben die meisten Medien und/oder Google verschwinden lassen: http://derstandard.at/125203712... -Vertreter

Oder der Zauber ist nach den dt. wahlen eh vorbei. Hoffen wird manm dürfen.

Mein Geld nicht für Opel!

spiegelreflex
00
12.9.2009, 07:56

jetzt beginnt das grosse feilschen: welche regierung bittet franky genug um die opel-standorte im land zu sichern.......herr faymann, ihr gebot?

Der mit dem Wolf
00
12.9.2009, 14:36
Hat nicht Stronach vor Jahren für Ebreichsdorf auch alles mögliche versprochen?

Erlebnislandschaft, Kugel, Rennban, ...

Was ist den daraus geworden? ausser ein Haus am Teich für den Vranizky,...

Strpüpl Kotu
00
11.9.2009, 23:39
deutschland hat durch opel in den letzten jahren doch ordentlich steuern eingenommen

österreich sollte natürlich einspringen, sofern sicher gestellt ist, dass die produktion auch hierher verlagert wird.

kapitel3
51
11.9.2009, 23:29
Die Autokonzerne sollten endlich aufhören

jeder ein eigenes Auto zu bauen.

Warum versucht man nicht gemeinsam EIN Auto zu bauen?

Solange die Menschheit das nicht verstanden hat wird es immer wieder solche Krisen geben.

amergut
01
12.9.2009, 08:12
Warum versucht man nicht gemeinsam EIN Auto zu bauen?

Und warum sind Sie mit dieser Meinung auf dem Holzweg - richtig: Individualität, d.h. Konkurrenz, treibt die Entwicklung voran; hätten sie sich mit diesem Ansinnen sZt. durchgesetzt, wir würden alle zusammen in Europas Frühzeit mit Wülsten über den Augen im Neandertal auf die Mammut-Jagd gehen!

kapitel3
00
12.9.2009, 12:34
SIe haben es nicht verstanden.

Denken Sie noch ein wenig darüber nach. WER hat die Entwicklung vorangetrieben?

Auf jedenfall nicht die Manager von irgendwelchen Autokonzernen. Die versuchen seit Jahren nichts anderes, als möglichst viel PROFIT zu machen. Das ist etwas ganz anderes als zu versuchen die Entwicklung im Sinne des Wohles der Menschheit voranzutreiben.

Im Grunde genommen ist das sogar genau das Gegenteil.

amergut
00
12.9.2009, 16:18
Auf jedenfall nicht die Manager von irgendwelchen Autokonzernen.

... ja, s' war der Bumbsti!

S'sind doch die Manager, die das Kapital in Säcken n. H. schleppen. Manager-Gagen in dieser Höhe müssen doch den Ruin für die Produktivität bedeuten?

Peter Rosegger
05
12.9.2009, 01:02
Das hat ja schon in der DDR wundervoll funktioniert

Halt, da gab es ja noch 2 Autos, den Trabant und den Wartburg. Daran lag's wohl dass die so gut waren.

Kurt Cobain
10
12.9.2009, 11:52
Und trotzdem verbrennen wir seit über 100 Jahren Erdöl ...

... um voranzukommen. Um was genau sind wir jetzt besser dran? Ach ja, wir verbrennen ein paar Liter weniger auf 100km als damals in der DDR. Toll, auf diesen Lorbeeren können wir uns die nächsten 100 Jahre ausrasten ...

carbonara
03
11.9.2009, 22:19
Höre gerade (im ORF2) ein Interview mit Vranitzky .....

...zur Erinnerung: sitzt im Aufsichtsrat von MAGNA.

Zur Frage, ob Österreich (d.h. der österreichische Steuerzahler) Opel unterstützen soll.

O-Ton F.V: ....."ja, warum denn nicht".

001-007
01
12.9.2009, 08:04

er hat ja noch immer beste Verbindungen zu den österreichischen "Steuertöpfen"
wär doch gelacht wnn man da nicht noch etwas für den Stronach herausholen könnte

Der kleine Steuerzahler blecht's eh

amergut
00
12.9.2009, 08:14
Vranz:-o : ... man da nicht noch etwas für den Stronach ...

... und nicht nur für denm Strohnach?

Hans Hanseat
03
11.9.2009, 21:28
Naja,

schliesslich haben sie die AUA genommen...

...wenn sie die ÖBB auch noch kaufen, dann sollte uns das glaube ich eine kleine Staatshaftung wert sein.

Hans Hanseat
02
11.9.2009, 21:12
Tja,

jetzt gehört Opel dem amerikanischen Staat, dem russischen Staat...

...und irgend so einem kanadischen Autozulieferer, dessen CEO ein bischen so spricht wie der Governor von Kalifornien!

135
 
01
11.9.2009, 20:20
No ja, vielleicht wird da von Pröll der CDU noch für

die knapp bevorstehenden Wahlen unter die Arme gegriffen. Welche Sicherheit erhalten die österreichischen Steuerzahler und Arbeiter in dem Opel Werk in Wien, daß die Arbeitsplätze in erhalten bleiben?
Welche Forderungen hat GM noch ?
Wieder einmal werden Arbeiter aufeinander gehetzt, wenn der Kampf um die Vermeidungen von Werkschließungen beginnt.Und ob die hohe Beteiligung von GM nicht ein zu großer Fuß in der Tür ist, scheint fraglich...

001-007
02
12.9.2009, 08:08

Beim Semperitverkauf an Conti:
Garantie 5 Jahre,.....bla bla bla

Ergebnis: 5 Jahre und einige Tage danach: komplette Schließung der österr. Werke und Verlagerung ins Ausland....

Wird wieder genauso kommen
Der Steuerzahler bringt das Geld, einige Private (Stronach, Russen, Amis) nehmen's ....

*Fuzzy Logic*
05
11.9.2009, 20:00

Opel hätte einfach Insolvenz anmelden sollen. Versteh ich nicht wieso kranke und unrentable Unternehmen auf Teufel komm raus vom Staat gerettet werden bloß weil sie so groß sind, die Politiker vor den Reaktionen der Bevölkerung Angst haben, aber tausende KMUs sang- und klanglos in die Insolvenz geschickt werden.

Wie solls dann weitergehn? Jedes Jahr eine weitere Finanzspritze oder wie jetzt?!

Reinhold Loecker
00
11.9.2009, 19:08
Blöde Idee

Es genügt, wenn österreichische Steuerzahler Tag für Tag in der Kolonne stecken, die Stammkunden der Firma Popel hinter sich herziehen.

sicha net
06
11.9.2009, 18:17

600000 Euro könnens gleich haben!

Hans Moser82
12
11.9.2009, 18:11

Hier kann man sehen, wie das auf EU-Ebene passiert:

http://www.nuoviso.tv/wirtschaf... konto.html

Wenn der Vertrag von Lissabon kommt, wird das noch schlimmer werden.

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